Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Enttäuschung und Verständnis nach Absage der Fußballsaison im Amateurbereich

Giuseppe Moncada (rechts) und der VfR Frankenthal lagen in der Bezirksliga gut im Rennen. Ob der dribbelstarke Spieler auch in d
Giuseppe Moncada (rechts) und der VfR Frankenthal lagen in der Bezirksliga gut im Rennen. Ob der dribbelstarke Spieler auch in der kommenden Spielzeit das VfR-Trikot trägt, ist noch nicht sicher.

Nichts geht mehr: Die Fußball-Amateure im Bereich des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) können die Saison abhaken. Es gibt keine Absteiger und auch keine Aufsteiger. Letzteres ist vor allem für den VfR Frankenthal, die DJK SW Frankenthal und Eintracht Lambsheim bitter. Und doch: Zwei Vereine haben noch die Chance auf einen Titel.

Bezirksliga Vorderpfalz Nord

VfR Frankenthal

„Nachdem der Lockdown bis zum 18. April verlängert wurde, war mir klar, dass es keine Chance gibt, die Runde fertig zu spielen“, sagt VfR-Vorsitzender Salvatore Mauro. Doppelt bitter für den VfR: Sowohl die erste als auch die zweite Mannschaft lagen bei Saisonabbruch aussichtsreich im Rennen. Sowohl die „Erste“ (Bezirksliga) als auch die „Zweite“ waren bei Abbruch jeweils auf Platz zwei in der jeweiligen Gruppe mit guten Chancen, in der kommenden Saison eine Klasse höher zu spielen. In der nächsten Spielzeit muss der VfR auf Jurica Antonovic verzichten, den es nach Grünstadt zieht. Der Verbleib des quirligen Giuseppe Moncada sei noch nicht sicher. „Er hat einige Angebote“, sagt Mauro. Mit Bastian Hommrich und Oguzhan Lozan sei man aber auf der Position gut besetzt. Zudem kämen noch einige Spieler aus der Jugend hoch.

SC Bobenheim-Roxheim

Der SC Bobenheim-Roxheim profitiert von der Entscheidung am grünen Tisch. Trotz akuter Abstiegsgefahr bleibt das Team in der Bezirksliga. „Uns wäre es aber lieber gewesen, wenn die Entscheidung unter sportlichen Bedingungen gelöst worden wäre“, sagt Trainer Sascha Löcher. Doch aufgrund der wenigen ausgetragenen Spiele sieht er nun keine Mannschaft benachteiligt, weil sportlich keine Entscheidungen gefallen seien. „Es kann auch keiner sagen, dass er die Meisterschaft geklaut bekommen hat.“ Gut sei, dass nun Planungssicherheit herrsche. Aber es sei nur der erste Schritt. Die Frage sei, wie es weitergehen soll. „Aber da gibt es sicher noch viele andere Dinge, die zu regeln sind, die vor dem Fußball rangieren“, meint Löcher.

A-Klasse Rhein-Pfalz Nord

ASV Heßheim

„Traurig, sehr, sehr traurig“, das ist die Reaktion von Andreas Köhler, Trainer des ASV Heßheim. Der ASV war ungeschlagen an der Spitze der Gruppe. Für seine Jungs sei das extrem bitter, weil sie bereits in der vergangenen Saison durch den vorzeitigen Abbruch die Möglichkeit genommen bekommen hätten, aufzusteigen. „Sportlich waren wir da noch in Schlagweite.“ Die Mannschaft habe erschüttert und traurig reagiert. Köhler kritisiert die aus seiner Sicht etwas überstürzte Entscheidung des SWFV. Auch wenn er die Argumente für den Abbruch nachvollziehen könne: Eigentlich habe man sich erst nach Ostern zusammensetzen wollen. Es gebe in anderen Bundesländern Tendenzen, nach Ostern wieder einiges zu ermöglichen. „Wenn ab 12. April Training möglich wäre, hätte das aus meiner Sicht noch gereicht, um die Saison fortzuführen.“

DJK Eppstein

Schon im November sei ihm klar gewesen, „dass wir die Runde nicht zu Ende spielen können“, sagt Eppsteins Coach Tobias Hinkel. Es sei in den vergangenen Monaten schwierig gewesen, die Jungs bei der Stange zu halten. Mit elf Zählern aus fünf Partien hatte die DJK auf Platz zwei schon sieben Zähler Rückstand auf Spitzenreiter ASV Heßheim. „Für die Heßheimer ist der Abbruch schlimmer als für uns“, sagt Hinkel dann auch mit Blick auf den Konkurrenten. Und trotzdem haben die Eppsteiner noch die Chance auf einen Titel. Denn der Kreispokal ist noch nicht abgesagt. „Das hat dann auch meinen Ehrgeiz geweckt. Wir werden uns online zusammensetzen und bereden, wie es weitergeht“, sagt Hinkel. Es gebe noch etwas zu erreichen. Mit drei Siegen könne man noch einen Titel gewinnen. Gegner der DJK im Viertelfinale wäre der MTSV Beindersheim.

