Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: HSG Eckbachtal feiert Heimsieg gegen TuS Daun

Bennet Löhmar (beim Wurf) hat sich gegen Daun schon einiges zugetraut.
Bennet Löhmar (beim Wurf) hat sich gegen Daun schon einiges zugetraut.

Rund 200 Kilometer sind es von Dirmstein nach Daun. Für Oberligist TuS Daun hat sich die Fahrt in die Vorderpfalz am Sonntag nicht gelohnt. 25:22 (10:10) gewann die HSG Eckbachtal dank einer starken kämpferischen Leistung in der zweiten Halbzeit ihr erstes Heimspiel. Es war eine Partie, von der es gleich mehrere Geschichten zu erzählen gibt.

Der Jubel war groß bei den „Gekkos“. Nach dem Abpfiff hüpften die Spieler ausgelassen um den Mittelkreis herum. Sie hatten nach einem etwas schwerfälligen Start den TuS Daun bezwungen. Und im Gegensatz zu den Gästen hatten die Gastgeber an diesem Abend mehrere Hauptfiguren.

Da wäre zum einen Michael Betz. Der Kapitän feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback und gab nach dem Spiel auch gleich Entwarnung: „Das Knie fühlt sich gut an.“ Das sei auch schon während der Partie der Fall gewesen.

Am vergangenen Dienstag nach dem Training habe Betz ihm gesagt, dass er das Wochenende auf dem Schirm habe, sprich spielen wolle, berichtete HSG-Trainer Thorsten Koch. Dann habe es aber doch bis zum Wochenende gedauert, bis das finale Okay gekommen sei. „Ich habe ihn in der Abwehr aber erst mal auf Außen eingesetzt, um ihn aus den ganz harten Zweikämpfen rauszunehmen“, erläuterte Koch.

Rogawski: Sieg die Krönung

Der zweite Protagonist bei den „Gekkos“ war Philip Rogawski. Der Trainer der D-Jugend im Leistungszentrum Friesenheim/Hochdorf gab mit seiner Erfahrung der Defensive der HSG Eckbachtal im Verbund mit Steffen Christmann viel Stabilität. Und das nach erst vier Trainingseinheiten mit der Mannschaft.

„Es hat viel Spaß gemacht. Ich bin auch super aufgenommen worden“, sagte Rogawski. „Jetzt gleich der Sieg, das ist die Krönung“, meinte der älteste der Rogawski-Brüder. Auch Silas und Jona tragen das Trikot der HSG. Lediglich Dauns Rückraumschütze Kai Lißmann bekam die HSG erst gegen Ende der Partie in den Griff. Er war mit 15 Treffern der Alleinunterhalter im Gästeangriff. „Aber am Ende haben wir gewonnen. Also haben wir viel richtig gemacht“, meinte Philip Rogawski.

Herzhaft zugepackt

Ja, er habe ein paar Bedenken hinsichtlich des Einsatzes des Neuen gehabt, gesteht Thorsten Koch. „Aber er hat sehr geholfen in der Defensive. Wenn wir durchgewechselt haben, war kein Abriss in unserem Spiel“, lobte der Übungsleiter.

Überhaupt hatte er die Abwehr als Garant für den Erfolg ausgemacht. Die hatte in der ersten Halbzeit noch so ihre Problemchen. Was nicht daran lag, dass sie nicht herzhaft zupackte. Nach gut einer Viertelstunde musste Kai Lißmann sein Trikot mit der Nummer 23 gegen das mit der 11 tauschen. Da lag die HSG 3:6 zurück. Doch die „Gekkos“ kämpften sich wieder heran und hatten beim 10:10 zur Halbzeitpause die Partie ausgeglichen.

Häuselmanns Sahnetag

Was auch an Tobias Häuselmann lag. Der Torwart der Gastgeber hatte einen guten Tag erwischt. Mit zunehmender Spieldauer hatte er das Wurfbild der Gäste immer besser gelesen und glänzte mit etlichen Paraden.

Den Lauf zu Beginn der zweiten Halbzeit machte der Keeper als entscheidenden Faktor für den Sieg aus. In den ersten fünf Minuten nach dem Seitenwechsel erspielte sich die HSG immer wieder eine Führung von einem Tor. Bis zur 41. Minute zog sie dann auf 17:12 davon. Und diesen Vorsprung verteidigte die Mannschaft von Thorsten Koch. Auf mehr als drei Tore kam Daun nicht mehr heran. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit im Angriff mehr Tempo drin“, befand Thorsten Koch. Er sprach aber auch von einem „harten Stück Arbeit“. Durch die Rückkehr von Michael Betz und den Zugang von Philip Rogawski habe er jetzt deutlich mehr Alternativen. Über diese sei er auch froh. Vor allem, da er wohl noch eine Zeit lang auf Carsten Wenzel verzichten muss.

Löhmar tankt sich durch

Im Gegensatz zum Saisonauftakt beim TV Homburg mussten beim ersten Heimspiel die Nachwuchsleute etwas zurückstecken. Mit Bennet Löhmar kam diesmal „nur“ einer zum Einsatz. Und Löhmar empfahl sich mit einem engagierten Auftritt in Angriff und Abwehr für weitere Aufgaben. Mit einer feinen Einzelleistung gelang ihm Mitte der zweiten Halbzeit sogar sein erstes Tor vor eigenem Publikum. „Man muss sich was trauen. Das war schon cool“, meinte Löhmar.

Auch vom Coach gab’s Lob für die Nummer 22 der „Gekkos“: „Sein Tor war sehr wichtig. Er hat das in einem engen Spiel sehr abgezockt gemacht“, meinte Thorsten Koch. Löhmars Treffer war das zwischenzeitliche 14:12. Da war noch knapp 25 Minuten zu spielen.

Nein, in der Saison angekommen sei die HSG noch nicht, meinte Thorsten Koch. Dafür sei sie noch nicht eingespielt genug. Allerdings kann es ein Sieg mit Signalwirkung sein. Die HSG hat gesehen, dass sie in der Oberliga mithalten kann. „Wir müssen jedes Spiel so kämpfen wie heute“, betonte Tobias Häuselmann.

x