Ramstein
Bodo Bach gastiert im Congress Center
Bach tourt aktuell mit seinem Programm „Das Guteste aus 20 Jahren“ durch die deutschen Lande – oder wie er es nennt: Er ist auf Welttournee durch Deutschland. Dabei legte er vom ersten Moment an direkt und mit voller Kraft los. Schnell erntete er dann auch die ersten Lacher im nahezu ausverkauften CCR, wo die Stimmung entsprechend auch bald merklich zu steigen begann.
So erzählte er etwa von Onkel Hans, einem passionierten Mittelspurfahrer, der hinterher gerne feststellte, dass der Stau ja nur hinten blöd sei, vorne geht’s. Solche Leute kennt man, da gab’s schonmal ein paar wohlwissende „Nicker“ zum Gelächter im Publikum. Bach interagierte dabei von Anfang an mit seinen Besuchern und erklärte dazu beispielsweise, dass die erste Reihe in einem Comedy-Programm nicht ganz so das Wahre sei – da bekäme man halt manchmal so einiges ganz direkt ab. In diesem Fall nutzte Bach aber ganz angenehm die Gelegenheit, sich zwei jungen Besuchern ganz vorne (und damit dem gesamten Publikum) ordentlich vorzustellen. Da erfuhr man dann auch, dass Bach nicht mehr ganz so jung ist, er tatsächlich schon „63 Jahre und 36 Monate alt“ sei und aus Offenbach bei Frankfurt in Hessen stamme.
Geschichten aus dem Leben
Dass Bach sich – vielleicht gerade bedingt durch sein erfahrungsreiches Leben – über vieles Gedanken macht, wurde schnell klar, denn er hatte aus seinem Leben inklusive inzwischen 23 Jahren Bühnenerfahrung so etliche Geschichten auf Lager. Dabei wurden auch die späten Phasen thematisiert, und er kam recht schnell auf das Thema Rente zu sprechen. Schließlich sei er ja jetzt, mit 66 Jahren, schon im besten Rentenalter. Ein Blick auf andere in dieser Situation erwies sich bei aller Problematik und Ernsthaftigkeit des Kernthemas als durchaus amüsant. Da philosophierte er zum Beispiel gemeinsam mit dem Publikum darüber, welche Berufe man denn überhaupt noch bis ins hohe Alter ausführen könne. Papst und König seien da vielleicht noch drin, aber wie sieht es wohl bei Dachdeckern, Tätowierern, Messerwerfern und Stripperinnen aus...
Auch ein Blick in die Vergangenheit ist bei alledem natürlich drin. Bodo Bach, der eigentlich Robert Treutel heißt und in Frankfurt geboren wurde, hatte seine Anfänge beim Radio mit dem bekannten Spruch „Ich hätt’ da gerne emal ein Problem“. Damals machte Bach die beliebten Telefonstreiche, auf die er nach der Auftrittspause auch in Ramstein in einer Art Flashback zurückkam. Er habe an die 1000 Telefonate dieser Art geführt, und 50 davon seien richtig gut gewesen. Dies bewies er dann auch gleich mit einem projizierten Einspieler aus dem Jahr 2006. Da beschwerte er sich, dass sein neuer Rucksack undicht sei – weil die 24 Liter Bier darin auslaufen würden...
Vom Sprung auf die Bühne
Es blieb freilich nicht nur beim Telefonischen. Um die Jahrtausendwende herum gelang dem einnehmend-sympathischen Hessen, dem (wie er mehrfach betonte) horoskopmäßigen „Skorpion mit Aszendent Pulverfass“, der erfolgreiche Sprung auf die Bühne. Und dort verriet Bach, wieder ganz in der Gegenwart, sein Geheimrezept, woher auch nach vielen Jahren noch Material für seine Shows bekommt. „20 Jahre dummes Zeug auf der Bühne erzählen, dass schafft man nicht alleine“, meinte Bach und gab dabei Geschichten von seinem hier indirekt helfenden guten Freund Lutz zum Besten, die jede für sich für Szenenapplaus im CCR sorgten. „Ich muss nur gucken, was der treibt, dann hab ich was zu erzählen“, so der Komiker.
Auch Bachs Ehefrau Gerda, mit der er schon seit über 30 Jahren verheiratet sei, habe einen großen Anteil an seinem Programm und sei für ihn eine kongeniale Partnerin in seinen Geschichten. So gingen die beiden beispielsweise während des Lockdowns (da hatte man schließlich ja mal genug Zeit zu renovieren) zu Ikea, und da fragte er sich, wozu es eigentlich diese „Markthalle“ brauche, die doch nur ein „Staubfänger-Eldorado“ sei. Kein Wunder auch, dass für ihn Ikea für „Ich kriege einen Anfall“ stehe.
Es sind eben diese Alltags-Comedy-Situationen und -Beschreibungen, die Bachs Geschichten zeitlos machen. „Es sind Geschichten, die ich selber erlebe, ich erfinde nichts, nur manchmal übertreibe ich ein bisschen“, erklärte Bach angesichts der Ikea-Episode, die wiederum vom zufriedenen Publikum mit Nicken und viel Applaus goutiert wurde. Zeitlosigkeit im Inhalt, Nachvollziehbarkeit beim Publikum, und nicht zuletzt komödiantisches Können, wie es Bach an den Tag legte – das kam gut an, das machte diesen Auftritt Bachs zu einem vollen Erfolg.