MTSV Beindersheim

„Es war die einzig richtige Entscheidung“, sagt Üzdal Duman, Trainer des MTSV Beindersheim. Aus den bisher absolvierten Spielen lasse sich nichts ableiten, was Auf- und Abstieg betreffe. Der MTSV war abstiegsgefährdet, hätte den Klassenverbleib aber lieber sportlich erreicht, meint der Coach. Nun könne die nächste Saison geplant werden. Dass die Fortführung der Pokalwettbewerbe, der MTSV ist noch im Kreispokal, offen gelassen wurde, findet Duman in Ordnung. Zwar könne es sein, dass man sich dann eventuell nur auf ein Spiel vorbereiten müsse, aber das sei für alle gleich.

A-Klasse Rhein-Pfalz Süd

DJK SW Frankenthal

Innerlich hatte sich DJK-Trainer Tim Graf nach eigener Aussage schon auf die Absage vorbereitet. Sein Team hatte sich als Spitzenreiter mit fünf Siegen und einer Niederlage aus sechs Spielen fünf Zähler Vorsprung auf Croatia Ludwigshafen erarbeitet. Graf sagt aber auch: „Der Aufstieg in die Bezirksliga wäre für die junge Mannschaft noch zu früh gekommen.“ Natürlich hätte man den Aufstieg mitgenommen. „Aber das war nicht das Ziel. Wir sind super zufrieden.“ Dennis Morcinczyk, der in der Winterpause aus Ruchheim gekommen ist, bleibt. Mit Alessio Giganti kommt ein junger Flügelflitzer vom VfR Friesenheim. Mit weiteren Spielern sei man in Gesprächen, erläutert Graf. „Wir wollen auch in der nächsten Saison konkurrenzfähig sein.“

B-Klasse Rhein-Pfalz Nord-Nord

Eintracht Lambsheim

„Unaufsteigbar. Das ist das erste, das mir eingefallen ist“, sagt Eintracht-Trainer Uwe Naßhan. Sein Team war mit sechs Siegen aus sechs Spielen und 24:4 Toren unangefochten auf Aufstiegskurs. „Wir waren gut drauf. Ich bin mir sicher, dass wir es gepackt hätten“, ist Naßhan überzeugt. Jetzt wolle das Team eben in der kommenden Saison den Gang in die A-Klasse klar machen. Seine Jungs seien jetzt noch mal zusätzlich motiviert. Die Mannschaft bleibe zusammen. Eventuell komme noch der eine oder andere Spieler dazu. Das müsse aber noch nicht mal von außerhalb sein. Vielleicht gebe es ja ein paar Kandidaten in der zweiten Mannschaft.

B-Klasse Rhein-Pfalz Süd

TuS Flomersheim

„Wir sind traurig, weil wir so gut in Fahrt waren“, sagt Talip Tatar, Trainer von Spitzenreiter TuS Flomersheim. Der TuS hatte allerdings erst vier Spiele absolviert. Doch Tatar ist überzeugt davon, dass der Aufsteiger gleich wieder ein Wort um den Aufstieg hätte mitreden können. „Doch wenn die Gesundheit der Spieler gefährdet ist, tritt der Sport in den Hintergrund“, zeigt Tatar Verständnis. Die Frage sei jetzt, wie es weitergeht. „Die Spieler sind fast ein Jahr lang vom Sport weg.“ Er hoffe, dass dies nicht allzu große Auswirkungen auf den Kader habe. Sobald es möglich ist, will Tatar trotz des Abbruchs der Saison wieder Trainingseinheiten anbieten. Einfach, um die Spieler einmal wieder zu sehen und um die Gemeinschaft zu stärken.

C-Klasse Rhein-Pfalz Mitte

FC Arabia Frankenthal

Yessin Jeridi, Trainer des Spitzenreiters FC Arabia Frankenthal, will nicht alle Kommentare seiner Spieler verraten, die er in Whatsapp gelesen hat. Vielfach sei jedoch „War doch klar“ geschrieben worden. „Jeder, der jetzt auf einem Aufstiegsplatz steht, ist traurig und enttäuscht, weil große Anstrengungen unternommen worden sind. Und bei uns war es ja sehr sicher, davon bin ich überzeugt, dass wir aufgestiegen wären“, meint Jeridi. Dass die allgemeine Lage mit steigenden Inzidenzwerten auf den Hobbysport Auswirkungen hat, sei jedem bewusst gewesen.

Pirates F.C.

„Wir haben das erwartet, aber die Mannschaft ist natürlich enttäuscht“, sagt Trainer Maik Halkenhäuser. „Wir hatten einen Lauf und konnten uns nicht belohnen.“ Die Piraten waren mit sechs Siegen aus sechs Spielen Zweiter hinter dem FC Arabia, der eine Partie mehr ausgetragen hat. Doch die meisten seiner Spieler seien jetzt kämpferisch mit Blick auf die nächste Saison. „Wir haben gesehen, was geht.“ Der Aufstieg sei zwar nicht das Ziel für die kommende Runde, aber oben angreifen wolle man schon. Geholfen habe, dass die Piraten jetzt mit der DJK SW Frankenthal kooperieren und sich den Platz an der Frankenstraße teilen. „Dadurch haben wir jetzt ganz andere Möglichkeiten“, sagt Halkenhäuser.

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