Kaiserslautern
Benefizturnier mit FCK-Traditionself bringt über 20.000 Euro für Erdbebenopfer
Es war ein trauriger Anlass, der am Freitag viele Hundert Menschen in Hohenecken zusammenführte. Durch ihre Anteilnahme und großzügigen Spenden ließen sie die Aktion aber zu einem eindrucksvollen Erlebnis und Erfolg werden. Natürlich waren viele der Besucher gekommen, um das Spiel der Traditionsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern gegen ein Allstar-Team zu sehen. Die Elf der Roten Teufel war mit zahlreichen ehemaligen Bundesligaspielern angetreten. Mit von der Partie waren unter anderem Thomas Riedl, Alexander Bugera und Florian Dick.
Littig führt in kurzärmligem Trikot durchs Programm
Zu Recht kündigte Michael Littig das Fußballspiel als „sportlichen Höhepunkt“ der Benefizveranstaltung an. Der bekannte Kaiserslauterer Unternehmer führte an diesem Februarabend durchs Programm, mit viel Elan und im kurzärmligen Trikot. „Es ist eine tolle Sache, dass wir heute zusammengekommen sind“, zeigte sich Littig beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft der Besucher. Dass die Benefizveranstaltung so erfolgreich über die Bühne ging, daran hatte Littig großen Anteil. War er doch maßgeblich an der Organisation beteiligt. „Der Impuls zu dieser Veranstaltung“ sei aber von Ugur „Uggi“ Omurca ausgegangen, betonte Littig. So habe ihn „Uggi“ am Tag nach dem schweren Erdbeben angerufen und gefragt, „ob wir nicht etwas tun können“. Danach nahmen die Dinge ihren Lauf und führten zu dieser eindrucksvollen Veranstaltung.
Impulsgeber Omurca überzeugt als Auktionator
„Mega stolz“ sei er, dass die Benefizaktion solch eine große Unterstützung gefunden habe, sagte Ugur Omurca und erzählte, dass er, als er von dem schrecklichen Erdbeben erfahren habe, sofort daran gedacht habe, etwas für die davon betroffenen Menschen zu tun. Ganz wichtig für den Erfolg dieses Hilfsprojekts sei es gewesen, dass er Michael Littig dafür habe gewinnen können, sagte der 31-Jährige, der vor dem Spiel der Traditionsmannschaft sein Talent als Auktionator zeigte. Omurca versteigerte nämlich Bilder und Trikots. Dabei gelang ihm ein bemerkenswerter Coup, mit einem Trikot des amtierenden türkischen Fußballmeisters Trabzonspor. Nach einem Anfangsgebot von 250 Euro nahm die Versteigerung einen rasanten Verlauf und endete mit dem Topgebot von 1500 Euro. Ersteigert hatte das Trabzontrikot Kubilay Uluc, der Präsident des VfR Kaiserslautern. „Meine Eltern stammen aus Trabzon“, sagte Uluc und fand die Veranstaltung „wunderbar“.
Türkische Gemeinde Kaiserslautern spendet großzügig
Dass die Hilfsaktion so große Resonanz fand, hing natürlich auch mit der türkischen Gemeinde in Kaiserslautern zusammen, die überaus zahlreich vertreten war und großzügig spendete. Unter den türkischstämmigen Besuchern waren auch einige, die Angehörige bei der Naturkatastrophe verloren haben. Zu ihnen gehörte der Fußballer Murat Sahin, der mit seiner Mannschaft Fatihspor Kaiserslautern ein Blitzturnier bestritt, an dem auch der VfR Kaiserslautern und die SpVgg Mehlingen teilnahmen.
Gespielt wurde auf dem Gelände des TuS Hohenecken, der als Gastgeber einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung leistete. „Wir haben direkt zugesagt, als wir gefragt wurden, ob das Benefizturnier bei uns stattfinden könne“, sagte Matthias Reh vom TuS Hohenecken und zeigte sich beeindruckt „von der großen Leistung der Veranstalter“, diese Hilfsaktion „so schnell auf die Beine zu stellen“. Als dann Matthias Reh im Namen des Vereins Michael Littig einen Scheck über 1000 Euro überreichte, kommentierte Letzterer diese großzügige Spende mit den Worten: „Jetzt haben wir die 10.000-Euro-Marke geknackt.“ Wie Michael Littig am Sonntag informierte, kamen insgesamt über 20.000 Euro zusammen. Die Erlöse aus der Hilfsaktion werden, so Omurca, an die „Stiftung Deutsche Stiftungskultur“ gehen, die dafür sorgen werde, dass sie effizient im Katastrophengebiet verwendet werden.
Torreicher Höhepunkt auf dem Rasen
Den Abschluss des Benefizturniers bildete das Fußballspiel der Traditionself gegen die Allstars. Dabei wurden die Zuschauer mit vielen Toren verwöhnt. Am Ende siegte das Team vom Betzenberg mit 7:4. Bei allem sportlichen Ehrgeiz habe „der gute Zweck im Vordergrund gestanden“, erklärte Thomas Riedl nach der sehenswerten Partie.