Grünstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Asselheim: Fahrbahnvertiefung unter der Eisenbahnbrücke sorgt für Irritationen

Einfahrt in die Senke unter der neuen Eisenbahnbrücke in Asselheim: Wegen der Durchfahrtshöhe wurde die Straße dort tiefer geleg
Einfahrt in die Senke unter der neuen Eisenbahnbrücke in Asselheim: Wegen der Durchfahrtshöhe wurde die Straße dort tiefer gelegt.

Der Volksmund hatte ruckzuck Spitzamen für die Vertiefung der Fahrbahn unter der neuen Asselheimer Eisenbahnbrücke. So wurde an den Tischen der Asselheimer Weinkerwe über die „Schildbürger-Senke“, den „Deppen-Hügel“ oder den „Idioten-Buckel“ diskutiert. Die neue Weinstraßen-Mulde sorgte jedenfalls für reichlich Gesprächsstoff. Und für Gerüchte um mögliche Planungsfehler und die Senke nur als Übergangslösung. Wir haben sie auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft.

Zumindest eine der zahlreichen Mutmaßungen, wie es zu der Fahrbahn-Vertiefung gekommen ist, stimmt: Die Weinstraße wurde unter der Brücke tiefer gelegt, um auf der L 516 die gleiche Durchfahrtshöhe für Fahrzeuge wie vorher zu gewährleisten. Das teilte eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) AG auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Die DB war nicht nur zuständig für Planung und Erneuerung der Bahnüberführung bei Asselheim, sondern auch für „die höhenmäßige Anpassung der L 516 an die neue Brücke – das ist eine Maßnahme der DB AG“, betonte ein Mitarbeiter des ansonsten für die Landstraßen in unserer Region zuständigen Landesbetriebs Mobilität (LBM) Speyer.

„Endzustand ist erreicht“

Entgegen anders lautender Gerüchte ist die Fahrbahn-Tieferlegung auch kein Provisorium, das bald wieder durch das Abfräsen der Straßendecke die Senke und Hügel verlieren soll. Die Art und Weise des Ausbaus sei von Anfang an so vorgesehen gewesen, beantwortet die Bahn-Sprecherin auch gleich die Frage, ob man mit der Senke eventuell kurzfristig auf Unvorhergesehenes habe reagieren müssen. Damit, wie die Fahrbahn der Weinstraße im Brückenbereich momentan verläuft, sei „der Endzustand“ erreicht. Eine Änderung sei nie geplant gewesen und ist es auch jetzt nicht, wird den Gerüchten widersprochen.

„Wart’ ab, wenn’s hier mal richtig regnet ...“, war eine der oft zu hörenden Befürchtungen von Bürgern und Autofahrern. Mit anderen Worten: Reichen die beiden Gullys am tiefsten Punkt der Weinstraße aus, um bei Starkregen das anfallende Wasser von der Fahrbahn abzuleiten? Immerhin fällt auf der aus Richtung Grünstadt kommenden langen Gefällstrecke einiges an Wasser an. Oder wird sich das Regenwasser zu einem kleinen See unter der Brücke sammeln? Die Experten teilen diese Befürchtungen nicht. Schließlich haben die Ingenieure auch umfangreiche hydraulische Berechnungen bei der Straßenplanung für die Fahrbahnentwässerung und Ableitung des Oberflächenwassers angestellt. Auf die Frage, ob man die Verschmutzung der Gullys an dem neuralgischen Punkt im Blick behalte, informierte ein Sprecher des dafür nun zuständigen LBM: „Die Straßenmeisterei Grünstadt wird im Rahmen Ihrer Kontrollfahrten die Fahrbahnentwässerung in diesem Bereich verstärkt kontrollieren.“ Mit „Bereich“ ist – um es im Volksmund auszudrücken – der „Idioten-Buckel“ gemeint. Bleibt zu hoffen, dass es nicht irgendwann doch das „Asslemmer Wasserloch“ wird.

Reichen die beiden Gullys auch bei Starkregen aus, um das auf der Gefällstrecke anfallende Wasser aufzunehmen? Foto: lor
Reichen die beiden Gullys auch bei Starkregen aus, um das auf der Gefällstrecke anfallende Wasser aufzunehmen?
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