Fussball
Tabellenführer ASV Heßheim bestätigt Erwartungen
Der ASV Heßheim ist als einer der Favoriten in die Corona-Saison gestartet und hat die ins Team gesetzten Erwartungen in den ersten sechs Spielen beeindruckend bestätigt. Das ist nicht selbstverständlich: Die unter Ex-Trainer Kai Schäfer in die A-Klasse aufgestiegenen Heßheimer galten in den vergangenen Spielzeiten als Überraschungsmannschaft in der Spitzengruppe. Das hat sich geändert. Der ASV hat sich dort inzwischen fest etabliert.
Den Abgang von David Schinnerer zum FV Freinsheim vor der Saison haben die Heßheimer gut kompensiert. Punktuell wurde das Team verstärkt, unter anderem mit Mario Montag, der von der Eintracht Lambsheim kam, und Rückkehrer Daniel Mayer (BSC Oppau). Schon in der Vorbereitung war die Mannschaft beeindruckend unterwegs gewesen.
Sieben Punkte Vorsprung
Mit 18 Zählern hat der Tabellenführer in der Nordstaffel der A-Klasse Rhein-Pfalz schon sieben Punkte Vorsprung vor der DJK Eppstein, die bislang allerdings auch ein Spiel weniger ausgetragen hat. 24:6 Tore zeugen von einer starken Offensive. Gleich zum Auftakt wurde der SV Obersülzen mit 7:0 abgefertigt. In Eisenberg und Ebertsheim gewann der ASV jeweils 3:2. Es folgten Siege gegen Sausenheim (3:1) und den VfR Grünstadt II (5:0). Bevor der Fußball-Vorhang für 2020 fiel, bezwangen die Heßheimer Ende Oktober im Derby den MTSV Beindersheim mit 3:1. Es war ein Spiel mit Vorgeschichte: Wenige Tage zuvor hatte der Club aus dem Nachbardorf die Heßheimer überraschend mit 5:1 aus dem Kreispokal geworfen. „Wir wollten weit kommen im Pokal“, unterstreicht Köhler, dass er den Pokal nicht als Wettbewerb zweiter Wahl betrachtet. „Wir sind in der bestmöglichen Besetzung angetreten, um gegen Beindersheim zu gewinnen.“ Die Niederlage habe denn auch zwei, drei Wochen lang geschmerzt, berichtet der ASV-Trainer.
Weil der Ball im Amateurbereich seit Monaten ruht, fehle so langsam etwas, meint Köhler. Er ist aber davon überzeugt, dass seine Spieler vernünftig seien und er gar nicht groß eingreifen müsse. „Die Jungs sind alle sehr sportbegeistert und bringen Eigeninitiative mit. Sie sind topmotiviert“, betont der Übungsleiter. Weil derzeit nicht gemeinsam mit dem Ball trainiert werden könne, liege der Fokus auf Kraft und Ausdauer. Die Spieler absolvierten individuell vor allem Laufeinheiten. Köhler hofft, dass die Saison im Frühjahr fortgesetzt werden kann und nicht erneut unterbrochen werden muss: „Wir müssen jetzt eben in Etappen denken. Kleine Schritte sind angesagt.“
Spenden für Kinderhospiz
„Dass seine Truppe in der Meisterschaft von vielen als Topfavorit gesehen wird, will er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gelten lassen. Insbesondere mit Blick auf das Geschehen in der Südstaffel hält sich Köhler da lieber zurück. Dort ist Tabellenführer DJK Schwarz-Weiss Frankenthal mit fünf Siegen aus sechs Spielen ebenfalls sehr gut unterwegs. Und dann zählten in beiden Staffeln ja auch noch einige andere Mannschaften zum Kreis der Titelanwärter, betont Andreas Köhler.
Was dem neuen Trainer in der kurzen Zeit in Heßheim sehr positiv aufgefallen ist: „Die Mannschaft hat einen ungeheuren Zusammenhalt. Das habe ich so in meinen Trainerstationen zuvor noch nicht erlebt.“ Den Zusammenhalt beweise das Team nicht nur auf dem Platz: In der Vorweihnachtszeit hätten seine Spieler zum Beispiel Spenden für das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen gesammelt und auch selbst Geld gegeben. Auch die Alten Herren des Vereins hätten sich der Aktion angeschlossen. Rund 900 Euro seien so zusammengekommen, berichtet Köhler.
Leiden mit dem FCK
Doch es gibt auch etwas, was dem neuen Mann an der Seitenlinie nicht so gut gefallen hat: In den letzten Meisterschaftsspielen habe seine Mannschaft immer zumindest ein Gegentor kassiert. „Dadurch haben wir den Gegnern oft das Gefühl gegeben, dass gegen uns etwas möglich sein könnte“, erläutert Köhler. Ihm sei es lieber, wenn man frühzeitig für klare Verhältnisse sorge. Dies sei beispielsweise in der Vorbereitung super gelaufen: „Da haben wir kaum Gegentore bekommen.“
Um neue Spieler bemüht sich Köhler in der langen Winterpause nicht. Er ist davon überzeugt, dass seine Mannschaft in der aktuellen Zusammensetzung auch eine Klasse höher konkurrenzfähig ist. Er rechnet auch nicht damit, dass ein Spieler den ASV jetzt verlassen wird.
Aktuell mache er sich Gedanken zu neuen Trainingsinhalten. Sollte im Frühjahr wieder gespielt werden können, müsse seine Truppe nach der langen Zwangspause erst wieder reinkommen in den Fußballalltag. Derweil tröstet sich Köhler mit den Profiligen. „Ich schaue da fast alles rauf und runter“, gesteht er. Und als Vollblut-FCK-Fan leide er aktuell mit den Roten Teufeln.