Obrigheim RHEINPFALZ Plus Artikel Rückschau und Ausblick: Große Sprünge sind nicht drin

Stefan Muth in der Küche der Kita Eisbachbande. Sie soll 2021 erweitert werden.
Stefan Muth in der Küche der Kita Eisbachbande. Sie soll 2021 erweitert werden.

Die Obrigheimer Grundschule ist die einzige in der Verbandsgemeinde Leiningerland, die von einer Ortsgemeinde verwaltet wird. Das Gebäude wurde 2020 saniert und die Endabrechnung steht noch aus. 2021 stehen der Bau von zwei Bushaltestellen im Ortsteil Colgenstein-Heidesheim und die Optimierung der Kita-Küche an. Bei knapp 6 Millionen Euro Schulden muss die Gemeinde sehr genau kalkulieren.

Die Obrigheimer Grundschule wurde in den vergangenen Monaten energetisch und brandschutztechnisch auf den neusten Stand gebracht und auch in Sachen Digitalisierung auf die Zukunft vorbereitet. Von der Landesregierung, die die Modernisierung der technischen Ausstattung in Schulen fördert, erhielt Obrigheim 48.000 Euro. Darüber freut sich Ortsbürgermeister Stefan Muth (SPD) und kündigt an: „Für das Geld kaufen wir digitale Endgeräte wie ActivPanels kaufen.“ Gemeint ist damit die neuste Generation von Whiteboards – also dem digitalen Ersatz für die Kreidetafeln von einst. Außerdem sollen Dokumentenkameras sowie Lautsprecher und weiteres Zubehör angeschafft werden.

Ebenfalls über das Digitalpaket des Landes hat die Gemeinde 48 Tablets für Schulkinder finanziert – und zwei weitere aus einem anderen Fördertopf, der für soziale Härtefälle gedacht ist. Die Alla-Hopp-Stiftung habe weitere 20 Tablets beigesteuert, sodass die Grundschule nun 70 Geräte besitze, berichtet Muth. „Das wirkt sich zusätzlich positiv aus, wenn der Unterricht wieder zu Hause stattfinden soll“, ist der Ortsbürgermeister überzeugt.

Endsumme für Sanierung steht noch nicht fest

Was die Gemeinde letztlich für die Generalsanierung des Schulgebäudes zahlen muss, steht noch nicht fest. Im Vorfeld wurde mit rund 1,5 Millionen Euro gerechnet. Es habe Fördergeld-Zusagen und Bescheide aus verschiedenen Töpfen gegeben, aber „wir wissen die Endsumme noch nicht“, sagt Muth. Fest steht bereits: Auch der Schulhof muss neu gemacht werden, weil er durch die Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Zu den Projekten im vergangenen Jahr gehörten laut Muth auch der Austausch von Heizungen und die Sanierung eines Bads in den gemeindeeigenen Wohnungen. Die Gemeinde Obrigheim hat mehr als 2800 Einwohnern und verfügt über 16 Wohnungen sowie zwei Wohnhäuser. 2020 erfolgte auch der Endausbau im Neubaugebiet Baumgarten mit der Fertigstellung von Straßen und der Begrünung. „Auch die Endabrechnung steht noch aus“, sagt Muth. Im Baumgarten wurden 2014 die ersten Häuser gebaut und 80 Bauplätze fanden zügig Abnehmer.

15.000 für Böden und Wände im Bürgerhaus

Dieses Jahr soll das Obrigheimer Bürgerhaus für 15.000 Euro renoviert werden, es liegen Arbeiten wie das Abschleifen und Neuversiegeln der Parkettböden und frische Innenanstriche an. Beides sei schon lange geplant gewesen, erklärt Muth. Es habe nichts mit der Unterbringung der Schulkinder im Bürgerhaus zu tun. Sie waren dort während der Arbeiten am Schulgebäude unterrichtet worden. Auch die kleine Parkanlage südlich des Bürgerhauses soll dieses Jahr eine Auffrischung erhalten.

Außerdem steht für 2021 die Sanierung der Friedhofshallen in Albsheim und Obrigheim an. In Albsheim müsse die Holzkonstruktion am Außengebälk gestrichen, in Obrigheim die gesamte Außenfassade des Friedhofsgebäudes erneuert werden.

Baustellen sollen behindertengerecht sein

Auch mit den beiden schon länger geplanten Bushaltestellen in der Schloßstraße in Colgenstein-Heidesheim soll es dieses Jahr vorangehen. Sie werden einander gegenüber liegen und sollen im Bereich des Neubaugebiets Baumgarten beim dortigen Regenrückhaltebecken behindertengerecht ausgebaut werden. Hierfür gibt es bis zu 90 Prozent Zuschüsse vom Land. Wir warten noch auf eine Planfertigstellung und die Zusage der Förderung“, informiert Muth. Da es sich bei der Schloßstraße um eine Kreisstraße handelt, müsse das Vorhaben zudem mit der Kreisverwaltung und dem Landesbetrieb Mobilität abgestimmt werden.

„Sehr wichtig ist auch die Optimierung der Küche in der Kindertagesstätte“, sagt Muth. Sie wird wegen des neuen Kitagesetzes und wegen des Zuwachses an kleinen Neubürgern nötig. Zusammen mit dem Kita-Küchenpersonal und einem Großküchenplaner habe die Gemeinde „geguckt, was gemacht werden kann“. Es müssten ein weiterer Konvektomat, eventuell eine große Kühlzelle und verschiedene Küchengeräte angeschafft werden.

Für die Kita wird 2021 mit 125 Kindern gerechnet

Zum Konzept gehörten auch Anbauten an die Küche dazu. „Wenn wir alles zusammengestellt haben, soll ein Zuschussantrag gestellt werden“, kündigt Muth an. Zur Zeit besuchen ihmzufolge 105 Kinder die Einrichtung, 60 davon sind in der Ganztagsbetreuung. Bis Ende dieses Jahres wird mit 125 Kindern gerechnet, der Platz reicht dafür laut Muth aber „bisher noch aus“.

Die dem Doppelhaushalt 2020/21 zugrundegelegten Zahlen sind laut Muth „Makulatur, weil sich durch die Coronakrise die Einkommen- und Gewerbesteuereinnahmen wohl massiv ändern werden“. Die Schulden lagen Ende 2020 bei 5,8 Millionen Euro, große Sprünge kann die Gemeinde also nicht machen. Es bleibe abzuwarten, wie sich alles entwickele.

Spielplatz soll im Frühjahr eingeweiht werden

Ein Lichtblick: Der Spielplatz im Neubaugebiet Baumgarten ist nach langem Hin- und Her fast fertig. Freigegeben werden soll das 845 Quadratmeter große Gelände im Frühjahr, wenn das Gras angewachsen ist und als Fallschutz für die Spielgeräte dienen kann. Im Haushalt 20/21 wurden für den Platz laut Muth 170.000 Euro vermerkt. Eine Förderung sei bewilligt, sie liege bei 60 Prozent.

Die Serie

Die Neujahrsempfänge müssen dieses Jahr aus bekannten Gründen ausfallen. Deshalb haben wir uns aufgemacht, um persönlich mit den Bürgermeistern zu sprechen – darüber, was 2020 erledigt wurde und was 2021 ansteht. Wir ziehen mit ihnen Bilanz und blicken voraus.

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