Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Der Kulturverein zeigt sich putzmunter

Nothing but Tuba: Das Tuba-Trio „21meter60“ hat mit seinem CD-Erstling 2022 einen Opus-Klassik eingefahren – im Juni kommen sie
Nothing but Tuba: Das Tuba-Trio »21meter60« hat mit seinem CD-Erstling 2022 einen Opus-Klassik eingefahren – im Juni kommen sie nun nach Grünstadt zum Kulturverein.

Mit dem international gefeierten Pianisten Joseph Moog startet am 21. Januar das durchweg hochkarätige Jahresprogramm beim Kulturverein Grünstadt. Erstellt haben es mit viel Herzblut und Professionalität die beiden Ehrenamtler an der Spitze – die erfolgreiche junge Geigerin Marie-Luise Dingler und der Trompeter Uwe Zaiser, Urgestein nicht allein des legendären „Rennquintetts“.

Gut gelaunt und mit einigem Stolz präsentiert Uwe Zaiser das propere Jahresprogramm ’23 des „Kulturvereins Grünstadt und Umgebung“. Elf ausnahmslos hochkarätig besetzte „Sternstunden“ funkeln da am künstlerischen Himmel über dem Leininger Land. Zusammen mit seiner „Frontfrau“ Marie-Luise Dingler, selbst Musikerin auf internationalem Parkett und obendrein im Vereinswesen recht versiert, hat der renommierte Trompeter (Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, Rennquintett) – beruflich neuerdings im Ruhestand! – als zweiter Vorsitzender auch den Großteil der Aufgabe als Programmmacher übernommen. Und wird nicht müde, die Zusammenarbeit mit der jungen versierten Geigerin ebenso zu rühmen wie den Einsatz „unseres erfahrenen, gut eingespielten Teams“.

Sowohl Dingler als auch Zaiser sehen den Kulturverein mit rund 200 Mitgliedern bestens aufgestellt und auf einem soliden finanziellen Fundament, das sich teils „aus großzügigen Zuwendungen von Stadt, Land, Banken und der BASF speist“; loben unisono die gute Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturamt und lassen so fast vergessen, dass im vergangenen Jahr für einige Zeit sogar einmal die Auflösung im Raum stand – weil sich nach dem erklärten Rückzug der alten Führungskräfte zunächst einfach niemand finden wollte, der die Vorstandsarbeit macht.

Doch das ist Vergangenheit. Gleich zum Start am Samstag, 21. Januar, prunkt der Kulturverein mit einem vielfach ausgezeichneten, längst auf internationalen Podien gefeierten Tasten-Star: Joseph Moog, der über-dies auch noch Pfälzer Wurzeln hat, in Ludwigshafen geboren wurde und in Neustadt aufgewachsen ist. Er widmet seinen Klavierabend im (neu erschlossenen) Saal des Weinstraßencenters der bis heute ungebrochen faszinierenden Gestalt des sogenannten „Teufelsgeigers“ Niccolò Paganini. Robert Schumann, Franz Liszt und Johannes Brahms inspirierten die Auftritte des Komponisten und Violinisten zu grandiosen, nicht minder artifiziellen Bearbeitungen. Unter dem Titel „Paganiniana“ wird Joseph Moog sie in seiner durch „ebenso tiefgründige wie exquisite Virtuosität“ gerühmten Interpretation vorstellen.

Nähe und Ferne, Heimat und Fremde

Auch der 25. Februar lockt mit internationalem Flair: Dann bringt die Performance des „Raschèr Saxophon Quartetts“ mit seiner Frontfrau Christine Rall, konzertant unterwegs quer durch alle Kontinente, auf sehr eigene Weise das Thema „Heimat“ ins Spiel. Mit Johann Sebastian Bach, dem Urgrund vieler Musiker, und Komponisten wie Bela Bartók, Arvo Pärt, Fazil Say und Alexander Glasunow, die alle die Länder ihrer Kindheit aus je eigenen Gründen verlassen mussten. Um Nähe und Ferne, Identität und Masken geht es; ganz passend auch zum Februar, dem Monat des Kostümierens und Verschleierns.

„Funkensprühende Energie“ verspricht der Auftritt des „Guadagnini Trios“ am 25. März (der Veranstaltungsort wird noch gesucht), das zu den führenden Klavier-Trios der Jetztzeit zählt. Mit Alina Armonasbrea – der Erbauer ihrer historischen Geige ist Namensgeber des Ensembles –, Edvardas Amonas (Violoncello) und Nami Ejiri (Klavier) werden Werke von Joseph Haydn, Felix Mendelssohn und Edvard Grieg erklingen.

