Obersülzen RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinderat spricht sich mit knapper Merheit für neue Windräder aus

Im Leiningerland hoch umstritten: Die Firma Gaia möchte neue Windräder bauen, die Gemeinden sollen ihre Meinung dazu sagen.
Im Leiningerland hoch umstritten: Die Firma Gaia möchte neue Windräder bauen, die Gemeinden sollen ihre Meinung dazu sagen.

Obersülzen. Das Thema Windkraft hat dem Gemeinderat bei seiner Sitzung am Dienstagabend eine lange Diskussion eingebracht. Wie von der Verbandsgemeinde gewünscht, tauschten sich die Ratsmitglieder über das Für und Wider von Windrädern aus, die die Firma Gaia gern im Leiningerland bauen würde.

Dass der Tagesordnungspunkt sich in die Länge ziehen würde, war wohl jedem im Raum klar. Bereits vor einer Woche hatte der CDU-Ortsverein zu einer Veranstaltung mit dem Thema Windkraft geladen, dort zeigte sich, dass die Gemüter teils erhitzt sind. So war es auch in der Gemeinderatssitzung: Jeder hatte eine klare Meinung und teilte sie mit. Das Ergebnis: Sechs Ratsmitglieder sind grundsätzlich für Windräder auf Gemarkung der Ortsgemeinde, fünf dagegen, eine Person enthielt sich. Geteilter Ansicht war das Gremium bei der Frage, ob generell weitere Windräder in der Verbandsgemeinde stehen sollen: Die Hälfte der Ratsmitglieder stimmte dafür, die andere Hälfte dagegen.

Ortsbürgermeister Andreas Lehmann (SPD) gab sich als Befürworter von Windkraft zu erkennen „Ich halte das für sinnvoll“, sagte er und eröffnete so die Diskussion. Gerd Fath (CDU) sagte, die Bürger seien seines Wissens nach zu 90 bis 95 Prozent gegen den Bau weiterer Windräder. „Als Gemeinderatsmitglied vertrete ich ihre Belange“, erklärte er und erhielt dafür Zuspruch von weiteren Mitgliedern seiner Partei.

Was ist die Alternative?

Rainer Ansorg (CDU) nutzte die Gelegenheit, um mehrere Punkte anzusprechen. Windkraft verhindere den Fortschritt anderer Technik, meinte er. Die Firmen hätten sich Windkraftanlagen spezialisiert und es gebe daher keine Weiterentwicklung in andere Richtungen. Dem widersprach der Ortsbürgermeister: „Ich glaube nicht, dass Windkraft neuen Innovationen oder der Forschung im Weg steht.“ Ansorg ging zudem auf den Schutz der Umwelt und der Vögel ein, die durch die Anlagen getötet würden: „Wir haben hier in der Umgebung genug Windräder stehen, das sollte doch mal reichen.“ Immer mehr versiegelte Flächen seien die Folge von weiteren Anlagen und das sei schlecht für die Natur.

Wolfgang Weber (SPD) fragte nach der Alternative. Er selbst kann keine sehen: „Letztlich wäre es Kernenergie und davon bin ich kein Freund.“ Weber bekräftigte seine Meinung mit der Tatsache, dass es in Deutschland noch immer kein Endlager für Atommüll gibt. Seine Parteikollegin Anja Jacobs fügte hinzu: „Wir können das Rad nicht zurückdrehen. Wenn wir weder Atom noch Braunkohle wollen, bleibt nicht viel übrig.“ Generell sei der hohe Energieverbrauch „unserem Lebensstandard“ geschuldet, erinnerte sie die Verantwortung aller.

Am Ende entscheiden doch Andere

Gerhard Neumann (CDU) plädierte noch dafür, mit dem Bau weiterer Windräder langsam zu machen, bevor Ortsbürgermeister Andreas Lehmann die Diskussion beendete und klarstellte, dass der Rat eh nicht entscheidet, sondern lediglich Stellung zu dem Thema beziehen soll.

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