Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Fanclub kickt gegen frühere FCK-Helden

Sascha Kiefaber (links) läuft Josef Wernz davon. Die FCK-Traditionsmannschaft gewinnt gegen die Rockenhausener Prinzengarde 3:2.
Sascha Kiefaber (links) läuft Josef Wernz davon. Die FCK-Traditionsmannschaft gewinnt gegen die Rockenhausener Prinzengarde 3:2.

Der 1. FCK-Fanclub „Die Prinzengarde“ aus Rockenhausen feiert 2021 sein 25-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum hatte sich die Traditionsauswahl der Roten Teufel angekündigt. 350 Zuschauer wollten das Benefizspiel für die Hochwasseropfer in Rheinland-Pfalz am Freitagabend im Stadion Obermühle sehen.

Ludwig Scholl, bei der Prinzengarde nur „Lui“ genannt, ist das älteste Mitglied des Fanclubs. „Anhänger des 1. FC Kaiserslautern bin ich schon seit klein auf“, erzählt der 60-Jährige aus Sippersfeld. Sein großes Vorbild? Dafür reicht ein Blick auf sein Fußball-Outfit. „Die Stutzen“, erklärt der Torwart der Prinzengarde, „die sind aus den 90ern.“ Das Keeper-Trikot? „Auch. Das war das Jersey, das der Gerry Ehrmann bei der Meisterschaft des FCK 1991 getragen hat. Das ziehe ich zu allen Spielen unseres Fanclubs an. Allerdings bestreiten wir meist Hallenturniere, auf dem Feld ist das eher selten der Fall“, sagt „Lui“. Für das Spiel gegen die FCK-Traditionsmannschaft, in der an diesem milden Sommerabend in Rockenhausen ehemalige Profis wie Fabrizio Hayer oder Harald Kohr stehen, hat der Sippersfelder das Trikot natürlich wieder rausgeholt.

Frotzeleien und ein guter Zweck

„Ich wollte mal sehen, wie der ein oder andere Ex-Profi jetzt aussieht und ob der noch kicken kann“, sagt ein älterer Mann, der mit seiner Frau aus Winnweiler zum Benefizspiel gekommen ist, und macht klar: „Außerdem ist das ja für einen guten Zweck.“ Er und die vielen anderen Besucher sehen ein Spiel auf Augenhöhe. Als sich Ludwig Scholl eine Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit von 80 Minuten warm macht, steht es 2:2. 350 Zuschauer sind gekommen. „Die spielen ja so ideenlos wie die Drittligamannschaft“, frotzelt ein Besucher, als die FCK-Granden mal einen Angriff ohne Torerfolg beenden müssen. Doch in der Schlussphase drücken die alten Roten Teufel auf den Siegtreffer. Es ist die Zeit, in der Scholl seinen Auftritt hat.

„Wir haben mit Andreas Iselborn einen super Keeper, das war klar , dass er 75 Minuten spielen wird. Ich wollte einfach nur die letzten fünf Minuten haben und dieses Erlebnis genießen“, erzählt „Lui“. Und der 60-Jährige pariert in der spannenden Schlussphase dann auch zweimal prächtig. Reaktionsschnell entschärft er zwei Kopfbälle der FCK-Helden. Doch in der Schlussminute muss er dann doch den Ball aus dem Netz holen. Fabrizio Hayer zirkelt nämlich einen Freistoß in das von ihm aus gesehene linke Eck. „Ich habe den Ball leider nicht gesehen“, zuckt Scholl mit den Schultern. Kurz danach ist Schluss. Die Traditionself gewinnt das Spiel durch diesen Last-Minute-Treffer mit 3:2. Übel nimmt Scholl das Gegentor niemand. Warum auch? „Natürlich schade, aber das war besser, dass die FCK-Traditionself gewinnt“, schmunzelt der Routinier und nimmt zugleich Glückwünsche entgegen – für seine „Weltklasse“-Paraden.

„Fußball-Gott“ Marschall kann’s noch

„Einige von den FCK-Routiniers kennen wir ja“, erzählt Fabian Schmitt, der im Sturm des Fanclubs spielt und erzählt: „Die sind alle ganz in Ordnung.“ Sein Blick fällt dabei auf Olaf Marschall. Der ehemalige Mittelstürmer der Roten Teufel, der mit 21 Toren in 24 Spielen einen gewaltigen Anteil an der Sensationsmeisterschaft 1998 unter Trainer Otto Rehhagel hatte, hat mittlerweile vielleicht ein paar mehr Kilos auf den Rippen. Doch der Mann mit der Minipli-Frisur, der unter den FCK-Fans Kultstatus erreicht hat, ist noch immer da, wo ein Torjäger stehen muss. Das müssen auch die Akteure der Prinzengarde erfahren. Zweimal führte der Fanclub nämlich. Eric Iselborn erzielte nach zwei Minuten das 1:0 und ein Eigentor bescherte der Prinzengarde das 2:1. Doch Marschall köpfte den 2:2-Ausgleich für den FCK. „Das war aus dem Stand“, schmunzelt der heute 55-Jährige, der sagt: „Das war ein anstrengender aber doch schöner Kick.“ Und mit dem besseren Ende wegen Hayers Treffer für seine Mannschaft.

3500 Euro für die Hochwasseropfer

Nach Spielschluss gibt es das obligatorische Gruppenfoto. Und einen großen Applaus vom Publikum. Die wichtigste Nachricht gibt es kurz nach Abpfiff: 3025 Euro werden an diesem Freitagabend eingenommen. Prinzengarde und die FCK-Traditionself runden den Betrag noch auf 3500 Euro auf. Das Geld kommt den Opfern der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz zu Gute. „Das ist sehr schön “, findet auch Keeper „Lui“ Scholl, der sagt: „Das war ein super Erlebnis.“

x