Wachenheim
Impfbus: Nur „Frühbucher“ erfolgreich
Bereits nach einer guten Stunden waren die begehrten Termine weg. Wer danach noch zum Impfbus vor dem Wachenheimer Freibad kam, wurde von einer Mitarbeiterin auf den nächsten Tag vertröstet. Da stünde der Bus in Neustadt. „Aber kommen Sie am besten vor 9 Uhr, sonst bekommen Sie wieder nichts“, lautete ihr gut gemeinter Ratschlag. Viele der Wartenden verließen kopfschüttelnd und enttäuscht den Parkplatz.
Teamleiter Konstantin Heid erklärte das Prozedere, um an die ersehnte Impfung zu kommen: „Zunächst bekommen die Impflinge eine Impfdokumentation mit allen nötigen Informationen ausgehändigt, auf dem sie sich registrieren müssen. Dort ist ein Zeitraum vermerkt, wann sie sich vor dem Bus einzufinden haben, um die Impfung zu erhalten“, so Heid. Dadurch sollen größere Schlangen vor dem Impfbus vermieden werden.
„Das ist ein Witz, dass um 10.30 Uhr nichts mehr da ist“
Nach dem „Check-in“, dem Abgleichen der Daten, gehe es dann hinein in den Bus zum Aufklärungsgespräch mit einem der zwei Ärzte. Nach dem Piks erfolge nach 15 Minuten das „Check-out“ mit Stempel und Aufkleber im Impfpass.
Karim Ramisch hatte gerade noch rechtzeitig seine Anmeldepapiere erhalten. „Ich bin froh, dass es heute klappt. Das ist eine praktische Sache mit dem Impfbus hier“, sagt der Wachenheimer, der sich seine Booster-Impfung abholen möchte. Dieter Wiegand ist aus Ludwigshafen gekommen, um sich die dritte Impfung geben zu lassen. „Ich habe im Internet gelesen, dass der Bus heute in Wachenheim Station macht und war beruflich in der Nähe. Allerdings bin ich erst um 15 Uhr dran“, sagte Wiegand. Ein älteres Ehepaar aus Wachenheim hatte nicht so viel Glück und musste unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten. „Ich hätte nicht gedacht, dass nach so kurzer Zeit alles ausgebucht ist“, wunderte sich der Rentner.
Ein Student aus Bad Dürkheim hatte sich aufgrund der 2G-Regelung entschlossen, sich nun „doch endlich impfen zu lassen“. Für ihn komme die Impfung von Johnson & Johnson in Frage, damit er nur einmal geimpft werden müsse. Für einen jungen Mann aus Gönnheim war es nicht nachvollziehbar, dass nicht ausreichend Impfstoff für alle vorhanden war. „Das ist doch ein Witz, dass um 10.30 Uhr nichts mehr da ist. Wie will man da zu einer besseren Impfquote kommen?“, fragt er frustriert.
Die Apothekerin, die für das Aufziehen der Spritzen verantwortlich ist, erklärte, dass die Busse immer 59 Violen mit sechs Dosen des Biontech-Impfstoffes an Bord haben und eine „ausreichende Menge“ des Vakzins Johnson & Johnson. Etwa 450 Impfdosen können so an einem „Impfbus-Tag“ verabreicht werden.
Kommentar: Politik muss sich mehr anstrengen
