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FCK-Kolumne Betze-Geflüster: Und wieder eine Trainerdebatte
Klare Ansagen. Lautstarke Kommandos. Sehr konkrete Anweisungen an seine Spieler. „Anas, schau’ auf Zucki“, ruft Boris Schommers energisch Richtung Mittelfeldspieler Bakhat. Und weiter: „Zumachen!“
Der Trainer des 1. FC Kaiserslautern beobachtet die intensive, flotte Nachmittagseinheit seiner Mannschaft am Freitag aus leicht erhöhter Position. Von der Tribüne aus am „Betze“-Trainingsplatz vier. Die Vorbereitungen des ehrgeizigen Drittligisten auf die wichtige Partie am Sonntag bei Türkgücü München (14 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de und bei Magenta-Sport) laufen auf Hochtouren. Schommers wird im Stadion an der Grünwalder Straße, wo Türkgücü die Partie gegen die Roten Teufel austrägt, unter besonderer Beobachtung stehen. Unter besonderer Beobachtung der Öffentlichkeit, die nur durch die Medien etwas über diese Begegnung des zweiten Drittliga-Spieltags erfährt. Denn das Spiel findet vor leeren Rängen statt. München ist aktuell ein Corona-Hotspot. Deshalb dürfen dort keine Zuschauer ins Stadion.
Diesmal knistert es auch ohne Fans im Stadion
Aber auch ohne Fans ist für einiges Knistern gesorgt bei dieser für beide Klubs besonderen Partie. Aufsteiger Türkgücü mit seiner erfahrenen Truppe um den 1,93 Meter großen Stürmer Petar Sliskovic (29) und den ehemaligen türkischen A-Nationalspieler und Kapitän Sercan Sararer (30) freut sich auf das Kräftemessen mit dem traditionsreichen Bundesliga-Gründungsmitglied vom „Betze“.
Und rund um den FCK wird in diesen Tagen wieder einmal eine öffentliche Trainerdebatte geführt. Tenor: Steigen die Roten Teufel mit Boris Schommers als Chefcoach auf? Oder ist nach einer 0:1-Niederlage am ersten Spieltag gegen Zweitliga-Absteiger Dresden bei 37 verbleibenden Runden schon wieder gar alles grau und düster auf dem herbstlich gewordenen Betzenberg? Wegen dieser Debatte, die letztlich durch ein intern von Ex-Meisterspieler Martin Wagner gewünschtes Ultimatum für Schommers mächtig Fahrt aufgenommen hat, steht der 41 Jahre alte Trainer am Sonntag in München besonders im Blickpunkt.
Es klemmt beim Toreschießen
Und das schon am zweiten Spieltag nach einer sehr ordentlichen Restrunde 2019/20 im Anschluss an die coronabedingte Zwangspause der Liga. Es hapert beim Abschluss, es klemmt beim Toreschießen. Ausgerechnet. Chancen waren beim DFB-Pokal-Aus nach Elfmeterschießen gegen Zweitligist Regensburg vorhanden und auch gegen Dresden, das nach Platzverweis gegen den Ex-Lauterer Paul Will mehr als eine Halbzeit nur zu zehnt spielte. Aber dafür um so defensiver. Die Lauterer Lösungsansätze indes griffen nicht, führten nicht zu Zählbarem.
Ein stets gut aufgeheiztes Umfeld
Schommers will wegen vertaner Chancen nicht auf seine Spieler „eindreschen“. Aufmunterung ist angesagt. Ruhe bewahren. Der 41-Jährige ist überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Über die Besetzung des Mittelfelds wird seit Tagen debattiert. Es ist noch nichts in Stein gemeißelt, zumal noch Offensivspieler kommen sollen und das Verletzungspech zugeschlagen hat.
Es ist typisch für den FCK und sein stets gut aufgeheiztes Umfeld, dass, kaum ist es Herbst, eine Trainerdebatte entfacht wird. Fast alle Jahre wieder. Und Schommers ist seit genau einem Jahr und einer Woche FCK-Coach. Würde es ein anderer besser machen? Wie immer Hypothese. Sportdirektor Boris Notzon indes betont: „Wir stehen hinter Boris Schommers.“ Dennoch: Es wird wichtig in München. Es wird klare Ansagen geben. Und gut hörbare.
