Mölschbach
In Mölschbach wächst die Vorfreude auf die 800-Jahr-Feier 2022
Bereits jetzt wirft das Ereignis seine Schatten voraus. „Eine solche Veranstaltung will organisiert sein“, sagt Walter und gibt sich zuversichtlich, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis dahin ihre Wirkung zeigen und Menschen sich wieder begegnen und miteinander das Jubiläum feiern können.
Zur Vorbereitung des Jubiläumsjahres beabsichtigt er, die politischen Parteien, ortsansässige Vereine, die freiwillige Feuerwehr, den Forst, die beiden Kirchen und die Kindertagesstätte mit ins Boot zu nehmen. Ende Februar, Anfang März soll die erste gemeinsame Sitzung in der Turnhalle stattfinden. Weiter plant Walter, die 1994 von Ernst Asel, einem seiner Vorgänger, verfasste Ortchronik über Mölschbach zu ergänzen und neu aufzulegen. Die Chronik sei zwischenzeitlich vergriffen. „Wir wollen sie auf den neuesten Stand bringen und sie einer bereits lebhaften Nachfrage von Interessenten und Neubürgern nicht vorenthalten.“ Auch denkt Walter an die Erarbeitung einer Ausstellung, die über das Leben in Mölschbach informiert.
Kontakt zur Partnergemeinde soll weiter gepflegt werden
Unter den vielen Gästen, die der Ortsvorsteher zum Jubiläum erwartet, werden auch die französischen Freunde der Mölschbacher aus der Partnergemeinde Douzy in den Ardennen sein. Im Sommer, spätestens im Herbst dieses Jahres hat Walter eine Bürgerfahrt nach Douzy ins Auge gefasst. Da Corona einer deutsch-französischen Begegnung im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, soll die Begegnung dieses Jahr in Douzy stattfinden. „Wir wollen den Kontakt nicht abreißen lassen, ihn auch in schwierigen Zeiten pflegen und intensivieren“, betont Walter. Dazu sei auch die Jugend eingeladen. Sie sei es, die die Freundschaft weiter am Leben halten solle.
„Plus-Minus“ lädt zum Diskutieren und Sinnieren ein
Ein Zeichen dafür, dass die Skulptur „Plus-Minus“ von Erika Inger, einer Künstlerin aus Südtirol, an ihrem Standort nahe der 1891 historischen Leopoldslinde große Beachtung findet, wertet Walter Menschen, die vor den beiden Sandsteinblöcken stehen bleiben und sie genau unter die Lupe nehmen. Unter ihnen seien auch auswärtige Besucher, die extra wegen des im Rahmen des Bildhauersymposiums geschaffenen Kunstobjekts nach Mölschbach kommen. „Die Skulptur soll uns daran erinnern, wie wichtig die Kommunikation und das persönliche Gespräch untereinander sind“, so Walter. Gleichzeitig drücke die Darstellung Hinwendung, Empathie und Freundschaft aus. Werte, die die Mölschbacher an eine über 50-jährige und noch immer aktive Freundschaft zur französischen Partnergemeinde Douzy erinnerten. Um die Skulptur nicht nur im Stehen anschauen zu können, beabsichtigt Walter auf der Rasenfläche eine Bank aufstellen zu lassen.
Wie mühsam es für den Ortsbeirat war, bei der Verwaltung ein Gerät für einen Spielplatz in der Ortsmitte in Auftrag zu geben, belegt er mit einer Kinderrutsche, die jetzt im Frühjahr installiert werden soll. Bei 13.000 Euro habe der Kostenvoranschlag der Verwaltung für die Rutsche gelegen. „Geld, das wir im Haushalt nicht zur Verfügung hatten.“ Eine Rutsche für 4500 Euro sei aus Haftungsgründen von der Verwaltung abgelehnt worden, gleichwohl das Gerät seit Jahren in Trippstadt gute Dienste leiste. Für das Frühjahr stellte Walter für den Friedhof einen Handwagen zum Transport von Grabbepflanzung in Aussicht.
Bürger befragt: Und was meinen Sie?
Roswitha und Karlheinz Christian wohnen seit 20 Jahren in Mölschbach. „Wir haben lange zentral in der Stadt gelebt und wollten aufs Land“, blickt Roswitha Christian zurück. In Mölschbach hat die Familie in der Wilensteiner Straße ein passendes Haus mit Garten gefunden. Man sei ja schnell in der Stadt, aber „hier wohnen wir in der Natur, leben ruhig und abseits vom Verkehrslärm“. Allein das Unwetter, das 2006 den Ortsbezirk in wenigen Minuten überflutete, hätte die Familie nicht gebraucht. „Wir kamen noch glimpflich davon.“
In seinem Garten baut das Ehepaar Gemüse und Obst an. Dankbar ist Roswitha Christian für das Dorflädchen von Heike und Heiko Juner. Sie lobt die täglich frischen Backwaren und das Angebot der Metzgertheke. Der Dorfladen sei nicht nur ein Lebensmittelversorger, er sei auch ein Kommunikationstreffpunkt. Jetzt, wo die Sternsingeraktion coronabedingt habe anders als in den Vorjahren laufen müssen, habe sich die Familie Juner bereiterklärt, im Laden eine Spendenbox aufzustellen, freut sich Christian. „Das Sternsingen hat in Mölschbach eine lange Tradition“, verweist die Katholikin auf eine gelebte Ökumene in Mölschbach.
Hoffnung auf eine Wanderführer-Neuauflage
Als Mitglied im Gemeindeausschuss der Pfarrei Maria Schutz, zu der die Gemeinde St. Blasius in Mölschbach gehört, engagiert sich Roswitha Christian zusammen mit Cornelia Parent in der Gemeinde St. Blasius. Auch wenn die Gottesdienste in der im neubarocken Baustil und denkmalgeschützten kleinen Kirche in der Stüterhofstraße weniger geworden sind, sei die Kirche noch immer ein beliebter Anlaufpunkt. „In diesem Jahr begeht die Kirche St. Blasius ihr 90. Jubiläum. Mal schauen, was Corona an Feierlichkeiten zulässt.“ Kirchliche Anlässe würden in Mölschbach gemeinsam begangen, erinnert sie an Gemeindefeste, das Martinsfest und an das ökumenische Krippenspiel.
Angetan ist Roswitha Christian von den Spazier- und Wandermöglichkeiten um Mölschbach. Erst jüngst hatte sie einen Prospekt aus dem Jahr 1999 in Händen, der über Wanderwege informiert und sie zum „Balkenbrunnen“ geführt hat. „Wäre schön, wenn der Prospekt aktualisiert und wieder neu aufgelegt würde.“ Als ein Winterparadies habe sich Mölschbach in den vergangenen Tagen präsentiert, als viel Schnee die Natur bedeckt hat.
Ein Kompliment macht sie der neu aufgestellten Skulptur aus Sandstein in der Ortsmitte: „Sie ist ein Hingucker!“ Was Roswitha Christian vermisst, ist eine Gaststätte, ein lokaler Treffpunkt für Einheimische und Gäste.