Kaiserslautern
Pirmasenser Citymanager wechselt nach Kaiserslautern
Weichel hatte persönlich die Vorstellungsgespräche mit den Kandidaten geführt, weil ihm die Position so wichtig ist. Auch Hanno Scherer, der sich seit Jahren ehrenamtlich ums Citymanagement kümmert, hatte an der Auswahlrunde teilgenommen. Dem Vernehmen nach hat Weidlich, der aus Kaiserslautern stammt, zwei interne Bewerber hinter sich gelassen. Insgesamt hatte es zwölf Bewerbungen gegeben.
Weidlich lebt in Otterbach
Weidlich ist 41 Jahre alt, stammt aus Kaiserslautern und lebt mit Frau und zwei Kindern in Otterbach. Seit dem Jahr 2018 arbeitete er als Citymanager in Pirmasens, wo der Job dem Amt für Wirtschaftsförderung unterstellt ist. In Pirmasens hat der studierte Betriebswirt mit Schwerpunkt Marketing ein Leerstandskataster aufgebaut, neue Feste wie eine Halloween-Sause und ein Straßenmusiker-Festival ins Leben gerufen und intensive Gespräche mit Immobilienbesitzern geführt, auch mit der Absicht, auf Dauer zu kleine Läden zusammenzulegen. In leerstehenden Geschäften hat er Kunstaktionen organisiert, zuletzt hat die Stadt unter seiner Regie eine Immobilie in der Fußgängerzone in 1A-Lage angemietet. Dort sollen sich Gründer ausprobieren mit dem Ziel, im Erfolgsfall an anderer Stelle ein festes Mietverhältnis einzugehen.
Weichel: Müssen die Innenstadt umbauen
OB Weichel sagte am Abend, der neue Mann müsse eine tragende Säule sein wenn es darum gehe, die Innenstadt umzubauen. Es sei klar, dass Einzelhandel allein nicht mehr die City prägen wird. „Wir hatten schon vor Corona Umsatzeinbußen im Handel, der Onlinehandel hat in der Pandemie zugenommen. Das wird wieder zurückgehen, aber nicht mehr auf das Vor-Corona-Niveau.“ Deshalb müsse das Ziel sein, den bestehenden Einzelhandel zu attraktivieren. „Wir brauchen aber auch einen Stadtumbau, einen Nutzungsmix in der Innenstadt. Perspektivisch werde es mehr Wohnen geben, einen Mix aus Kultur, Handel, Gastronomie, Geschäften und Dienstleitungen.“ Es müsse alles unternommen werden, um Leerstände zu vermeiden, so Weichel. Dazu müssten intensive Gespräche mit Immobilienbesitzern geführt werden. Auch um die Stadtmöblierung solle sich Weidlich als Zentrumsmanager kümmern, ebenso um die Aufenthaltsqualität. Das Re-Start-Programm für die City werde beim Veranstaltungsmanagement unter der Regie von Alexander Heß anlaufen. Vom Land gibt es dafür 500.000 Euro, um die Innenstadt nach der Pandemie neu zu beleben.
Marketingkonzept gefordert
Die Stadtverwaltung hatte die unbefristete Stelle, die neu geschaffen wird, überregional ausgeschrieben. Sie ist eingruppiert in die Entgeltgruppe 11 im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst. Eng zusammenarbeiten soll der Zentrumsmanager mit den Verantwortlichen für Tourismus und das Veranstaltungsmanagement. In der Ausschreibung hieß es zudem, dass sich der Neue um eine bessere Vernetzung der Hausbesitzer, Bürger, Gewerbetreibenden, Gastronomie, Hotellerie und Handel kümmern soll. Entwickeln soll er ein Marketingkonzept für die Innenstadt.