Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Ausgabe der Nordpfälzer Geschichtsblätter

Steht im Zentrum eines Beitrags: Georg Washington Schiffer (1864-1931)
Steht im Zentrum eines Beitrags: Georg Washington Schiffer (1864-1931)

Gleich vier Themen, Neuigkeiten beim Geschichtsverein und Heimatmuseum sowie eine Buchbesprechung beinhaltet das neue Heft der Nordpfälzer Geschichtsblätter. Darüber informiert Andreas Fischer aus Falkenstein, der Redakteur der Schriftenreihe des Nordpfälzer Geschichtsvereins Rockenhausen.

„Lehrer Jakob Müller – Der Kantor von Alsenz“ heißt der Beitrag von Bernhard B. Bonkhoff aus Homburg. Der 1901 in Alsenz geborene Jakob Müller durchlief die damals übliche Lehrerausbildung im Schullehrerseminar in Kaiserslautern, wo das Orgelspiel zu den Pflichten gehörte. Müller hatte nicht nur Musik im Blut, sondern auch eine gute Stimme. Er liebte Volkslieder, schließlich war die Familie mit dem Obermoscheler Heimatdichter Richard Müller verwandt. Müller spielte in Nachbarorten die Orgel und hatte mehrere Chöre, dirigierte sogar den Werkchor der BASF in Ludwigshafen. Erst 1978 wurde die erneuerte Orgel wieder in der Alsenzer Kirche aufgestellt – nun war der große Musikant wieder ganz in seinem Element.

„Das Grabkreuz zu Seelen“ heißt der Beitrag von Inge Huber aus Reichsthal. Hier geht es um die Aufstellung eines angemessenen Kreuzes auf dem gemeinschaftlichen Leichenhof zu Seelen. Das Pfarramt hatte das Köngliche Landcommisariat Kusel 1847 aufgefordert, sich dazu zu äußern.

Ein Pferdegespann als Verhängnis

Berthold Schnabel aus Deidesheim schreibt über „Das Türmchen der Rosenthaler Klosterkirche und seine beiden Nachfolger“. Ausführlich geht er auf die Geschichte des 1241 gegründeten Zisterzienserinnenklosters St. Maria Rosenthal ein. Das markante Türmchen der Klosterruine diente als Vorbild für weitere Bauten: für die Kirche von Harxheim-Zell, die am 1. Januar 1876 vollständig niederbrannte und für die Annakapelle bei Niederschlettenbach. Diese Kapelle wurde 1458 erbaut und 1945 durch einen Bombentreffer zerstört.

Stefan W. Frank aus Schauenstein schreibt über den bayerischen Kommerzienrat Georg Washington Schiffer (1864-1931) und seine Beziehungen in die nördliche Pfalz. Während einer Recherche über die Pfälzischen Schamotte- und Tonwerke AG – vormals Schiffer & Kircher – fiel das Augenmerk auf ein Mitglied des Kleinkarlbacher Seitenzweigs der Familie Schiffer. Mit 16 büchste der junge Schiffer von zu Hause aus und schiffte sich über Bremen in die USA ein. 1896 kehrte er in die alte Heimat zurück und gründete 1901 die Amberger Kaolinwerke GmbH. Aufgrund seines beruflichen Erfolges wurde er 1926 zum Kommerzienrat ernannt. Tragisch sein Tod: Schiffer verunglückte 1931 mit dem Auto, als er in ein führerloses Pferdegespann fuhr, die Deichsel traf ihn tödlich am Kopf.

Wiedereröffnung des Heimatmuseums

Egon Busch aus Rockenhausen, Leiter des Nordpfälzer Heimatmuseums, berichtet im Heft über die bevorstehende Wiedereröffnung des Heimatmuseums. Nachdem die Sanierung 2019 begonnen hatte, soll die Renovierung bis Ende Juni abgeschlossen sein. Das Museum soll dann wieder eröffnet werden – und häufiger zugänglich sein als bisher. Der Verein und die Stadtverwaltung hoffen dabei auf die bewährten Kräfte des Museumskreises, doch sei weitere Unterstützung notwendig. Interessierte können sich beim Nordpfälzer Geschichtsverein melden.

Timo Scherne aus Rockenhausen berichtet über Aktuelles beim Nordpfälzer Geschichtsverein. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Egon Busch für 34 Jahre Tätigkeit als Schriftleiter geehrt, als Nachfolger wurde Andreas Fischer aus Falkenstein gewählt. Geehrt wurde auch Erich Herr, der 21 Jahre Kassenwart war und weiter Kassenprüfer ist. Herrs Nachfolger ist Rüdiger Paul aus Marienthal. Eckhard Venske, der aus dem Vorstand zurückgetreten ist, erfuhr eine Ehrung für sein langjähriges Engagement als stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer. Neues Vorstandsmitglied ist Michael Cullmann aus Rockenhausen.

Die Zeit der Dorfschulen

Eine Buchbesprechung rundet das Geschichtsblatt ab. Darin geht es um das bebilderte, 116 Seiten umfassende Buch von Egon Busch aus Rockenhausen, „Auf Wiedersehen Herr Lehrer“. Busch lässt in seinen Erzählungen die Zeit der ehemaligen kleinen Dorfschulen wieder erstehen.

Wer an Exkursionen des Vereins teilnehmen oder das Nordpfälzer Geschichtsblatt erwerben möchte, kann sich an Timo Scherne wenden (Telefon 06361 9945077, E-Mail: timo.scherne@t-online.de). Autoren können Beiträge an Andreas Fischer, Friedhofstr. 2, 67808 Falkenstein senden, E-Mail: fischer-andi@t-online.de.

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