Grünstadt Abwechslungsreich mit Ausblicken

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„Der Leininger Klosterweg hat sehr viele schöne Ausblicke, An- und Abstiege“, schwärmte Carlsbergs Bürgermeister Werner Majunke am Samstag, als er am Rahnenhof in Hertlingshausen ankam, wo der knapp 16 Kilometer lange Premium-Wanderweg eingeweiht wurde. Der Ortschef hatte gerade – wie etwa zehn weitere Personen – die kurze der beiden geführten Wanderungen mitgemacht, auf der man ab Höningen die halbe Strecke kennenlernen konnte.

Auf der gesamten Rundtour, die am Morgen am Naturfreundehaus gestartet war, zählte Regionalmanager Peter Dell, Geschäftsführer des Landauer Beratungsbüros Kobra, zirka 30 Teilnehmer. „Ich danke allen politischen Gremien, dass sie die richtigen Entscheidungen getroffen haben, den Sponsoren, den ehrenamtlichen Helfern und Kobra“, sagte Majunke. Stolz auf den nach dem Burgenweg zweiten Premium-Wanderweg im Leiningerland zeigte sich der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim, Johannes Peter Schwalb. Der im gemeinsamen Prozess Integrierte Ländliche Entwicklung der Stadt Grünstadt sowie der Verbandsgemeinden Hettenleidelheim und Grünstadt-Land erarbeitete Klosterweg verbinde die touristisch wichtigen Gemeinden Carlsberg-Hertlingshausen und Altleiningen-Höningen, hob VG-Bürgermeister Reinhold Niederhöfer hervor. „Die Vielfalt solcher Wege animiert Tagesgäste zu häufigeren Besuchen“, meinte er und lobte Dell, dem es gelungen sei, 24 Gemeinden mit ihren politischen Gremien „unter einen Hut“ zu bekommen. Als hoffentlich bald anerkannte Leader-Region werde man diese Kooperation mit noch mehr Gebietskörperschaften auch auf weiteren Feldern, etwa Wirtschaft und Energie, fortführen. Dass die bisherige Zusammenarbeit bezüglich des Klosterweges gelungen ist, bescheinigte das Deutsche Wanderinstitut mit dem Wandersiegel Premiumweg, das der Vorsitzende Klaus Erber an Schwalb, Niederhöfer und Grünstadts Rathauschef Klaus Wagner übergab. Das Zertifikat sei ein Marketinginstrument, das eine Vergleichbarkeit mit anderen Routen ermögliche, erläuterte er. Die Menschen wollten wissen, wo sie auf qualitativ hochwertigen Pfaden wandeln könnten. Außerdem gehe die Fähigkeit verloren, Karten zu lesen. Man orientiere sich lieber an Markierungen am Wegesrand. „Darüber hinaus hat sich das Freizeitverhalten geändert, Kurzurlaube sind im Trend und damit wird Deutschland als Ferienziel immer interessanter“, so Erber. Beim Wandern wolle man Natur erleben, etwas für die eigene Gesundheit tun, entspannen und abschalten. Früher sei man dieser Aktivität vor allem im Verein nachgegangen, noch vor zehn Jahren überwiegend die Generation 60 plus. Inzwischen liege der Altersdurchschnitt der Wanderfreunde bei 52 Jahren. Über die Hälfte der Bundesbürger sagten von sich, dass sie wandern gehen. Mehr als 500 Premium-Wanderwege habe das Wanderinstitut inzwischen zertifiziert. Das Re-Audit stehe jeweils nach drei Jahren an. In jedem Einzelfall würden 36 Kriterien mit rund 200 Ausprägungen geprüft. So sollten die Strecken viel Abwechslung bieten, nur selten über Asphalt führen und ein bestimmtes Thema sinnvoll vermitteln. Auf dem Leininger Klosterweg würden Naturerlebnis und Kulturhistorie verknüpft. 82,4 Prozent der Route lasse sich auf natürlichem Untergrund gehen und 43,6 Prozent auf schmalen, spannenden Pfaden – statt auf den breiten „Waldautobahnen“ für den Forst. Um nicht vom rechten Weg abzukommen, folgt man einem schwarzen M (dem stilisierten Höninger Torbogen) auf gelbem Grund. Wie am Rand der Veranstaltung zu hören war, haben Unbekannte mindestens zehn dieser Zeichen rund um den Mühlberg entfernt. Dell: „Sie wurden regelrecht von den Bäumen gehobelt.“

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