Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Vereine im Amateurbereich froh über Klarheit nach Saisonabbruch

Auch in der kommenden Spielzeit gibt’s wieder das Bezirksligaderby zwischen dem SC Bobenheim-Roxheim (in Blau) und dem VfR Frank
Auch in der kommenden Spielzeit gibt’s wieder das Bezirksligaderby zwischen dem SC Bobenheim-Roxheim (in Blau) und dem VfR Frankenthal.

Nach dem Saisonabbruch in den Amateurligen des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) gibt es nur Auf-, aber keine Absteiger. Das sorgt für Klarheit und auch für Erleichterung, zum Beispiel bei den Kellerkindern in der Bezirksliga und in der A-Klasse Rhein-Pfalz. In einem Frankenthaler Vorort wartet man jetzt darauf, dass Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern wieder erlaubt werden.

Bezirksliga

SC Bobenheim-Roxheim

Der SC Bobenheim-Roxheim, bei Saisonabbruch Tabellenletzter, bekommt durch die Entscheidung des SWFV eine weitere Saison lang Zeit, sich in der Bezirksliga zu zeigen. Und er bekommt die Möglichkeit, die Klasse im zweiten Anlauf auf sportlichem Weg zu halten. „Wir wären lieber sportlich nicht abgestiegen“, bekennt Spielertrainer Benjamin Montino. Und dennoch ist er froh, dass sich das Team weiter in der Liga zeigen kann. „Wir haben die Liga kennengelernt und wollen die Fehler der Vorsaison nicht noch mal machen“, sagt er. Viele Veränderungen soll es im Kader nicht geben. Montino möchte den SC nur punktuell verstärken. Die Liga wird in der kommenden Saison durch die Regelung, dass es nur Auf-, aber keine Absteiger gibt, größer. „Es gibt keine faire Lösung, aber das ist noch die fairste, die es geben kann“, sagt Montino.

VfR Frankenthal

Der VfR spielt durch den Saisonabbruch auch in der kommenden Spielzeit in der Bezirksliga Vorderpfalz. Coach Martin Wohlschlegel ist sich sicher, dass seine Mannschaft auch auf dem Platz den Klassenerhalt gesichert hätte. Die ersten beiden Partien nach der Winterpause hatte der VfR gewonnen, dann kam der Abbruch. Wohlschlegel beurteilt die Entscheidung des SWFV gelassen: „Einen Nichtabstieg unter diesen Umständen feiert man nicht. Das ist aber alles fair gelöst worden.“ Momentan ist der VfR im Kleingruppentraining. „Man merkt den Jungs aber die dreimonatige Pause an. Sie sind einfach nicht fit“, erzählt Wohlschlegel. Noch weiß niemand, wann die neue Runde losgeht. „Wir müssen uns auf mindestens 38 Saisonspiele vorbereiten“, sagt er.

A-Klasse

ASV Heßheim

Der ASV beendet die Spielzeit 2019/20 auf einem starken dritten Platz. Die Heßheimer dürften durch den Aufstieg von Weisenheim am Sand und Freinsheim in der kommenden Spielzeit einer der Favoriten auf die vorderen Plätze sein. „Ich freue mich für die beiden Vereine, dass sie aufsteigen dürfen. Es ist hypothetisch, darüber zu philosophieren, ob wir sie im restlichen Saisonverlauf noch hätten einholen können“, sagt ASV-Trainer Kai Schäfer. Etwas verstimmt zeigt er sich über die Regelung, dass es keine Absteiger gibt. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Wenn es Aufsteiger gibt, dann muss es auch Absteiger geben.“ In der kommenden Runde sieht er Teams wie Maudach, Eppstein und Eisenberg im erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten. Auch Heßheim wolle wieder oben mitspielen.

DJK Eppstein

„Für uns war die Entscheidung des Verbands eher unerheblich, denn sie hat uns ja nicht direkt betroffen“, meint Eppsteins Trainer Tobias Hinkel entspannt. Die Eppsteiner beenden die Saison auf dem vierten Rang. Die vom SWFV gewählte Variante sei die gewesen, die am wenigsten Gegenwehr erfahren habe. „Ich finde die Regelung okay, auch wenn man sich hätte überlegen können, ob es doch Absteiger hätte geben können“, sagt Hinkel. Seine Mannschaft zählt er in der nächsten Saison zusammen mit Teams wie Croatia Ludwigshafen oder dem ASV Heßheim zu den Favoriten in der A-Klasse. „Das Ziel ist, wie auch in diesem Jahr, erneut unter die ersten Vier zu kommen“, betont der DJK-Coach.

MTSV Beindersheim

Auch der MTSV gehört zu den Teams, die vom Abbruch profitieren. Zu dem Zeitpunkt stand Beindersheim auf einem Abstiegsplatz. Doch jetzt geht es in der A-Klasse weiter. Zufrieden stellt das glückliche Ende Spielertrainer Manuel Fruth jedoch nicht. „Wenn es nach mir ginge, hätte man die komplette Saison annullieren sollen“, erklärt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Sein Karriereende hatte er sich anders vorgestellt. Möglich sei jedoch, dass er doch noch mal einspringe. „Wenn Not am Mann ist, stehe ich zur Verfügung.“ Fünf Jahre lang war Fruth als Spieler und Trainer beim MTSV aktiv. Aus zeitlichen Gründen räumt er nun seinen Posten. Sein Nachfolger ist Üzdal Duman.

