Alsenbrück-Langmeil RHEINPFALZ Plus Artikel Bürger ärgert sich über illegal entsorgten Müll – und dass er seit Wochen herumliegt

 Ausrangierte Feuerlöscher, Öldosen, alte Reifen, Bauschutt, verrostete Kreissägenblätter und anderes mehr hat Matthias Müller i
Ausrangierte Feuerlöscher, Öldosen, alte Reifen, Bauschutt, verrostete Kreissägenblätter und anderes mehr hat Matthias Müller im Februar an einem Feldweg bei Langmeil entdeckt.

In die Natur geworfener Abfall ist eine Sauerei – das findet auch Matthias Müller. Kein Verständnis hat der Langmeiler aber auch für die, wie er es empfindet, Untätigkeit der Behörden. Bereits zweimal hat er eine illegale Müllablagerung gemeldet. Doch entsorgt wurde sie bislang nicht.

Am 12. Februar – einem Sonntag – ist Matthias Müller mit seiner Frau und den beiden Hunden der Familie spazieren gegangen. Etwa auf halbem Weg zwischen ihrem Wohnort Langmeil und Börrstadt haben sie „eine illegale Müllentsorgung entdeckt“, schildert der 55-Jährige der RHEINPFALZ. Unter den weggeworfenen Gegenständen tummelten sich nahe den Gleisen der Zellertalbahn beispielsweise ausrangierte Feuerlöscher, Öldosen, alte Reifen, Bauschutt, verrostete Kreissägenblätter, diverse Holzabfälle sowie weitere „Schmuckstücke“, die nicht in die freie Wildbahn gehören.

Das Ehepaar war sich sofort einig, dass der Unrat verschwinden muss. Schließlich verschandelt dieser nicht nur die Natur, sondern stellt „nach meiner Einschätzung auch eine Umweltgefährdung dar“, so Müller. Zum einen durch giftige Stoffe, zum anderen für Tiere – nicht zuletzt Gassi-gehende Hunde –, die sich beim Stöbern im Dreckhaufen verletzen könnten. Um „Schaden von der Natur und vielleicht auch der Tierwelt abzuwenden“, hat er noch am selben Tag die Polizei in Rockenhausen telefonisch über den Fund informiert. Dort habe er die Auskunft erhalten, der Fall werde an die zuständige Ordnungsbehörde weitergeleitet, berichtet Müller.

Auch Holzabfälle sind an dieser Stelle entsorgt worden.
Auch Holzabfälle sind an dieser Stelle entsorgt worden.

Müllberg liegt unverändert

Zwei Wochen später sei er dann erneut an besagter Stelle vorbeigekommen – und habe festgestellt, dass offenbar „niemand diese Sauerei zu stören scheint“. Jedenfalls habe er den Abfallberg unverändert vorgefunden, woraufhin er dieses Mal bei der VG-Verwaltung in Winnweiler angerufen habe. Dort habe ihm eine Mitarbeiterin ebenfalls versichert, sich um die Sache zu kümmern, berichtet Müller.

Über die Ostertage habe er ein weiteres Mal nachgesehen. Ergebnis: Der Unrat liegt immer noch. Seinem Ärger hat Müller dann gegenüber dieser Zeitung Luft gemacht: „Mir stinkt das. Man hört immer von Zivilcourage, Nachhaltigkeit, Umweltschutz und so weiter, aber anscheinend verschließt man am besten die Augen und denkt: egal. Das ist zwar traurig, aber soll ich etwa den Abfall selbst entsorgen, wenn ich mich gestört davon fühle? Das kann es doch nicht sein!“ Sein Fazit des Ganzen: „Natürlich ist die illegale Müllentsorgung selbst das Schlimmste, das soll hier nicht in den Hintergrund geraten. Aber darüber hinaus ist mir auch die Passivität der Behörden absolut unverständlich.“

Kreisverwaltung ist zuständig

Der Winnweilerer Orts- und VG-Bürgermeister Rudolf Jacob teilt auf Anfrage der RHEINPFALZ mit, dass der Verwaltung gerade im Bereich des Grüngutplatzes bei Langmeil sowie dem dort verlaufenden Weg Richtung Börrstadt des Öfteren illegal entsorgter Müll gemeldet werde. Grundsätzlich zuständig sei dafür jedoch die Kreisverwaltung, an die man folglich die entsprechenden Informationen weiterleite. Wenn sich kein Verursacher ermitteln lasse – „was in der Regel ja leider der Fall ist“ –, muss der Grundstückseigentümer den Zustand beseitigen lassen. „Deshalb prüfen wir auch zunächst, ob das betreffende Gelände im Besitz der Orts- oder Verbandsgemeinde ist“, erläutert Jacob. Sei dies der Fall, erfolge keine Weitergabe an die Kreisbehörde. Stattdessen werde dann verwaltungsintern der Bauhof beauftragt, den Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen.

Zu seinem Bedauern lasse sich allerdings nicht auf Anhieb klären, was mit Müllers Anruf bei der Verwaltung geschehen ist, so der Bürgermeister weiter. Aktenkundig sei dieser nicht, auch eine Nachfrage beim Ordnungsamt habe keine Aufklärung erbracht. Für Müllers Ärger hat Jacob jedenfalls Verständnis: „Zwar sind Polizei und VG hier nicht die richtigen Ansprechpartner. Aber ein Bürger kann natürlich schon erwarten, dass Behörden untereinander die Informationen an die richtige Adresse weitergeben.“

Seitens der Polizeiinspektion Rockenhausen sei dies auch geschehen, betont deren Leiter Matthias Ankner. Er bestätigte, dass Müllers Anruf am 12. Februar bei seiner Dienststelle eingegangen war. Dies sei im Rapport des betreffenden Tages dokumentiert, im Anschluss sei der Sachverhalt – wie in solchen Fällen üblich – in schriftlicher Form der Kreisverwaltung gemeldet worden.

Der illegal entsorgte Müll liegt noch immer dort.
Der illegal entsorgte Müll liegt noch immer dort.

Grundstücksbesitzer in Pflicht

Deren Pressesprecher Lutz Schowalter teilt auf Anfrage mit, nach Eingang der auf 20. Februar datierten Anzeige der Polizei habe die Abteilung Ordnung und Verkehr den Grundstückseigentümer ermittelt. Dieser sei anschließend aufgefordert worden, „den Müll zu beseitigen und den entsprechenden Entsorgungsnachweis vorzulegen“. Dies sei bislang noch nicht geschehen – daher werde „die Kreisverwaltung nochmals in Kontakt treten und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten“, so Schowalter. Welche das sein könnten, ließ die Kreisbehörde allerdings offen.

Matthias Müller ist zwar ein wenig besänftigt, dass die Behörden seinem ersten Hinweis offenbar doch schneller nachgegangen sind, als er das befürchtet hatte. Kein Verständnis hat er allerdings dafür, dass seither so viel Zeit verstrichen ist, ohne dass sich etwas an der unhaltbaren Situation geändert hat: „Natürlich ist es ärgerlich, wenn ich als Grundstückbesitzer den Dreck beseitigen muss, den mir ein anderer hingekippt hat. Aber so ist nun mal die Vorschrift.“ Und (nicht nur) er fragt sich, ob und wann der Eigentümer ohne das auf seine Initiative beruhendes Nachhaken beim Kreis ein zweites Mal an seine Entsorgungspflicht erinnert worden wäre. Müller wird jedenfalls demnächst mal wieder zwischen Langmeil und Börrstadt spazieren gehen. „Ich bin gespannt, ob der Müll dann weg ist.“

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