Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischenbilanz: Raab sieht in der bisherigen Saison den größten Karriereerfolg

Marcel Weiß (links) gehört zu den starken Vorbereitern der SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg. Gegen Kirchheimbolandens Rico Spr
Marcel Weiß (links) gehört zu den starken Vorbereitern der SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg. Gegen Kirchheimbolandens Rico Sprenger ist er zuerst am Ball, gemeinsam stehen beide Donnersberger Teams 2023 in der Aufstiegsrunde der Bezirksliga.

Der Trainer der SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg spart nicht mit Lob, wenn er auf die bisherige Saison zurückschaut. Er spricht gar vom vielleicht größten Erfolg seiner Karriere. Er arbeitet akribisch, sammelt Daten und Fakten zu seinen Spielern. Für die Aufstiegsrunde hat er ein klares Ziel vorgegeben.

Es war eine aufregende erste Saisonhälfte für die Fußballer der SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg. Nach den ersten neun Spielen in der Bezirksliga Westpfalz Nord belegte das Team von Coach Alex Raab nur den achten und damit drittletzten Rang in der Zehnerstaffel. Mit der Teilnahme an der Aufstiegsrunde – die Bezirksliga spielt als eine von wenigen Klasse noch im Corona-Modus – im kommenden Frühjahr rechneten da nur noch die kühnsten Anhänger – und natürlich Coach Alexander Raab. Doch mit einer bärenstarken Rückrunde gelang den Kombinierten noch die Wende. Letztlich schaffte die SG noch den vierten Tabellenrang und hat damit das Saisonziel Ligaverbleib schon geschafft. Der Rest ist für Raab und seine Spieler Zugabe.

„Ich würde schon sagen, dass das, was wir in den 18 Spielen in dieser Saison erreicht haben, vielleicht der größte Erfolg in meiner Trainerkarriere ist“, sagt der SG-Coach. Raab ist stolz auf seine Mannschaft. „Zu Rundenbeginn mussten wir jede Menge Tiefschläge hinnehmen“, betont er. Jeremias Raab, sein Sohn und wichtige Stütze in der Abwehr, laborierte im August noch an den Folgen eines Kreuzbandrisses und wegen eines Knorpelschadens vierten Grades war zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher, ob er zurückkommen würde.

Verletzungspech bremst Anfangsschwung

Bei der Sportwoche in Albisheim zog sich in der Vorbereitung zur aktuellen Saison dann auch noch Silas Schlemmer, ein für den Trainer ganz wichtiger Akteur im System der SG, einen Kreuzbandriss zu. „Mit Christian Betz, der Knieprobleme hatte, fielen so drei Stammakteure gleich mal weg.“ Steffen Werrmann, der in den vergangenen Jahren auch als Kapitän ein Leistungsträger in der Offensive war, musste ebenfalls kürzertreten, sagt Raab, der klar macht: „Das war zunächst schon ein Handicap. In der ersten Hälfte der Hauptrunde gab es dann Licht und Schatten. Aber dann hat sich die Mannschaft wirklich sehr gut entwickelt und den Schalter in der Rückrunde umlegt. Das macht mich wahnsinnig stolz, dass die Jungs so gut mitgezogen, hart gearbeitet und sich letztlich die Teilnahme an der Meisterrunde im kommenden Frühjahr wirklich verdient haben.“

Raab lobt seine Spieler durch die Bank. Zum Beispiel Heinrich Eckhardt. „Mit seinen 35 Jahren noch eine Bank in der Verteidigung, er hat eben ganz viel Erfahrung“, sagt der Trainer, der betont, dass auch Christian Stock in der Defensive das gezeigt habe, was er sich von ihm erwartet habe. Maximilian Schreiber und Steven Huff waren, so Raab, „immer wieder in der Anfangself flexibel einsetzbar“. Jeremias Raab kam dann zur zweiten Hälfte der Hauptrunde zurück. Für das Gefühl in der Mannschaft, dass noch was geht, sei das wichtig gewesen.

Nils Raab, die Doppelsechs und die Topvorbereiter

Eine überragende Hauptrunde attestierte der Coach seinem anderen Sohn Nils Raab. „Er bringt alles mit, ist zweikampf- und kopfballstark und war als Stratege ganz wichtig“, sagt der Trainer. Raab war auch von seiner Doppelsechs, die Konrad Degenhardt und Dennis Schappert bilden, begeistert. „Beide hatten einen langen Weg, um Fuß zu fassen. Aber sie haben es geschafft.“

Nils Schlemmer avancierte bei der SG zu einem wichtigen Torvorbereiter. Auch Marcel Weiß setzte in der Offensive Akzente. „Beide haben in den vergangenen fünfeinhalb Jahren von unseren insgesamt 428 Toren in dieser Zeitspanne 115 vorbereitet. Nils Schlemmer 61, Weiß 54“, erläutert der Coach, der akribisch Buch führt, deren Rolle.

Fairness als wichtiger Aspekt

Vor allem mit seiner körperlichen Präsenz und Zweikampfstärke auf dem Spielfeld sei Andreas Schick ein wichtiger Faktor bei den Kombinierten. „Er kann zum Nachfolger von Steffen Werrmann werden“, sagt Raab. Niklas Lindner im Sturm hat sich laut Raab ebenfalls noch einmal nach vorne entwickelt. „Das gleiche gilt für Romain Barraud.“ Der junge Angreifer war mit neun Treffern der beste Torschütze der Kombinierten. Keeper Danny Schlemmer war wieder die Nummer eins der SG zwischen den Torpfosten. Raab sagt: „Er hatte eine eher durchwachsene Saison bislang, aber er ist ein guter Keeper.“

Doch nicht nur die spielerische Leistung seiner Jungs gibt Grund zur Freude: Die Kombinierten waren die fairste Mannschaft in der Bezirksliga Nord. „Wir haben keine Rote und Gelb-Rote Karte, auch da bin ich stolz drauf“, sagt Raab. Für die Aufstiegsrunde hat sich der Coach mit seiner Mannschaft ein Ziel gesetzt: „Wir wollen die 40-Punkte-Marke erreichen.“ Der Aufstieg ist bei Raab dagegen kein Thema. Seine SG geht mit 28 Punkten als Achter von zehn Teams ins Rennen. Der FV Ramstein (44 Punkte) und die beiden Spitzenteams aus der Südstaffel, die SG Eppenbrunn (40) und die SG Knopp/Wiesbach (37) seien die Teams, die wohl die beiden ersten Tabellenränge unter sich ausmachen werden.

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