DJK SW Frankenthal

Für die DJK war der Abbruch der Saison Glück im Unglück, befand sich das Team von Interimstrainer Sascha Debus doch zu dem Zeitpunkt auf einem Abstiegsplatz. Zur neuen Saison soll alles anders werden, hofft DJK-Vorsitzender Manfred Weiß. „Wir sind froh, in der Liga zu bleiben. Wir hätten es dennoch gerne sportlich ausgespielt“, sagt er. Da auch die A-Klasse wohl mehr Teams haben wird, hofft Weiß, dass es nicht automatisch mehr Abstiegsplätze gibt. „Man kann keine sechs Teams absteigen lassen. Man könnte auch höher gehen von 16 auf 18 Mannschaften“, hofft er. Das Ziel bleibe auch in der nächsten Runde der Klassenverbleib. Den soll eine völlig neue Mannschaft schaffen. Nahezu der komplette Kader verlasse die DJK. Aber das neue Team steht bereits. Mit Tim Graf hat Weiß einen neuen Trainer und Spieler in Personalunion vom VfR Frankenthal an die Frankenstraße gelotst. Der bringt einige alte Weggefährten mit.

B-Klasse

Eintracht Lambsheim

Mit einer guten Defensive gewinnt man die Meisterschaft. So lautet eine alte Sportweisheit. Die Ausnahme: Eintracht Lambsheim. Die Eintracht hatte bis zum Abbruch die beste Abwehr der B-Klasse Rhein-Pfalz Nord und muss trotzdem Sausenheim und Ebertsheim den Vortritt lassen. Zum dritten Mal in Folge hat Lambsheim den Sprung in die A-Klasse knapp verfehlt. „Dass es diesmal nicht geklappt hat, haben wir uns selbst zuzuschreiben“, sagt Abteilungsleiter Daniel Brendel. Man habe zu viele Spiele aufgrund mangelnder Einstellung hergegeben. „Auch unter der Woche“, betont Brendel. Stichwort: Trainingsbeteiligung. In der kommenden Runde will die Eintracht mit dem Trainerduo Uwe Naßhan/Marc Hornig die Mission Aufstieg noch mal angehen.

ASV Mörsch

Beim ASV hätte man sich auch damit arrangieren können, nächste Saison wieder in der C-Klasse zu spielen. „Dann wäre das halt so gewesen“, meint ASV-Trainer Thomas Drescher. Seine Mannschaft hatte sich für die Rückrunde das Ziel gesetzt, noch die eine oder Partie zu gewinnen und die B-Klasse auf sportlichem Weg zu halten, auch wenn der Rückstand zum rettenden Ufer schon groß war. „Aber wenn unter den Umständen entschieden wird, dass wir drinbleiben, dann nehmen wir dieses Glück natürlich dankend an“, sagt Drescher. Sein Team habe den Klassenerhalt am grünen Tisch aber nicht gefeiert. Für den ASV gehe es auch in der kommenden Saison um den Klassenerhalt. „Wir wollen weiter zusammen Spaß haben und wenn möglich mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, gibt der Coach schon mal die Ziele vor.

SV Studernheim

„Wir wären noch weiter nach vorne gekommen“, ist Stefan Hannappel, Vorsitzender des SV Studernheim, überzeugt. Bei Saisonabbruch war der SV Drittletzter der B-Klasse Rhein-Pfalz Süd. „In der Hinrunde waren wir zeitweise auch unterm Strich“, sagt Hannappel. Doch die Verstärkungen in der Winterpause hätten gut getan. Jetzt gehe es an die Planung für die nächste Saison. Das Trainerteam soll bleiben. Und vielleicht komme auch der eine oder andere zurück. War der Abbruch Glück für die Aktiven, so hatte die Jugend des SV Pech. „Nach der Hinrunde war die D-Jugend noch auf Platz eins. Und mit der E-Jugend wären wir im Kreispokalfinale gewesen“, sagt der SV-Chef.

C-Klasse

TuS Flomersheim

Markus Baumgärtner, Vorsitzender des TuS Flomersheim, muss ein bisschen lachen nach dem Glückwunsch zum Aufstieg. „Wir hätten das gerne sportlich erreicht“, betont er. Klar freue man sich beim TuS darüber, nächste Saison in der B-Klasse spielen zu dürfen. Zumal man sich den Aufstieg auch fest vorgenommen hatte. „Die Freude ist schon da. Wir haben es uns auch verdient“, sagt Baumgärtner. Und feiern wolle man den Aufstieg auch. „Sobald wieder mehr als 100 Leute zusammenkommen dürfen.“ Dann darf gleich auf zwei Titel angestoßen werden. Denn die E2-Jugend ist Meister in der Kreisklasse geworden.

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