Jüdisches Erbe Kunst für die SchUM-Städte: Stipendiaten kommen nach Speyer, Worms und Mainz

Beschäftigt sich mit der Speyerer Mikwe: Avery Gosfield.
Beschäftigt sich mit der Speyerer Mikwe: Avery Gosfield.
Becshäftigt sich mit einem Buch der Wormser jüdischen Gemeinde: Katya Oicherman.
Becshäftigt sich mit einem Buch der Wormser jüdischen Gemeinde: Katya Oicherman.
Kommt nach Mainz: Germán Morales.
Kommt nach Mainz: Germán Morales.

Noch in diesem Herbst werden drei von einer hochkarätigen Jury unter 90 Bewerbungen ausgewählte Künstlerinnen und Künstler das neue Projektstipendium SchUM „Artist in Residence“ in Speyer, Worms und Mainz antreten.

Gesucht wurden Personen, die sich für sechs Wochen intensiv mit der Geschichte und Spiritualität des mittelalterlichen jüdischen Städteverbunds SchUM – Sch für Schpira, U (Waw) für Warmaisa und M für Magenza – auseinandersetzen, der soeben als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt wurde. Ausgewählt wurden eine Musikerin, ein Architekt und eine bildende Künstlerin .

Musik für Speyer

Avery Gosfield, in Italien lebende US-Amerikanerin, ist Spezialistin für Alte Musik und Projektleiterin der Jüdischen Musik- und Theaterwoche Dresden. Gemeinsam mit ihrer Gruppe „Ensemble Lucidarium“ wird sie eine Komposition erarbeiten, die auf jüdischen Text- und Musiküberlieferungen beruht, aber auch Neukompositionen und Improvisation enthält. Die Mikwe in Speyer in ihrer architektonischen und klanglichen Struktur wird dabei Inspirationsquelle und Aufführungsort.

Zeichnungen für alle drei Städte

Mainz wird für sechs Wochen Arbeitsort für den Argentinier Germán Morales sein. Der Architekt hat sich auf Rekonstruktion und Erfassung historischer Bauten spezialisiert und in seinem Heimatland über jüdische Kolonien geforscht. Er wird mit Zeichnungen und Fotos das architektonische Erbe der drei Städte erfassen. Ergebnis seiner Arbeit wird eine virtuelle Publikation sein, die auch pädagogisch nutzbar sein soll.

Stickerei für Worms

Das dritte Stipendium geht an Katya Oicherman. Sie wurde in der UdSSR geboren und lebt heute in New York. Als bildende Künstlerin hat sie sich mit Video, Installationen und Performances beschäftigt. Sie möchte in Worms eine Serie von Handstickereien anfertigen, die Bezug auf das „Minhagbuch“ nehmen, eine Sammlung jüdischer Gebräuche und Riten, die Juspa Schammes, Chronist der Wormser jüdischen Gemeinde im 17. Jahrhundert, angefertigt hat.

Zur Jury gehörten die Kunstkritikerin Dorothee Baer-Bogenschütz, die Lyrikerin Nora Gomringer, der Architekt Manuel Herz, der Musikprofessor Sebastian Sternal und der Autor Feridun Zaimoglu. Der Mainzer Kurator Günter Minas, künstlerischer Leiter des Projekts, wird gemeinsam mit den Stipendiaten ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm entwickeln und die Präsentation der in den SchUM Städten entstandenen künstlerischen Projekte vorbereiten.

x