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„Auf Wiedersehen! Der RSC Kaiserslautern verabschiedet sich“
29 Jahre lang war Theo Augstein Vorsitzender des RSC. Von den einst 140 Mitgliedern blieben am Ende noch 35 übrig. Schon 2017 sagte Augstein im RHEINPFALZ-Gespräch: „Wir sind ein Altherren-Club.“ Der 75-Jährige hatte rechtzeitig vor der Mitgliederversammlung im August angekündigt, dass er und seine Mitstreiter für eine neuerliche Wiederwahl nicht zur Verfügung stünden. Und weil sich auch sonst niemand fand, die Geschicke des RSC zu lenken, war die Vereinsauflösung die logische Konsequenz.
Lang, lang ist’s her
Die Glanzzeiten liegen lange zurück. Augstein erinnert sich fast etwas wehmütig an die Deutschen Querfeldein-Meisterschaften am Wildgehege Betzenberg im Jahr 1967, das Rennen „Rund um Karstadt“, den Altstadt-Grand-Prix oder unzählige organisierte Touren. Zuletzt war der RSC noch in die Aktion „Stadtradeln“ eingebunden. Sein letztes offenes Rennen hat der RSC 2007 in Dansenberg veranstaltet. Die Startlisten der letzten Rennen lesen sich wie das Who’s who des deutschen Radrennsports: Marcel Kittel, John Degenkolb oder die Gebrüder Udo und Hartmut Bölts. Namen für die Geschichtsbücher.
Nur wenig Unterstützung
Radsport sei ein harter und trainingsintensiver Sport, trainiert werde draußen, bei Wind und Wetter. Das schrecke viele junge Leute ab, den Weg zum Radsport zu finden, nennt Augstein Gründe für das stetig nachlassende Interesse. Zudem sei es schwierig, in der Fußballstadt Jugendliche für den Radsport zu begeistern, vor allem dann, wenn seitens der Stadt nur wenig Unterstützung zu erwarten ist, so Augstein. Das hielt neben dem früheren RSC-Fahrer Jan van Eijden, der heute die englische Bahn-Nationalmannschaft betreut, auch eine Athletin nicht davon ab, beim RSC eine Weltkarriere zu starten: Miriam Welte, die im Juli 2001 dem RSC beigetreten war und bis 2012 aktiv für den Verein, bei dem sie später Ehrenmitglied wurde, Rennen gefahren ist.
Eine lange Tradition
Dass Radsport in Kaiserslautern eine lange Tradition hat, beweist ein Blick in die Geschichtsbücher. So befand sich auf der Eselsfürth bereits vor 120 Jahren eine ausladende Radrennbahn. Das Gelände war so großzügig konzipiert, dass 1905 der FC Palatia, einer der Vorgängervereine des heutigen 1. FCK, das Gelände innerhalb der Radrennbahn als Sportplatz gepachtet hatte. Es war der erste offizielle Fußballplatz in der Barbarossastadt.
15 wackere Mitglieder
Gerade mal 15 wackere Mitglieder fanden sich zur außerordentlichen Mitgliederversammlung ein, um die Auflösung des Vereins zu beschließen. Bis zur endgültigen Löschung aus dem Vereinsregister bleibt die alte Vorstandschaft kommissarisch im Amt, um die letzten Formalitäten abzuwickeln. Der Sport in Kaiserslautern ist dann endgültig um eine Facette ärmer.