Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Hitze und Trockenheit: Viele Bäche im Landkreis von der Bildfläche verschwunden

Auch für die Tierwelt hat die Trockenheit – zum Teil tödliche – Folgen. Hier am Ransenbach.
Auch für die Tierwelt hat die Trockenheit – zum Teil tödliche – Folgen. Hier am Ransenbach.

Viele kleine Bäche prägen den gesamten Donnersbergkreis – von Nord nach Süd, von Ost nach West. Normalerweise. In diesem heißen und trockenen Sommer bieten sich dem Betrachter vielerorts nur noch Pfützen oder höchstens Rinnsale. Das hat weitreichende Konsequenzen, auch für die Tierwelt.

So manch Tourist, der den Donnersbergkreis zu Fuß oder per Fahrrad erkunden will, reibt sich verwundert die Augen. Wenn er beispielsweise eine Wanderkarte mit sich führt, auf der Bäche eingezeichnet sind, von denen partout nichts mehr zu erkennen ist. Oder wenn er Dörfer besucht, in denen Gräben angelegt sind, in denen nichts zu sehen ist außer vereinzelten Überresten von etwas, das durchaus mal ein fließendes Gewässers gewesen sein könnte. Die Witterung der zurückliegenden Wochen macht den Gewässern zu schaffen. Und weil es im Donnersbergkreis sehr viele kleine Bäche gibt, die schon in gemäßigteren Sommern nur ganz zaghaft vor sich hin plätschern, ist so manches dieser Fließgewässer (vorübergehend) komplett von der Bildfläche verschwunden.

Dorfmitte Waldgrehweiler: Der Moschelbach wartet auf Regen. Verblieben sind nur ein paar Pfützen.
Dorfmitte Waldgrehweiler: Der Moschelbach wartet auf Regen. Verblieben sind nur ein paar Pfützen.

Dass kleinere Bachläufe trockenfallen, ist laut Umweltabteilung der Kreisverwaltung zum Teil bedingt durch die Verdunstung. „Immer mehr“ werde dies aber auch durch sinkende Grundwasserspiegel verursacht. Und: durch die fehlende Speicherung von Niederschlagswasser in den Böden.

Durch die stellenweise ausgetrockneten Fluss- und Bachläufe werde sowohl die Vegetation als auch die Tierwelt geschädigt, bestätigt die Umweltabteilung der Kreisverwaltung. Vor allem betreffe dies Fische und Insekten. Zwar könnten sich viele Arten erholen, wenn irgendwann wieder Regen einsetzt, jedoch warnen die Fachleute vor der langfristigen Entwicklung, die sich abzeichnet: Es stehe zu erwarten, dass die Trockenperioden „eher häufiger und länger werden – was zu immer mehr Druck auf Flora und Fauna führt“.

Wasser abschöpfen verboten

Daher müsse konsequent das Ziel weiterverfolgt werden, Niederschlagswasser nicht schnellstmöglich abzuleiten, sondern in der Region im Boden zu halten und zu speichern. Dazu könnten zum Beispiel Gründächer ihren Teil beitragen, heißt es aus der Umweltabteilung der Kreisverwaltung. Zudem müsse in den Siedlungen für versickerungsfähige Flächen gesorgt werden.

Der Ransenbach in Höhe des Waldgrehweilerer Glockenturms. Es fehlt auf dem Bild: Wasser.
Der Ransenbach in Höhe des Waldgrehweilerer Glockenturms. Es fehlt auf dem Bild: Wasser.

Ganz wichtig: Aufgrund der angespannten Lage ist es derzeit verboten, für private Zwecke Wasser aus oberirdischen Gewässern zu entnehmen. Auch das Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen – was grundsätzlich als sogenannter Gemeingebrauch gemäß Landeswassergesetz erlaubt ist – schädige in Trockenzeiten das Gewässer, so die Verwaltung. Wasser mittels elektrischer Pumpen aus Bächen zu entnehmen, das sei ohne gesonderte wasserrechtliche Erlaubnis ohnehin nicht zulässig.

Anders sieht es bei privat genutzten Brunnen aus, bei denen die Nutzer – insbesondere für die Trinkwassernutzung – eine wasserrechtliche Erlaubnis haben. Dort seien bereits in der Erlaubnis maximale Entnahmemengen festgeschrieben. Zusätzliche Einschränkungen dazu seien derzeit nicht vorgesehen.

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