Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Spiel der Woche: Alex Raab trotz Niederlage stolz auf sein Team

Kein Leckerbissen für Fußballästheten: Auf dem Hartplatz in Mannweiler-Cölln war Kampf angesagt.
Kein Leckerbissen für Fußballästheten: Auf dem Hartplatz in Mannweiler-Cölln war Kampf angesagt.

Der SC Weselberg wurde am Samstagabend im Topspiel der Bezirksliga Westpfalz seiner Favoritenrolle gerecht. Der Spitzenreiter gewann beim Tabellendritten SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg mit 3:0 (0:0). 355 Zuschauer sahen ein intensives Spiel auf Asche – und einen nicht unzufriedenen Heimtrainer.

Nach Schlusspfiff sangen die Weselberger „Spitzenreiter, Spitzenreiter“. Es klang erleichtert. „Das war auch ein hartes Stück Arbeit“, sagte SC-Coach Felix Assel. „Auf dem Platz war es schwer, aber wir wollten die Dinge spielerisch lösen. Der Gegner eher nicht, die waren auf Zerstörung aus und haben es uns nicht leicht gemacht.“ Der Weselberger Trainer erklärte: „Mitte der ersten Halbzeit sah es kurz danach aus, als ob das Spiel gegen uns laufen würde. Aber mit den Wechseln zu Beginn der zweiten Halbzeit haben wir die Partie in den Griff bekommen und uns durchgesetzt. Ich bin zufrieden.“

Tatsächlich lieferte die SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg dem Favoriten im ersten Durchgang einen offenen Schlagabtausch. Wenn das Team von Coach Alexander Raab mit einer 1:0-Führung in die Kabine gegangen wäre, hätte sich der SC nicht beschweren können. Nach 25 Minuten zappelte das Leder auch im Tornetz des Tabellenführers. Doch der gute Schiedsrichter Finn Subal und sein Team entschieden auf Abseits.

Eingewechselter Helfrich trifft

Viel spielte sich in der Mitte des Hartplatzes ab. Ein Leckerbissen für Fußballästheten war die Partie nicht. Aber beide Mannschaften zeigten packende, aber fast immer faire Zweikämpfe. Die Stimmung durch die vielen Zuschauer tat ihr übriges, dass richtig Feuer im Spiel war.

Bei Weselberg kamen im zweiten Durchgang dann Lucas Heil und Timo Helfrich ins Spiel. Der SC hatte ab der 55. Spielminute eine kurze Druckphase. Nach einem Freistoß von der Mittellinie gelangte der Ball in den Sechzehner der Platzherren. SC-Kapitän Marco Kessler köpfte an den Pfosten und von dort sprang das Spielgerät direkt vor die Füße des gerade eingewechselten Helfrich, der eiskalt zum 1:0 (58.) vollendete. Es war ein Wirkungstreffer für die Heimmannschaft. Und Weselberg schlug kurz danach im Stil einer Spitzenmannschaft wieder zu: Einen Angriff über rechts verteidigten die Kombinierten nicht gut. Auf der linken Seite lauerte bei der Weselberger Flanke am langen Pfosten des SG-Gehäuses Niklas Plitt, der zum 2:0 (60.) einschoss. Zwei Treffer innerhalb von 120 Sekunden. Ein Nackenschlag für die Spielgemeinschaft, die aber weiter machte und Pech hatte. Einen Schuss von Niclas Lindner köpfte Helfrich auf der Torlinie weg (70.). Letztlich machte Sebastian Schütz mit dem 3:0 (84.) alles für den Primus klar.

Raab will weitermachen

Während die Weselberger feierten, hatte SG-Trainer Alex Raab seine Spieler in einem Kreis versammelt. Für die geknickten Akteure gab es von ihrem Trainer viel Lob. „Die Jungs haben wieder alles gegeben. Eigentlich geht so ein Spiel dann 0:1 aus. Ich denke, wir haben die Partie lange auf Augenhöhe gespielt. Man hat die Klasse von Weselberg gesehen. Aber ich finde wir haben uns gut verkauft.“ Raab machte weiter klar: „Man darf nicht vergessen, wo wir herkommen. Lange Zeit haben wir in Mannweiler nur B- oder C-Klassen-Fußball gesehen. Jetzt spielen wir Bezirksliga. Noch mal: Die Jungs haben mich in den vergangenen fünf Jahren nicht enttäuscht. Die hauen alles raus, das ist genial.“ Ob auf einem Rasen- oder Kunstrasenplatz für seine Mannschaft mehr gegangen wäre? Der Hartplatz war auch für die SG ungewohnt. „Das ist wirklich müßig, ich denke, wir haben es auch hier gut gemacht“, sagte Raab.

Der Rückstand der SG auf die beiden vorderen Plätze ist durch die Niederlage gewachsen. Aber Raab sagte: „Unser Ziel ist es, den dritten Rang zu verteidigen.“ Der Coach selbst wird wohl weitermachen. „Wenn der Verein mich nicht rausschmeißt, stehe ich auch nächste Saison an der Seitenlinie“, sagte der Finkenbacher Trainer nach Spielschluss.

So spielten sie

SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg: Schlemmer - Schreiber, Schappert (86. Boukari), Weiß, Nils Raab - Simon, Schick, Silas Schlemmer, Huff - Nils Schlemmer, Betz (68. Lindner)

SC Weselberg: Rommelfanger - Kessler, Schmenger (52. Helfrich), Landoll, Conzelmann (46. Hell) - Huffmann (61. Baum), Büchler, Müller, Plitt - Julian Bold (85. Niklas Bold), Schütz

Tore: 0:1 Helfrich (58.), 0:2 Plitt (60.), 0:3 Schütz (84.) - Gelbe Karten: keine - Niklas Bold, Huffmann - Beste Spieler: Nils Raab, Silas Schlemmer - Helfrich, Büchler - Zuschauer: 355 - Schiedsrichter: Subal (Queidersbach)

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