Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern als Pfälzer Games-Standort? Förderung der Gamesbranche zeigt Früchte

Ein Teil des Teams der Hochschule Kaiserslautern in Köln (von links): Nils Richter, Laura Völp, Laura Marie Reinwarth, Marcel Ad
Ein Teil des Teams der Hochschule Kaiserslautern in Köln (von links): Nils Richter, Laura Völp, Laura Marie Reinwarth, Marcel Adam und Margaux Anne Arnu.

Während der Gamescom zeigen nicht nur Spielehersteller, an was sie in den vergangenen Monaten so gearbeitet haben. Für Arbeitgeber und Bildungseinrichtungen ist die Messe ebenfalls interessant, um an junge Menschen zu kommen. Die Gelegenheit lässt sich der Studiengang Virtual Design der Hochschule Kaiserslautern nicht entgehen.

In der „Gamesstube Rheinland-Pfalz“ ist das Team der Hochschule Kaiserslautern zu finden – am Stand des Game Up! Rheinland-Pfalz, einem Netzwerk von Spieleentwicklern, Hochschulen und Institutionen. Im Gepäck haben die Mitarbeiter und Studenten der Hochschule Demos und Videos von studentischen Projekten aus dem Bereich Virtual Design. Marcel Adam, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule und Mitgründer eines Spieleentwicklungsstudios, steht am Messestand Rede und Antwort: „Natürlich wollen wir junge Leute auf unseren Studiengang aufmerksam machen. Aber ebenso wichtig ist es, uns mit anderen Hochschulen zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen.“

Ein weiteres Gesprächsthema in der „Gamesstube“ ist die 2021 angelaufene Förderung von Games-Projekten durch die Medienförderung Rheinland-Pfalz. In diesem Fördertopf des Landes ist seitdem ein kleiner Teil für Spiele reserviert – 2022 waren es rund 250.000 Euro. „Dank der Förderung beschäftigen sich viele Studierende damit, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen“, erzählen Adam und Lukas Speyer (ebenfalls von der Hochschule Kaiserslautern).

Games-Förderung in Rheinland-Pfalz: Ein guter Anfang

Der vergleichsweise einfache Zugang zu Fördergeldern ermögliche es Studenten, nach ihrem Abschluss etwas Eigenes auf die Beine zu stellen – „und vor allem in Kaiserslautern oder Rheinland-Pfalz zu bleiben“. Denn andere Bundesländer fördern die Gamesbranche schon länger – und mit deutlich höheren Summen. Nun sei in Rheinland-Pfalz aber ein guter Anfang gemacht, sagt Adam. Als Beispiel verweist er auf ein Start-up in Landstuhl: Beyond Worlds sei gerade dabei, ein Sammelkartenspiel zu entwickeln.

Adam sieht gute Chancen für Kaiserslautern, sich als Games-Standort zu etablieren – „der Medienförderung sei dank“. Das notwendige Know-how sei in der Stadt jedenfalls vorhanden. „Die Hochschule liefert genau das, was Spieleentwickler brauchen“, sagt Adam. Sein Kollege Nils Richter (Soft Spot:Games) hebt die Zusammenarbeit der Studiengänge hervor, denn nur so könnten Generalisten ausgebildet werden: „Schon im Studium entwickeln Informatiker und Designer bei uns etwas zusammen.“ Noch stecke die Gamesbranche in der Pfalz in den Kinderschuhen, doch seit Förderungsstart hätten sich laut Richter bereits immerhin sechs Gründer gefunden, die in der Region geblieben sind – er ist einer von ihnen: „Da ist gerade viel im Entstehen, und Kaiserslautern ist ein toller Start-up-Standort. Dort gibt’s viel Unterstützung.“ Beispielhaft nennt er das Gründungsbüro von Hochschule und Universität und das Business + Innovation Center (BIC).

Ideen für Kaiserslautern

Wenn die Förderung für junge Spieleentwickler erhalten – oder besser noch ausgebaut – werde, könne in der Stadt etwas Tolles entstehen. Dann müssten die kreativen Köpfe nicht alle als Angestellte enden oder das Bundesland wechseln. Eine Idee sei, wird in der „Gamesstube“ kolportiert, dass der Studiengang Virtual Design sich in einer Art Showroom im früheren Kaiserslauterer C&A-Gebäude präsentiert. Die Immobilie in der Eisenbahnstraße wird derzeit umgebaut und soll ein Treffpunkt für Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger werden.

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