Frankenthal
Motorsport: Lohnender Ausflug in die Eifel für Team Schütz in GT Masters und GT4
Schütz Motorsport aus Bobenheim-Roxheim kehrt mit ordentlich Punkten vom Nürburgring zurück. Die Truppe um Teamchef Christian Schütz kassierte Meisterschaftszähler sowohl in den beiden Rennen zum ADAC GT Masters als auch in den beiden Läufen zur ADAC GT4 Germany. Hauptdarsteller: Fahrer Nummer 1, Marvin Dienst.
Der gebürtige Wormser, der in Lampertheim residiert, absolvierte in der Eifel ein Mammutprogramm in den beiden Mercedes-AMG, die Schütz einsetzt. Im GT Masters bestritt er die freien Trainings, Qualifikationen und die beiden je einstündigen Rennen als Teamkollege seines australischen Partners Aidan Read, in der GT4-Abteilung teilt er sich das Cockpit mit Marcus Suabo aus Ettlingen. In beiden Disziplinen ist der 22-jährige Dienst „Kapitän“.
Suabo ist 50 Jahre alt und strebt neben Meisterschaftspunkten Zähler in der Trophywertung der über 35-jährigen Fahrer an. Read punktet in der Meisterschaft und in der Juniorenwertung für die unter 25-jährigen Semi- und Nicht-Profis, also auch Dienst. Der, immerhin schon mit Erfahrung auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, kam mit der Doppelbelastung gut zurecht. Auch mit der Umstellung zwischen dem GT-Masters-Boliden und dem deutlich „zivileren“ GT4-Mercedes. „Es ist natürlich schon eine Umstellung“, erklärte Dienst. „Allerdings kenne ich beide Autos ganz gut.“
Mit dem Masters-Auto bestreitet er die gesamte Saison, in den GT4 ist er zwar erst im Laufe dieses Jahres eingestiegen, Neuland ist es für den 22-Jährigen aber auch nicht: „Den bin ich ja auch schon ein paar Mal gefahren.“ Und überhaupt: Ist Mercedes nicht gleich Mercedes, zumindest vom Grundprinzip her gesehen? Das könne man so nicht sagen, die Unterschiede seien schon groß. Aber natürlich: „Dass die Grundkonstruktion die gleiche ist, hilft schon bei der Umstellung. Das ist eben einfacher wie zum Beispiel ein Umsteigen zwischen Porsche und Mercedes.“
Das stellt einen Top-Piloten wie Marvin Dienst also vor keine unüberwindlichen Probleme, auch wenn der Zeitplan eng ist für den Schütz’schen Schwerarbeiter. Im GT-Masters blieb in den beiden freien Trainingssitzungen am Freitag Luft nach oben: Platz 27 und Rang 29. In der Qualifikation zu Rennen eins am Samstag stellte Dienst den Bollermann auf Platz acht, eine gute Ausgangsposition. Seinen Part des Rennens absolvierte Dienst in gewohnter Manier. Aidan Read musste Lehrgeld zahlen, verlor einige Positionen, schaffte als 15. aber immerhin den Sprung in die Punkteränge. Da weiter vorn ein Gaststarter platziert war, erhielt das Schütz-Duo zwei Zähler, sie werden auf Rang 14 gewertet, in der Juniorenwertung ist das Platz fünf.
Die Qualifikation am Sonntag für Rennen zwei litt unter schikanösen Witterungsverhältnissen. Read kämpfte mit der nassen Piste, kam über Platz 29 nicht hinaus. Im Rennen startete Marvin Dienst die Aufholjagd, die auf Rang 15 endete. Das machte wegen des Gaststarters wieder zwei statt einem Zähler und Platz fünf bei den Junioren. Dienst, klatschnass geschwitzt nach der Masters-Schwerstaufgabe, schnaufte erst mal durch: „Ich habe gekämpft ohne Ende, auch wenn es nicht um einen vorderen Platz ging. Aber ich wollte unbedingt Punkte holen. Das war wichtig.“
Das fahrerische Gefälle zwischen den beiden Piloten war am Nürburgring erneut deutlich. Dienst nahm seinen Teamkollegen aber gleich in Schutz: „Aidan ist ja definitiv noch in der Lernphase.“ Es sei außerdem nicht gerade einfach, von Australien nach Europa zu kommen und hier Fuß zu fassen. „Und er kennt die Strecken nicht, für ihn ist alles neu. Und dann hier im Feld des GT Masters zu fahren, das mittlerweile ganz sicher eines der stärksten ist ... Hier mitzuschwimmen, ist ein ganz hartes Stück Arbeit. Er hat sich ordentlich geschlagen, seine Rennpace war in Ordnung.“ In der Quali fehle es noch ein bisschen, aber daran werde gearbeitet.
Für Marvin Dienst ging die Arbeit weiter, die GT4-Abteilung forderte ebenfalls ihren Mann. Die Chronologie des Wochenendes: Rang acht im ersten Rennen, der gleichzeitig Platz zwei in der Trophywertung für Suabo bedeutet. Marvin Dienst stellte den Mercedes fürs Sonntagsrennen sogar auf die Pole Position, Grundstein für den feinen vierten Platz, der Suabo den Sieg in der Trophywertung einbrachte. Am Ende des Tages hat sich der Eifel-Trip für die Pfälzer also gelohnt. In vier Wochen wartet dann sowas wie ein Heimspiel auf Schütz und Co: der Hockenheimring.