Fußball
Morlautern setzt seine Freitagabendserie in der Oberliga mit Sieg gegen Ludwigshafen fort
Im Nachhinein bemühte Daniel Graf keinen Geringeren als den großen Diego Maradona. Der argentinische Wunderfußballer hatte nach seinem legendären, aber auf irreguläre Weise erzielten Treffer im WM-Spiel 1986 gegen England von „der Hand Gottes“ gesprochen. Und ebendiese Hand zitierte der Morlauterer Trainer, als er in seinem Resümee auf den Gegentreffer zu sprechen kam, durch den sein Team gegen Arminia Ludwigshafen mit 1:2 in Rückstand geraten war. Nach einer Flanke von der linken Seite hatte der Mittelstürmer der Gäste, Matteo Monetta, den Ball ins Morlauterer Tor befördert (30.). Sofort danach brach ein Proteststurm los. Die Morlauterer reklamierten, dass Monetta den Treffer nicht mit dem Kopf erzielt habe. Sondern auf dieselbe Weise wie einst Maradona. „Er hat den Ball mit der Hand ins Tor geschlagen“, schilderte später der Morlauterer Keeper Bakary Sanyang die Szene. Aber alle Proteste des SVM blieben erfolglos. Der Schiedsrichter erkannte den Treffer an.
Damit war die Heimmannschaft zum zweiten Mal in diesem Spiel in Rückstand geraten. Den ersten Gegentreffer hatte der SV Morlautern bereits in der zweiten Spielminute kassiert. Nach einer gegnerischen Ecke brachten die Morlauterer den Ball nicht aus der Gefahrenzone. So kam Ricardo Antonaci zum Schuss. Und es stand 0:1. Beim Ausgleichstreffer zeigte sich dann aber zum ersten Mal beim SVM eine besondere Qualität: seine Luftüberlegenheit. Nach einer von Florian Bicking getretenen Ecke gelang dem aufgerückten Innenverteidiger Dennis Jander per Kopfball der Treffer zum 1:1 (28.).
Lufthoheit
Aber nachdem die Arminen auf „übernatürliche Weise“ ihren zweiten Treffer erzielt hatten, befand sich der SVM zu Beginn der zweiten Hälfte in einer schwierigen Lage. Aber es war ja ein Freitagabendspiel. Das fünfte in dieser Saison. Und dass die Morlauterer da zu besonderen Leistungen fähig sind, hatten sie in den vier Spielen davor gezeigt. „Wenn das Flutlicht brennt, dann brennen wir auch.“ So beschrieb später Daniel Graf den Zauber dieser Auftritte. Dass seine Mannschaft gegen die Arminia daheim den vierten Sieg in einem Freitagabendspiel schaffte – nur einmal spielte Morlautern gegen den FK Pirmasens unentschieden -, hatte natürlich auch konkrete Gründe. Zum einen die Beherrschung des Luftraums im gegnerischen Sechzehner.
So war auch der Ausgleichstreffer reine Kopfsache (58.). Der hünenhafte Stürmer Marc Knapp köpfte das 2:2 und erhöhte damit seine Trefferzahl auf in dieser Saison elf. Und zum anderen wechselte Coach Graf den Matchwinner ein. Bobby Edet war gerade mal drei Minuten im Spiel, als er das 3:2 für Morlautern erzielte (69.). Wieder ein Kopfballtreffer. Nach einer Ecke. Wie für seinen Stürmerkollegen Knapp war es auch für Edet das elfte Saisontor.
Doppelte Unterzahl zum Schluss
Am Ende wurde es dann noch mal richtig eng für die Graf-Truppe. So musste nicht nur Joshua Smith vorzeitig (90.) vom Platz (Gelb-Rot). Sondern auch Christian Dombaxi, der nach einem Foul die knallrote Karte sah (90.+5). Doch trotz Unterzahl ließen sich die Morlauterer den Sieg nicht mehr nehmen.
In der Tabelle machte Morlautern einen mächtigen Satz nach vorn auf den neunten Platz. Acht Punkte beträgt nun der Vorsprung auf den ersten möglichen Abstiegsplatz. Acht Spieltage vor Saisonende sieht es gut für den SV Morlautern in Sachen Klassenverbleib aus. Zumal ja auch noch eine weitere Freitagabendpartie auf dem Programm steht.