Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach: Kaum Busfahrten für Nachmittagsbetreuung

Grundschulgebäude in Kirchheim: Hier werden die Jüngsten unterichtet. Standort für Dritt- und Viertklässler ist Kleinkarlbach.
Grundschulgebäude in Kirchheim: Hier werden die Jüngsten unterichtet. Standort für Dritt- und Viertklässler ist Kleinkarlbach.

Seit Jahren bietet die Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach eine Betreuung nach Unterrichtende an. Doch wenn Kinder aus Nachbarorten anschließend mit dem Bus nach Hause fahren wollen, gibt es kaum geeignete Verbindungen. Die Kreisverwaltung sagt: Daran lässt sich auch nichts ändern.

Wie kommt das eigene Kind von der Schule nach Hause? Mit dieser Frage beschäftigen sich alle Eltern, besonders, wenn es um die Einschulung geht. Doch nicht immer stehen Bus oder Bahn im geeigneten Umfang zur Verfügung.

Ein Beispiel ist die Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach. Schüler der ersten und zweiten Klasse in Kirchheim haben bis zwölf Uhr Unterricht. Dritt- und Viertklässler in Kleinkarlbach sitzen bis 13 Uhr vor der Tafel. Und für die Zeit danach – bis 14 oder 16 Uhr – gibt es schon seit 2008 das Programm „Betreuende Grundschule“. Es wird von der Verbandsgemeinde Leiningerland als Träger organisiert und finanziert. Für die Eltern fällt ein kleiner Beitrag für die Essensversorgung an. Auch um das Personal kümmert sich die Verbandsgemeinde.

Sehr lange Fahrzeiten mit Umsteigen

Ursula Roth aus Neuleiningen würde ihre sechsjährige Tochter gerne in die „Betreuende Grundschule“ schicken. Doch wer dort bis zum Ende bleibt und dann einen Bus braucht, hat ein Problem. Ein Blick in den Online-Fahrplan des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) offenbart das Dilemma. Zwischen 14 und 16 Uhr gibt es insgesamt drei Busverbindungen von Kirchheim nach Neuleiningen. Die erste beinhaltet einen Umstieg und braucht 36 Minuten. Die zweite hat drei Umstiege und benötigt über eine Stunde, und die dritte nimmt ebenfalls 30 Minuten in Anspruch – bei nur einem Umstieg.

Fällt ein Bus aus oder kommt nicht, wird’s kompliziert. „In dem jungen Alter haben die Kinder doch oft kein Handy“, sagt Roth. Zudem macht sie auf Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund aufmerksam. Diese seien oft gerade noch dabei, die deutsche Sprache zu erlernen, und hätten nicht die Möglichkeit, sich in Problemsituationen zu verständigen.

Nur nach Bissersheim geht’s schnell

Doch nicht nur nach Neuleiningen sind die Busverbindungen schwierig. Kinder, die von der Schule aus beispielsweise ins ebenfalls zum Sprengel gehörende Battenberg fahren möchten, sind nach Fahrplan fast eine Stunde lang in drei verschiedenen Bussen unterwegs. Geht die Reise von Kirchheim nach Kleinkarlbach, dauert die Fahrt im Schnitt 40 Minuten. Nur nach Bissersheim gibt es eine dreiminütige Busanbindung.

Ab der dritten Klasse wechseln die Schüler den Schulstandort, von Kirchheim nach Kleinkarlbach. Wer aus Bissersheim kommt und von Kleinkarlbach nach Hause möchte, muss zum Ende der Nachmittagsbetreuung eine halbe Stunde warten, bevor ein Bus fährt. Das Gleiche gilt für kleine Neuleininger, und eine Fahrt von Kleinkarlbach nach Kirchheim erfordert einen zweifachen Umstieg und dauert im Durchschnitt 40 Minuten.

Was macht man eigentlich ohne Auto?

Für Roth ein unhaltbarer Zustand. „Man hört ja oft von der Regierung, dass die Bevölkerung öffentliche Verkehrsmittel nutzen soll“, sagt sie. „Doch wie soll das gehen, wenn die Verbindungen nicht da sind?“ Für die engagierte Mutter auch eine wichtige Frage: „Was machen eigentlich diejenigen, die kein Auto besitzen?“

Die Rektorin der Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach, Sandra Hanauer, sagt hingegen: „Pro Tag wird sich an beiden Standorten um 80 bis 90 Schüler in der nachunterrichtlichen Betreuung gekümmert. Bisher hat es mit der Abholung der Kinder keine Probleme gegeben.“ Die Schulleiterin berichtet, dass die meisten Eltern ihre Kinder mit dem Auto von der Schule holen. Zudem hebt sie die Freiwilligkeit des Angebots hervor.

Laut VG bislang keine Beschwerden

„Kein Kind ist verpflichtet, bis zum Ende der Nachmittagsbetreuung zu bleiben“, sagt sie. „Wie lange das Kind in der Schule bleibt, entscheiden die Eltern.“ Kritik gebe es faktisch keine. „Hätten sich mehr Eltern gemeldet, wäre diese Angelegenheit längst aufgefallen.“ Ein Eindruck, den auch die Verbandsgemeinde Leinigerland bekräftigt. Deren Pressestelle teilt mit: Bisher habe es keine Beschwerden gegeben.

Zuständig für die Organisation des Öffentlichen Personennahverkehrs ist die Kreisverwaltung in Bad Dürkheim. Die teilt mit, dass eine Pflicht besteht, Schüler zur ersten sowie zur regulären letzten Stunde an Ganztagsschulen mit geeigneten Busverbindungen zu versorgen. Für Ganztagsschulen müsse darüber hinaus eine Heimfahrt gegen 16 Uhr angeboten werden.

Eine Ganztagsschule ist die Grundschule Kirchheim-Kleinkarlbach allerdings nicht, die „Betreuende Grundschule“ fällt nicht in diese Kategorie. Also besteht auch keine Verpflichtung, für entsprechende Busverbindungen zu sorgen. Darüber hinaus sei das auch eine finanzielle Frage, heißt es vom Kreis. Die Einführung neuer Busse sei „angesichts der angespannten Haushaltssituation nicht leistbar und auch vonseiten der Aufsichtsbehörde ADD nicht genehmigungsfähig“.

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