Biedesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Sanierungsgebiet endlich auf den Weg gebracht

Fast alle Ratsmitglieder wohnen in dem künftigen Förderbereich oder haben Verwandte dort.
Fast alle Ratsmitglieder wohnen in dem künftigen Förderbereich oder haben Verwandte dort.

Als der Biedesheimer Rat vor einem Jahr ein Sanierungsgebiet auf den Weg bringen wollte, durfte er keinen Beschluss fassen. Dafür musste ein Beauftragter bestellt werden. Jetzt aber können endlich Modernisierungen gefördert werden.

Mit einem Städtebaulichen Sanierungsgebiet soll ein Anreiz für die Instandsetzung älterer Immobilien geschaffen werden. Ab jetzt können sich Hauseigentümer in Biedesheim beraten lassen, eine Vereinbarung mit der Verbandsgemeinde Göllheim abschließen und dann über einen Zeitraum von zwölf Jahren sämtliche Kosten für Mängelbeseitigung sowie energieeffiziente oder barrierefreie Umgestaltung von der Einkommensteuer absetzen.

Bis zum Satzungsbeschluss war es aber ein langer, steiniger Weg. Das erste Hindernis war, dass alle Gremiumsmitglieder mit Ausnahme von Ulrich Kühlwein in dem künftigen Förderbereich wohnen oder Verwandte dort haben. Insofern durften sie laut Paragraf 22 der Gemeindeordnung der Kernplan GmbH aus Illingen keine Aufträge zu dem Projekt erteilen. VG-Bürgermeister Steffen Antweiler (FWG) sollte es richten. Als offiziell ernannter Beauftragter hatte er zusammen mit Kühlwein die notwendigen Beschlüsse zu fassen.

Verfahren endlich beendet

Inzwischen sind eine Studie zur Dorfentwicklung und vorbereitende Untersuchungen gelaufen. Das bereits seit einem Jahr währende Verfahren wurde nun am Dienstag beendet. Der VG-Büroleiter Thomas Peter war in Vertretung des erkrankten Verwaltungschefs gekommen, begleitet von der stellvertretenden Bauamtsleiterin Anja Lehrmoser. Letztere informierte darüber, dass drei Berater – je ein Mann aus Eisenberg, Rüssingen und Weitersweiler – für Menschen, die ihre Immobilie modernisieren möchten, zur Auswahl stehen. „Vor Ort beurteilt er, inwieweit vorgesehene Veränderungen am Gebäude förderfähig sind“, sagte sie.

Dieser erste Termin werde mit einer Pauschale zwischen 250 bis 400 Euro vergütet. Anhand der Expertise des Beraters, der das Vorhaben bis zur Fertigstellung begleitet, stelle die VG eine Bescheinigung fürs Finanzamt aus. In einem Negativkatalog sei geregelt, wofür es keine Abschreibemöglichkeiten gebe, etwa große Dachüberstände, metallische Fassaden oder Türen in grellen Farben.

Das Sanierungsgebiet „Ortskern Biedesheim“ umfasst eine Fläche von circa 17,4 Hektar. Bürgermeister Holger Pradella stellte abschließend klar, welche Areale außerhalb liegen: rund um den Friedhof, das Baugebiet „Im Bangert“, im Außenbereich liegende Höfe und zwei, drei einzelne Anwesen im Dorf.

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