Fussball
Johannes Henrich: Große Liebe zum TuS Stetten und zum FC Bayern München
Dafür, dass die Liebe zum Fußball keine Ligazugehörigkeit kennt, ist Johannes Henrich ein Paradebeispiel. Mit gleichermaßen viel Herzblut coacht er das B-Klasse-Team des TuS Stetten und verfolgt die Spiele des FC Bayern München. Henrichs Heimatverein ist der TuS Bolanden. Seine gesamte Jugendzeit sowie die ersten beiden Jahre im Aktivenbereich verbrachte der heute 30-Jährige bei den Blau-Weißen. 2013 folgte dann der Wechsel nach Stetten. Schnell wurde Henrich so etwas wie eine Identifikationsfigur beim B-Ligisten, egal ob als Spieler auf dem Platz, oder als Unterstützer an der Seitenlinie mit eigens angefertigten Fahnen. Darauf zu sehen: Vereinslegende und Ehrenvorsitzender des TuS Stetten, Lothar Stichter, liebevoll „Loddar“ genannt. Die persönliche Verbundenheit nach Stetten wurde dann noch einmal intensiver, nachdem Henrich zwischen 2016 und 2019 dort wohnte. „Ich fühle mich in Stetten zuhause, auch wenn ich nicht mehr dort wohne“, sagt er. Mittlerweile lebt er mit seiner Frau und zwei Söhnen wieder in Bolanden.
Seine Trainerkarriere startete 2015 eher unverhofft und widerwillig. Da es für die damalige C-Jugend keinen Trainer gab, übernahm Henrich eher aus der Not heraus. „Das Training mit den Jungs hat mir dann aber ziemlich schnell Spaß gemacht und am Ende der Saison wurden wir Meister“, resümiert der 30-Jährige. Im Oktober 2019 folgte dann der Erwerb der B-Lizenz, die dazu berechtigt, Teams bis zur Oberliga zu coachen. Als Lars Igel, der langjährige Spielertrainer der „Löwen“, die Beendigung seiner Trainertätigkeit bekanntgab, witterte Henrich seine Chance und bewarb sich bei dem Verein seines Herzens. Im Januar folgte die Zusage und es war klar, dass aus dem Spieler Johannes Henrich der Trainer Johannes Henrich werden würde. Auf der langjährigen Arbeit Igels baut der Neucoach auf, nimmt aber hier und da kleine Veränderungen vor: „Die Jungs spielen schon lange zusammen. Einige Spieler haben aber seit dieser Saison neue Aufgaben oder Positionen. Bei vielen klappt das schon ganz gut, ich denke also schon, dass man von einer positiven Entwicklung sprechen kann. Mit Lars Igel, der weiter als Spieler zur Verfügung steht und Jochen Walter haben wir zwei erfahrene Spieler, die unseren jungen Akteuren enorm weiterhelfen.“
Eigene Mannschaft in guter Form
In der Tat präsentiert sich die Truppe aktuell in starker Form. Fünf Siege in Folge stehen zu Buche, Platz vier nach 13 absolvierten Partien. Der Rückstand auf die Tabellenspitze beträgt allerdings bereits elf Punkte. Am kommenden Sonntag gastiert die Henrich-Elf bei der SG Appeltal, die nur zwei Punkte weniger auf dem Konto hat.
Apropos Tabellenspitze: Als Fan des deutschen Rekordmeisters, des FC Bayern München, kennt er sich damit besonders gut aus. Bereits bei über 300 Spielen war er live im Stadion mit dabei, sowohl im Olympiastadion und später in der Allianz-Arena, als auch bei diversen Auswärtspartien im In- und Ausland. „Mein Onkel hat mir eigentlich keine andere Wahl gelassen, als Bayern-Fan zu werden. Er hat mir früh Trikots und Zeitschriften geschenkt und mich schon als Kind mit ins Olympiastadion genommen“, resümiert der glühende Anhänger des FCB.
65 wach für den FC Bayern München
Als schönste Auswärtsreisen blieben ihm vor allem die einwöchige Reise nach Marokko zum Weltpokal, nach Schottland zu Celtic Glasgow, nach Italien zu AS Rom und zu den beiden großen Clubs aus Spanien, dem FC Barcelona und Real Madrid, in Erinnerung. Das mit Abstand lauteste Stadion erlebte er bei Besiktas Istanbul in der Türkei. Dass Henrich sich nicht nur für die „großen“ Gegner interessiert, zeigt die nach seinen Angaben verrückteste Auswärtsreise, die er bisher für die Bayern antrat: „Ab München ging es an einem Montagmorgen in einem Reisebus nach Lviv in der Ukraine. Nach einem mageren 0:0 an einem Dienstagabend sind wir dann wieder nach Hause gefahren. Alles in allem also 65 Stunden ohne richtigen Schlaf für ein 0:0 in der Ukraine.“
Seine zeitaufwendigen Hobbys seien nur deshalb möglich, weil er sich voll und ganz auf die Rückendeckung der beiden liebsten Frauen in seinem Leben verlassen kann: Seine Frau und seine Mama, die sich dann um die beiden Kinder kümmern und alles „am Laufen halten“. Die nächste Auswärtsreise ist bereits geplant: Am 14. Februar 2023 geht es zum Champions-League-Spiel nach Paris – Henrich weiß seine beiden Söhne dann wie immer in den besten Händen.
Die Spiele im Überblick
B-Klasse KL-DOB Nord: ASV Winnweiler II - SV Alsenborn II (So, 12.45), TSG Albisheim - SSV Dreisen, SV Imsbach - TSG Zellertal, SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg II - SG Münchweiler/Alsenbrück-Langmeil, TuS Dannenfels - SG Niederkirchen/Morbach/Heiligenmoschel II (alle So, 14.30), SG Appeltal - TuS Stetten (So, 15)
C-Klasse KL-DOB Nord: SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg III - SG Stetten/Gauersheim II, NMB Mehlingen-Baalborn II - SG Münchweiler/Alsenbrück-Langmeil II (beide So, 12.45), SG Sippersfeld/Lohnsfeld/Neuhemsbach II - TSG Zellertal II, SV Gundersweiler II - TSG Kerzenheim (beide So, 13), SG Rockenhausen/Dörnbach II - SG Bolanden/Dannenfels II (So, 15)