Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Triple-Sieger VfR Grünstadt II

Viel zu jubeln: VfR Grünstadt.
Viel zu jubeln: VfR Grünstadt.

Nach nur einem Jahr Zugehörigkeit zur B-Klasse Rhein-Pfalz Nord wird die zweite Herren-Fußball-Vertretung des VfR Grünstadt in der kommenden Saison 2023/24 wieder in der A-Klasse Rhein-Pfalz um Punkte kämpfen. Souverän schaffte die Mannschaft von Spielertrainer Jens Benda nicht nur die Meisterschaft, sondern wurde auch Kreispokal-Sieger.

Immerhin eliminierte die zweite VfR-Equipe, in der eine gute Kameradschaft herrscht, gleich vier klassenhöhere Teams aus dem Pokalwettbewerb, siegte gegen die A-Ligisten DJK Eppstein (1:0), ASV Hessheim (1:0) und FC Arminia Ludwigshafen II (2:0). Das Finale gewann das Team um Mannschaftskapitän Timo Siegmeier auf neutralem Feld in Lambsheim gegen den A-Ligisten von SG Maudach nach Treffern von Baris Durmaz (35.) und Deniz Ali (61.) mit 2:1.

Fast nur Siege

In der Verbandsrunde errang Grünstadt II von 28 Spielen 24 Siege, bei drei Begegnungen traten die Gegner nicht an (die Punkte gingen mit dem jeweiligen Ergebnis von 2:0 an den VfR). Einmal musste sogar der VfR absagen (am vorletzten Spieltag befanden sich nämlich alle Titel- und Pokalhelden in Budapest, um dort gebührend Titel und Pokalsieg zu feiern). Das Team konnte sich allerdings diese kampflose Niederlage leisten, die Meisterschaft stand nämlich bereits frühzeitig fest. Die drei Zähler gingen übrigens an den FV Freinsheim. Eine Rückrunden-Begegnung wurde nicht mehr ausgetragen, da der SC Bobenheim-Roxheim II nach der Hinrunde seine Mannschaft vom Spielbetrieb zurückzog. Das Hinspiel, das der VfR klar mit 5:0 gewann, blieb unbewertet.

„Ich bin sehr stolz auf meine Jungs für deren Engagement, Leistungen und Einstellungen“, freute sich Trainer Benda. Der 33-jährige Bauleiter sieht vor allen Dingen in einer konzentrierten Defensivarbeit den Garanten für den Erfolg. Benda: „In der gesamten Saison kassierten wir nur 25 Gegentore, diese Zahl sagt einiges über unser Abwehrverhalten aus.“ Benda: „Aus einer guten Defensive entwickelt sich ein erstklassiger Angriff.“ In den Saisons von 2015/16 bis 2021/22 gehörte die Elf, in der auch hie und da Aktive des Landesligateams, vor allem nach längeren Verletzungen, aushalfen und sich auf höhere Einsätze vorbereiteten, zur A-Klasse. Durch die Regelung in der Saison 2021/22 musste der VfR mit einem siebten Rang in der Abstiegsrunde, bedingt durch die Corona-Pandemie, mit MTSV Beindersheim, TuS Sausenheim und TSV Ebertsheim den bitteren Weg in die B-Klasse antreten.

Torjäger Durmaz

Doch das Saisonziel, die Erringung des Meistertitels mit dem Aufstieg in die A-Liga, wurde auf Anhieb souverän geschafft. Dazu trugen vor allen Dingen die Torjäger Ali Durmaz (15 Treffer), Timo Siegmeier (10), Kevin Klatt (8), Armin Hazbija Mujevic und Baris Durmaz (je 7) mit ihren Treffern bei. Die höchsten Siege gelangen gegen TSG Eisenberg II (8:0), beim benachbarten TuS Sausenheim und bei TuS Flomersheim (je 8:1). Bei insgesamt 28 Partien kamen beim Meisterteam folgende Akteure zu Einsätzen: Ali Durmaz (25 Spiele), Baris Durmaz und Thomas Siegmeier (je 24), Christoph Mock (23), Raphael Tresch und Kevin Klatt (je 22), Steven Bechtel, Dominik Tietz und Marco Ruth (je 20), Deniz Ali (18), Heiko Busch, Julian Mayer, Daniel Schmidt und Jonas Tebel (je 17), Marco Knell (13), Jan van Eck (12), Julius Lennart Neu (9), Armin Hazbija Mujevic (7), Abdullah Cosgun (6), Jens Benda (5), Florian Frank und Sven Spangenberger (je 4), Jan Marvin Dell, Max Henzel, Yannick Kranz, Patrick Nitzsche und Steffen Wohnsiedler (je 3), Tobias Fath, Leon Rene Heidenmann, Sead Herceg, Sören Müsel und King-Midas Ntem (je 2), Jurica Antonovic, Max Ferlemann, Christopher Lampert, Mo Mghames, Blind Rasho, Nico Scherer, Christopher Volbers, Tobias Waldenberger und Andre Zott (je 1).

Die Aushilfen

Interessant: Neben den eigentlichen VfR-Stamm-Keepern Marco Knell, Yannick Kranz, King-Midas Ntem und Sven Spangenberger mussten die Feldspieler Daniel Schmidt einmal und Jan van Eck zweimal als Torhüter einspringen. Das Saisonziel 2023/24 von Benda und Co. lautet natürlich zunächst Klassenerhalt und sollte eigentlich erreicht werden. Schließlich gehört die Erste Mannschaft des Rasenspielvereins zur überregionalen Landesliga Ost und so werden sich in der Zweiten immer wieder Spieler auf ihre Einsätze im Landesligateam vorbereiten. Somit dient das A-Klasse-Team als „Sprungbrett“ für manches Talent, das vielleicht sogar aus der dritten VfR-Vertretung, die der C-Klasse angehört, kommt.

Das Meisterteam des VfR Grünstadt II kann ein „Triple“ feiern. Erstens der souveräne Titelgewinn und Aufstieg in die A-Klasse Rhein-Pfalz, zweitens der Erfolg im Kreis-Pokal-Wettbewerb und drittens der erste Rang in der Fairplay-Tabelle. Das alles beweist nicht nur spielerische Stärke und Klasse, sondern ebenso eine gehörige Portion Fairness gegenüber dem Gegner. Kein einziger Platzverweis, keine gelb-rote oder gar rote Karte. Was noch auffällt: Im Team scheint vieles zu stimmen, da ist jeder für jeden da bei einer beispielhaften Kameradschaft und Harmonie par excellence. Das ist weit mehr wert, als alles andere … und bringt letztlich die Erfolge. Erinnerungen an Seppl Herberger werden wach. Die legendäre Vaterfigur und der Bundestrainer der Helden von Bern, 1954 erstmals Weltmeister, meinte nämlich: „Elf Freunde müsst ihr sein!“ Bei der „Zweiten“ des VfR sind es aber weit mehr, das haben Siegmeier und Co. in der zurückliegenden Saison deutlich bewiesen.

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