Gleich zwei spannende Termine hintereinander in der Friedenskirche

Zu Gast in der Friedenskirche ist am 22. April der polnische Akkordeonkünstler Maciej Frackiewicz. Sein Programm „Bevor der Morgen kommt …“ mit Kompositionen unter anderem von Johann Sebastian Bach, Leos Janacek und Wolfgang Jacobi begeistert nach Kritikervotum mit „ungezähmtem Temperament und sprühender Leidenschaft“. Ebenfalls in der Friedenskirche gastiert am 12. Mai die Landesstiftung „Villa Musica“ mit ihrem Dozenten Jan Mrácek (Violine) zusammen mit Stipendiaten. Kompositionen von Ludwig van Beethoven, Bohuslav Martinu und Antonin Dvorák locken im Programm der Nachwuchsmusiker. „Stets ein Garant für hochklassige Kammermusik“, findet Uwe Zaiser.

Jede Menge ungewöhnliche Besetzungen

Und kein Ende der Highlights: Kurz vor der Sommerpause, am 17. Juni, wird das Tuba-Trio „21meter60“ die Bühne der Sommerhalle rocken. Für sie selber überraschend haben die Künstler Constantin Hartwig, Steffen Schmid – beide stammen aus der Pfalz – und Fabian Neckermann im Oktober 2022 mit ihren CD-Erstling einen Opus Klassik abgeräumt. Und sie präsentieren, was man zwischen Renaissance und Moderne so alles zaubern kann auf drei virtuos gespielten Tuben.

Auch im Weingut Grün wird am 26. August in ungewöhnlicher Besetzung musiziert: Das Quartett „Uwaga“ gibt sich mit Geige, Bratsche, Akkordeon und Kontrabass die Ehre. Sie stellt allerhand an mit Mozart, Mahler und Genossen, die deutsch-serbische Formation – ein irrwitziger Streifzug durch die Gefilde der klassischen Säulenheiligen. Der polnische Ensemblename bedeutet übrigens „Achtung!“

Mit Freude widmet sich die Pianistin Lydia Maria Bader fremden Kulturen. Bei ihrem Recital am 24. September, 17 Uhr, in der Friedenskirche beschwört die musikalische Schatzsucherin mit Musik unter anderem von Claude Debussy, Edward MacDowell, Maurice Ravel und Franz Liszt die Schönheit und Verwegenheit von Meerestiefen, Eisbergen und tosenden Stürmen.

Ganz nostalgisch wird es am 15. Oktober, 18 Uhr, in der Filmwelt Grünstadt, wenn der Stummfilm „Sherlock Holmes, Junior“ mit Buster Keaton aus dem Jahr 1924 über die Groß-leinwand flimmert; am Klavier begleitet von Gerhard Gruber, der seit 35 Jahren als Stummfilmpianist mit seinen Improvisationen die Flut bewegter historischer Bilder kommentiert und emotional belebt.

Die Vorsitzende kümmert sich höchstselbst um das Publikum von morgen

Ein ganz besonderes Event hält der 3. November, ab 16 Uhr bereit, wenn das Duo „Twiolins“ zum Kinderkonzert ins Weinstraßencenter lädt. Die Geschichte über „Freundschaft, Mut und Kraft der Musik“ basiert auf dem erfolgreichen ersten Kinderbuch „Hurra, wir spielen ein Konzert“ von Marie-Luise Dingler, der Vorsitzenden des Kulturvereins, die auch die Bühneninszenierung erarbeitet hat und gemeinsam mit ihrem Bruder Christoph - kongenialer Partner im Violin-Duo - das Stück präsentieren wird. Auf spielerische Weise, kostümiert, mit witzigen Dialogen und viel Musik natürlich erleben die Protagonisten Eichhörnchen und Igel, was auf dem dornigen Weg zum Konzertpodium so alles passieren kann.

Den Schlusspunkt unter die Programmfolge schließlich setzt am Abend des 3. November das A-Cappella-Ensemble „Les Brünettes“. „Unterhaltsam, anziehend, magisch und sehr weiblich“ – so lauten die Vokabeln für die Performance von Juliette Brousset, Stephanie Neigel, Julia Pellegrini und Lisa Herbolzheimer und ihr Programm„4“, das um das Leben schlechthin kreist.

Noch Fragen?

Alle Konzerte beginnen, soweit nicht anders angegeben, um 20 Uhr. Tickets (bis 19 Jahre frei) gibt’s in Grünstadt bei Haaß Bilder und Einrahmungen, Optik Neumann, der Touristeninformation sowie über www.reservix.de und www.ADTicket.de. Weitere Infos unter www.kulturverein-gruenstadt.de.

Das neue Führungsduo Uwe Zaiser und Marie-Luise Dingler legt sein erstes Jahresprogramm vor.
Das neue Führungsduo Uwe Zaiser und Marie-Luise Dingler legt sein erstes Jahresprogramm vor.
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