Falkenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Doppelhaushalt der Gemeinde weist für 2020 und 2021 Fehlbeträge auf

Längst nicht mehr im Gleichgewicht ist der Haushalt der Ortsgemeinde Falkenstein.
Längst nicht mehr im Gleichgewicht ist der Haushalt der Ortsgemeinde Falkenstein.

„Zähneknirschend haben wir den Doppelhaushalt 2020/21 für Falkenstein beschlossen“. So umschreibt Ortsbürgermeister Volker Demmerle die Stimmung im Ortsgemeinderat bei der Vorstellung und Verabschiedung des Zahlenwerkes.

Beide Haushaltsjahre schließen mit Fehlbeträgen ab, auch für die nächsten Jahre sei keine Besserung in Sicht. „Die Umlagen fressen uns alles weg“, so Demmerle. 88.224 Euro fließen an die Verbandsgemeinde, 72.955 an den Kreis und 2877 Euro als Gewerbesteuerumlage ans Land. Dazu kommen Personal- und Versorgungsaufwendungen mit 35.425 Euro, Sach- und Dienstleistungen mit 37.539 und Tilgungen mit 9065 Euro.

„Im Ort haben wir drei bedeutsame Kostenfaktoren: die Burg, das Bürgerhaus und den Friedhof“, informierte der Ortsbürgermeister. Beim Friedhofs- und Bestattungswesen ergibt sich 2020 ein Fehlbetrag von 7694, beim Bürgerhaus von 7022 Euro. An der Burgruine stehen Sanierungsmaßnahmen an, die noch nicht beziffert sind. Hauptsächlich steht dabei die Holzbrücke als Zugang zur Ruine im Fokus.

Schlüsselzuweisungen gehen stark zurück

21.025 Euro verschlingen Gemeindestraßen und Bürgersteige, 6739 Euro die Straßenbeleuchtung, 5603 die Pflege öffentlicher Plätze und 4064 Euro die Unterhaltung der Parkplätze.

Den Aufwendungen stehen als Erträge die Anteile an der Einkommensteuer mit 69.300 Euro, die Grund- und Gewerbesteuer mit 69.250 und die Zweitwohnsteuer mit 22.550 Euro gegenüber. Rückläufig um 25.560 Euro auf 15.940 Euro sind die Schlüsselzuweisungen vom Land. „Eine Steigerung der Erträge ist nicht denkbar“, so Demmerle: Die Steuerhebesätze seien bereits in den Vorjahren angepasst worden, „da befinden wir uns an der moralisch zumutbaren Grenze“, sagte Demmerle weiter.

Eigenkapital so gut wie aufgezehrt

2020 stehen Erträgen von 273.236 Euro Aufwendungen von 297.804 Euro gegenüber. Fehlbetrag: 24.568 Euro. 2021 sieht der Etat 273.491 Euro an Erträgen, 294.453 Euro Aufwendungen und damit einen Fehlbetrag von 20.962 Euro vor. 2022 und 2023 werden es wohl 49.284 und 48.817 Euro sein. So weist Falkenstein wohl im kommenden Jahr bilanztechnisch ein negatives Eigenkapital auf.

Investitionen sind 2020 nicht geplant, so dass es keiner Fremdmittel bedarf. Voraussichtlich ist Falkenstein Ende 2021 mit 173.012 Euro verschuldet (896 Euro pro Kopf). Mit 81.213 Euro steht die Kommune Ende 2021 bei der VG Winnweiler in der Pflicht.

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