Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Goldene Ananas statt Aufstiegsrunde

Stützen ihren Kameraden Robin Egelhof, der mit Schmerzen vom Feld humpelt: Theo Megalooikonomou (links) und Sebastian Bösing vom
Stützen ihren Kameraden Robin Egelhof, der mit Schmerzen vom Feld humpelt: Theo Megalooikonomou (links) und Sebastian Bösing vom TuS Dansenberg.

Ziel erreicht, aber keine Chance auf die Aufstiegsrunde: Ein Punkt hätte dem TuS Dansenberg im Nachholspiel am Dienstag beim TSB Heilbronn-Horkheim gereicht, um den Einzug in die Aufstiegsrunde zur Zweiten Handball-Bundesliga perfekt zu machen. Am Ende wurden es sogar zwei, aber sich mit den Besten messen dürfen die Schwarz-Weißen trotzdem nicht.

Wie berichtet, hat der Verein aus Kostengründen auf die Meldung zur Aufstiegsrunde verzichtet und peilt nun die Qualifikation für den DHB-Pokal an. Wirklich glücklich damit ist keiner.

Der 34:30-Erfolg beim TSB Heilbronn-Horkheim war teuer erkauft. Rückraumspieler Robin Egelhof bekam bei einem Sprungwurf einen Kontakt und kam äußerst unglücklich auf. An Weiterspielen war nicht mehr zu denken. „Wenn sich ein Spieler wie Robin in einem Spiel, in dem es im Prinzip um nichts mehr ging, schwer verletzt haben sollte, dann wäre das sehr bitter und alles andere bedeutungslos“, konstatierte Dansenbergs Kapitän Sebastian Bösing. Einen Tag später hatten Egelhof und seine Mannschaftskameraden Gewissheit: Er hat sich das Kreuzband gerissen.

Während die SG Leutershausen im Endspurt Nerven zeigte und die letzten drei Spiele der Hauptrunde verlor, machte der TuS Dansenberg die sportliche Qualifikation am Dienstagabend auf den letzten Drücker noch klar. Die Schwarz-Weißen lagen bereits zur Halbzeit mit 18:9 (30.) vorne und gaben die Führung bis zum Schluss nicht mehr ab.

Rückblick

Das Ziel, sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren, war nach der 24:40-Niederlage im Spitzenspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen II am 20. Februar zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt und nicht mehr aus eigener Kraft zu erreichen. Die Meldung zur Aufstiegsrunde hätte bis zum 1. März erfolgen müssen. „Fakt ist, dass wir uns aufgrund der damaligen Ausgangslage dazu entschieden haben, aufgrund der Kosten nicht für die Aufstiegsrunde zu melden. Es ist jetzt, wie es ist“, erklärte Teammanager Alexander Schmitt nach dem nicht mehr für möglich gehaltenen Sprung auf Platz drei.

„Nach der Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen war die Kritik absolut berechtigt, aber die Runde ist nun mal erst beendet, wenn alle Spiele gespielt sind. Trotz widriger Rahmenbedingungen haben wir in den letzten Wochen gezeigt, was in uns steckt. Umso mehr bin ich stolz auf meine Mannschaft, dass wir das noch geschafft haben. Marco Sliwa hat da sportlich und menschlich einen super Job gemacht, auch wenn die Situation zwischenzeitlich aussichtslos erschien“, so Bösing.

Trainerwechsel

Es war das erklärte Saisonziel des TuS Dansenberg, sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Um dieses Ziel nicht zu gefährden, trennte man sich mitten in der Saisonvorbereitung von Trainer Steffen Ecker. Der gebürtige Saarländer hatte die Mannschaft zwei Jahre zuvor übernommen und in seiner ersten Saison als Cheftrainer in der Dritten Bundesliga Süd auf den dritten Platz geführt. Bis zum vorzeitigen pandemiebedingten Abbruch der letzten Saison grüßten die Westpfälzer mit drei Siegen aus drei Spielen ungeschlagen von der Tabellenspitze. In der Aufstiegsrunde kam die Mannschaft über die Gruppenphase nicht hinaus, was Ecker dann Wochen später zum Verhängnis wurde. Man traute dem A-Lizenzinhaber offensichtlich nicht mehr zu, die Mannschaft zum Erfolg zu führen.

Dem neuen Trainer Kai Christmann blieben nur knapp vier Wochen Zeit, um der Mannschaft seine Philosophie zu vermitteln. Nach dem Traumstart mit fünf Siegen in Folge grüßten die Dansenberger gemeinsam mit den Rhein-Neckar Löwen II von der Tabellenspitze. Nach dem vorzeitigen Karriereende von Toptorhüter Kevin Klier fehlte den Westpfälzern schon früh in der Saison ein wichtiger Leistungsträger.

Wechselspiel geht weiter

Mit Nachfolger Matic Gercar im Kasten verlor Dansenberg von neun Spielen vier, zur Winterpause folgte die Trennung. „Kein Herz, keine Einstellung. Schuld sind immer die anderen. So kann es definitiv nicht weitergehen“, grollte Schmitt nach der Hinrunde. Kurz darauf wurde verkündet, dass man den Vertrag mit Trainer Kai Christmann nicht mehr verlängern werde. Dieser verspürte offenbar wenig Lust, den zahnlosen Tiger zu geben und stellte sein Amt nur zwei Wochen später zur Verfügung. Das Tischtuch zwischen ihm und Teilen der Mannschaft war zu diesem Zeitpunkt bereits zerschnitten. Chefscout Marco Sliwa, der die Mannschaft einst in die Dritte Bundesliga geführt hatte, übernahm und lotste sie auf Rang drei.

Dass der TuS Dansenberg nicht für die Aufstiegsrunde gemeldet hatte, hatte die Mannschaft vor den entscheidenden Spielen laut RHEINPFALZ-Informationen aus der Presse erfahren. Statt um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga geht es in der nun anstehenden Pokalrunde um die goldene Ananas. Dass der Wettbewerb keinen hohen Stellenwert genießt, hat der DHB bereits unfreiwillig dokumentiert: Modus und Rahmenbedingungen stehen noch immer nicht fest.

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