Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Quo vadis TuS Dansenberg II?

Da gingen sie gemeinsam für die zweite Mannschaft des TuS Dansenberg auf Torejagd: Timo Holstein (am Ball) und sein Bruder Marco
Da gingen sie gemeinsam für die zweite Mannschaft des TuS Dansenberg auf Torejagd: Timo Holstein (am Ball) und sein Bruder Marco (rechts).

Für den vom Abstieg bedrohten TuS Dansenberg II steht am Samstag (20 Uhr) bei der HSG Nahe-Glan ein richtungsweisendes Spiel im Kampf um den Klassenerhalt in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar auf dem Programm. Beide Mannschaften liegen punktgleich mit der HSG Worms, die eine Woche später in der Westpfalz gastiert, am Tabellenende.

Dass die zweite Mannschaft des westpfälzischen Drittligisten tief im Abstiegskampf steckt, ist unter anderem den seit Saisonbeginn bestehenden Verletzungssorgen geschuldet. Die auf fast allen Positionen neu formierte Mannschaft hatte kaum Gelegenheit, sich einzuspielen und muss obendrein den Verlust von zwei absoluten Leistungsträgern kompensieren.

Toptorjäger Marco Holstein, der in der abgelaufenen Spielzeit ligaweit zu den besten Feldtorschützen zählte, hat große Fußstapfen hinterlassen. Gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Timo bildete der 1,98 Meter große Rückraumlinke ein brandgefährliches Angriffs-Duo. Der Auftrag von Trainer Sebastian Wächter, Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auf den Sprung in den Drittligakader vorzubereiten, wurde erfolgreich ausgeführt. Die beiden Torgaranten spielen nun eine Liga höher, doch dafür müssen nun andere Spieler in die Bresche springen.

Ein Spieler, dem man den Sprung nach oben zumindest mittelfristig zutraut, ist Yannik Kötz (22). Der Linkshänder spielte in der vergangenen Saison noch bei der HSG Kaiserslautern, wo er eine Klasse tiefer zu den Toptorschützen zählte. Mit dem erfahrenen Nils Bechtel (29) schloss sich vor Saisonbeginn ein weiterer Spieler des Lokalrivalen den Schwarz-Weißen an. Der Rückraumspieler ist jedoch zurzeit verletzt. Seinen Platz wird in den beiden kommenden Spielen Christopher Seitz einnehmen.

„Seitzi“ hilft

Für den ehemaligen Kapitän der Drittligamannschaft ist das Comeback auf Zeit eine Herzensangelegenheit. „Wenn der Verein ruft, bin ich gerne bereit, in die Bresche zu springen. In der zweiten Mannschaft sind viele junge, ehrgeizige Spieler am Start, die zum Großteil aus der eigenen Jugend stammen. Damit kann ich mich voll und ganz identifizieren“, stellt der Allrounder klar. „Seitzi“, der seine Karriere in der ersten Mannschaft im Mai 2020 beendet hatte, ging beim TuS Dansenberg über viele Jahre als emotionaler Leader voran und wurde so zum Gesicht der Mannschaft. Dass er seine gesamte Karriere bis auf ein einjähriges Intermezzo bei den HF Illtal bei seinem Heimatverein verbrachte, verhalf ihm bei Fans und Zuschauern zu einer Art Kultstatus.

Bei der jüngsten 27:40-Pleite gegen Topfavorit TV Homburg avancierte der Rückraumspieler prompt zum besten Feldtorschützen, traf fünfmal ins Schwarze. Bei seiner Rückkehr zwei Wochen zuvor, steuerte er auf Anhieb vier Treffer bei. „Es macht richtig Spaß, mit den Jungs zusammenzuarbeiten. Bei der HSG Nahe-Glan wird ohne Harz gespielt, daher wird es umso wichtiger sein, eine solide Abwehr zu stellen und ein gutes Rückzugsverhalten zu zeigen. Das wird mit Sicherheit kein schönes Spiel“, stellt Seitz sein Team auf ein hartes Stück Arbeit ein.

Das zweite Endspiel

Das gilt auch für das Keller-Duell gegen die HSG Worms, die ihre Visitenkarte eine Woche später in Dansenberg abgibt. „Das sind für mich zwei Endspiele, die unbedingt gewonnen werden müssen. Das wir aber nur über Leidenschaft und eine harte Abwehr gehen. Da muss man schon mal an die Grenze des Erlaubten gehen“, fordert Seitz von seiner Mannschaft vollen Einsatz. Dass er bereit ist, die von ihm geforderten Tugenden auf der Platte vorzuleben, steht außer Frage.

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