Handball
Torwart Tobias Schipper überragend beim Sieg der HSG Eckbachtal
Knapp vier Minuten vor dem Ende der Begegnung nahm HSG-Coach Thorsten Koch Schlussmann Tobias Schipper aus dem Tor. Der hatte im Heimspiel gegen Handball Mülheim-Urmitz alle Hände voll zu tun und durfte sich unter dem Szenenapplaus des Publikums in der Dirmsteiner Sporthalle auf die Bank setzen – und zur Ruhe kommen. „Ich war platt. Ich war nur leer“, sagte Schipper im Anschluss an die Partie. Wer konnte es ihm verdenken. In den 56 Minuten zuvor war er einer der Siegesgaranten für die „Gekkos“.
Die HSG hatte den besseren Start und ging mit 3:0 in Führung. Doch ganz abgeschüttelt hatte die Koch-Sieben die vergangenen beiden Pleiten noch nicht. Im Gegenteil. Nach wie vor unterliefen den Gastgebern viele Ungenauigkeiten und Fehlpässe, auch die Rückzugsaktionen nach eigenen Toren waren von Fehlern geprägt. „Wir waren da zu schläfrig im Kopf. Das haben wir nicht gut gemacht über große Teile des Spiels“, haderte Rückraumspieler Jochen Schloß.
Doch in vielen dieser Momente konnten sich Schloß und Co. auf Schipper im Tor verlassen, der zahlreiche Konter der Gäste entschärfte. „Dafür sind die Torhüter ja da“, sagte HSG-Coach Thorsten Koch mit einem Grinsen. Deutlicher drückte sich der Top-Werfer Jochen Schloß aus: „Er war heute überragend. Tobi hat uns den Arsch gerettet. Auf ihn konnten wir uns voll verlassen“, schwärmte der Torjäger.
Schipper selbst ist gut in die Partie reingekommen. „Ich habe Bälle gehalten, die ich sonst nicht immer habe“, gestand Schipper. Doch der Keeper hatte nicht nur die auf ihn zufliegenden Bälle im Blick. Er schaute häufiger auf die Tribüne, auf der sein Torwartkollege Rouven Hahn, der verletzungsbedingt ausfällt, saß. Hahn feuerte ihn bei seinen Rettungsaktionen an. Nicht nur einmal hörten die Zuschauer ein „Bärenstark“ oder „Weiter so Tobi“. Schipper nahm die Unterstützung grinsend und mit einer „Bäckerfaust“ zur Kenntnis, hätte seinen guten Freund aber lieber unten auf der Bank gesehen.
Gemeinsam auf dem Feld standen die Brüder Schloß. Zusammen sorgten Philipp und Jochen Schloß für 18 Tore. Vor allem die Leistung seines jüngeren Bruders, gefiel Jochen Schloß. Philipp zeigte mit seinen sieben Treffern, dass Koch auf Rückraum links auf ihn zählen kann. Zuletzt hatten gerade die jüngeren Spieler wie er die Verantwortung weitergegeben. Am Sonntag war dem nicht so. „Ich hoffe, dass bei Philipp heute der Knoten geplatzt ist“, sagte Koch, der am Ende des Abends 71(!) Treffer bestaunen durfte
Zu viel für den Trainer, aber die Punkte nimmt er gerne mit. „Es war nicht alles perfekt, aber es war wichtig, dass wir diese Negativspirale durchbrochen haben“, sagte Koch. Dem pflichtete dessen Torhüter bei: „Nach den letzten Auftritten, sind es wichtige zwei Punkte. Aber die waren eher wichtiger für die Moral als für die Tabelle“, erklärte Schipper.