Frankenthal
Malteser Hilfsdienst ab Oktober mit Doppelspitze
„Wir dürften eine von nur ganz wenigen Dienststellen sein, die so arbeiten“, vermutet Michael Baumann. Mit dem Segen der Diözesanleitung wird er sich künftig ausschließlich um das soziale Engagement der Malteser kümmern: die Frankenthaler Tafel und die Seniorenbegegnungsstätte Villa Malta beispielsweise. Die 26 Jahre alte Cornelia Cranshaw konzentriert sich auf Einsatzdienst und Katastrophenschutz. Beide sind für ihre jeweiligen Arbeitsfelder „voll entscheidungs- und handlungsfähig“, betont Baumann.
Echte Herzenssache
Wer was macht, das lag auf der Hand: Cranshaw ist Gruppenführerin in einer aktiven Einheit. Bei Baumann war das Soziale ohnehin spätestens seit der Übernahme des Tafel-Betriebs im Januar 2019 ein klarer Schwerpunkt. Seine neue Co-Chefin ist seit etwas mehr als acht Jahren bei den Maltesern. Kurioserweise habe sie am Anfang gesagt, Sanitätsdienst komme für sie nicht in Frage – um sich dann doch zur Rettungssanitäterin ausbilden zu lassen und die entsprechenden Führungskräftelehrgänge zu besuchen.
Was die 26-jährige Bankkauffrau für die Sache der Malteser begeistert, ist aber nicht nur das operative Geschäft: „Bei uns in Frankenthal kommt man nicht nur, um seine Dienste zu leisten, sondern um Freunde zu treffen. Es gibt ein großes Gemeinschaftsgefühl“, sagt Cornelia Cranshaw. Und letztlich sind bei ihr die Malteser auch zur echten Herzenssache geworden: Ehemann Alexander ist Teamleiter der Rettungsdienstschule in Frankenthal.
Helfersuche immer Thema
Für ihren Bereich, den sie ab Oktober verantwortet, hat Cranshaw vor allem einen Aspekt im Blick: „Das Gewinnen neuer Helfer ist ein ständiges Thema. Da gibt es immer eine gewisse Fluktuation.“ Sie sehe insgesamt keinen Grund, alles „auf links“ zu drehen. „Da geht es, wenn überhaupt, um Kleinigkeiten“, findet die 26-Jährige. Bei den Details knüpft Michael Baumann an: Auf die könne man mit der Aufgabenteilung mehr Augenmerk legen. „Man muss sehen: Wir sind in den letzten Jahren extrem gewachsen“, sagt der 42-Jährige, der im 20. Jahr Stadtbeauftragter der Malteser ist.
Die geplante Erweiterung der Tafel, die Neuordnung der Garagen, die Beschaffung des Einsatzleitwagens, die der Stadtrat im Frühjahr beschlossen hat – Projekte, bei denen der Blick fürs Detail gefragt ist, hat die Hilfsorganisation einige vor sich. Da bleibt auch für Finanzfachwirtin Cranshaw, die derzeit noch ein Fernstudium in Wirtschaftspsychologie absolviert, wenig Zeit für weitere Hobbys. Die gebürtige Frankenthalerin hofft auf „ab und zu mal ein Glas Wein, gemütlich zu Hause“.