Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Glasfaserchaos: Zum Glück kann man klagen

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Das Chaos, das Telekommunikationsunternehmen bei der Glasfaser-Anbindung derzeit anrichten, strapaziert unsere Geduld bis aufs Äußerste. Komplett hilflos sind wir aber nicht.

In jüngster Zeit hatten wir in der Donnersberger Rundschau mehrfach das zweifelhafte Vergnügen, über die enormen Schwierigkeiten zu berichten, die leider viel zu viele Kommunen mit der Einführung des schnellen Internets per Glasfaser haben. In Winnweiler zum Beispiel waren nicht nur zeitweise Telefon und Internet tot, die Arbeiten haben auch Stolperfallen hinterlassen und sehen optisch nicht gut aus. Letzteres ist übrigens in den meisten Orten der Fall, in denen Tiefbauarbeiten in Sachen Glasfaser stattgefunden haben. In Steinbach hat sich gar ein regelrechtes Drama abgespielt: Über Wochen und Monate hatten etliche Haushalte in bestimmten Straßenzügen weder Festnetz noch Internet, im Januar gar fast das gesamte Dorf. Die Ursachenforschung hat nicht viel Licht in die Angelegenheit gebracht.

Die Verursacher solcher Pein waren, wie zu erwarten, nicht sehr hilfreich. In Steinbach bekam Ortsbürgermeisterin Susanne Röß, die gar nicht mehr zählen kann, wie oft sie in der Warteschleife der Telekom hing, nur gesagt, dass jeder Geschädigte seine Beschwerde selbst vorzubringen habe. Eine Beschwerde der Ortschefin im Namen aller Geschädigten sieht die Telekom offenbar nicht vor. Dabei sind solche Massenausfälle, auch bei anderen Unternehmen, alles andere als eine Seltenheit.

Die einen sind schlecht, die anderen schlechter

Leider wird es den Anbietern von schlechtem Service bei uns in Deutschland nach wie vor viel zu leicht gemacht. Vor allem weil das Argument „dann geh ich halt woanders hin/kauf ich halt woanders“ zumindest dann ad absurdum geführt wird, wenn alle anderen Anbieter genauso schlecht sind, was in Sachen Glasfaser/Internet leider allzu oft den Tatsachen entspricht.

Diese Unwilligkeit, ihren Serviceauftrag ernst zu nehmen, grassiert natürlich beileibe nicht nur unter Telekommunikationsunternehmen. Für normale Menschen wird es zunehmend schwierig, sich durch das Dienstleistungsdickicht zu schlagen. Selbst im (Berufs)-leben Stehende möchten manchmal schier kapitulieren ob der unterschiedlichen Zumutungen, die das tägliche Leben im Jahr 2024 für sie bereit hält. Vor allem zunehmend ins Internet verlagerte Serviceleistungen machen keineswegs nur Senioren zu schaffen, auch jüngere Internetaffine wünschen sich oft statt eines Callcenters mit Warteschleife, wo dann am Ende jemand sitzt, der erkennbar keine Ahnung hat (und eigentlich auch gar keine Lust), einfach nur einen kompetenten Gesprächspartner, der auch wirklich weiterhelfen kann und will. Eigentlich etwas, das selbstverständlich sein sollte.

Die Verbraucherzentrale kann helfen

Aber ich schweife ab: Für Glasfasergeschädigte scheint sich jetzt immerhin eine Möglichkeit aufzutun, wie sie wenigstens ein Minimum an Entschädigung bekommen können. Dank einer Sammelklage nach Artikel 58 des Telekommunikationsgesetzes. Demnach könnten etlichen Steinbachern mehrere hundert Euro zustehen. Kleiner Tipp: Wer ein ähnliches Problem hat, kann sich an die Verbraucherzentrale in Mainz wenden. Gemessen an dem echten Ärger ist das zwar kaum mehr als ein symbolischer Betrag, aber ein ganz klein wenig Genugtuung hat man davon vielleicht doch. Und wenn diese Möglichkeit bekannter wäre, würden wohl auch mehr Menschen von ihr Gebrauch machen, nicht nur in Steinbach.

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