Zellertal
Hochwasserschutz: Nicht nur die Flutgräben bereiten Sorgen
Der Ammelbach durchquert die Ortslage von Harxheim und der Ausdehnung der Pfrimm sind im Zellertal mit seinen steil abfallenden Hängen enge Grenzen gesetzt. Anknüpfend an die Untersuchung zum Hochwasserschutz in der VG Göllheim diskutiert man in der Ortsgemeinde Zellertal die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Ziel ist ein Maßnahmenkatalog der Gemeinde zu Hochwasservorsorge.
Die Frage, welche Aufgaben sich für die Gemeinde ergeben, zieht ihrerseits eine Reihe weiterer Fragen nach sich. Zum Beispiel die Frage nach den Zuständigkeiten an den Bachläufen und in ihrem Umfeld, die Frage nach den Besitzverhältnissen, oder die Frage nach der Rechtslage, wenn es um Lagerplätze im Bereich möglicher Überschwemmungszonen geht. Ebenso stellt sich die Frage nach den Folgen für Neubaugebiete. Der Fragenkatalog wird zur Zeit abgearbeitet.
Geringes Rückhaltepotenzial der Weinberge
Starkregen und Überflutungsgefahren betreffen aber nicht nur die Ortslagen. Die malerischen Weinbergshänge haben im Ernstfall nur ein sehr geringes Regenrückhalte-Potential. Die vorhandenen Flutgräben dienen nicht nur dazu, die Wirtschaftswege zu entwässern, sondern haben auch die Funktion, das Außengebietswasser von der Bebauung fernzuhalten.
Große Sorge bereitet darum den Zellertalern der Zustand und die Unterhaltung der Flutgräben. Ortsbürgermeister Christian Lauer verweist auf 24 Flutgräben mit einer Gesamtlänge von etwa 10.000 Metern. Rechtlich seien sie den Wirtschaftswegen und damit der Feldhut zugeordnet. Unterhalt und Sanierung seien daraus aber nicht finanzierbar. Dazu führt Lauer eine Kostenschätzung über 30.000 bis 40.000 Euro für die Sanierung von 300 Meter Flutgraben bei Niefernheim an.
Alle Bürger können Beitrag leisten
Wenn nicht das Meiste auf die lange Bank geschoben werden solle, müssten zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten geprüft und gefunden werden, so Lauer. Er betont, die Hochwasservorsorge sei eine Gemeinschaftsaufgabe. Nicht nur das Land, der Landkreis und die Kommunen seien verantwortlich. Alle Bürgerinnen und Bürger könnten ihren Beitrag leisten.
Weitere Themen im Rat
- Die Herstellung von Gräbern wird ab dem 1. Januar 2022 teurer. Die Bestattung in einer Reihen- oder Wahlgrabstätte kostet künftig 780 Euro. Die Beisetzung einer Urne 220 Euro.
- Gegründet wurde der Förderverein Niefernheim. Zu den Projekten zählt die Erneuerung des Glockenturms.