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Freitag, 23. August 2019 Drucken

Sport

Sport-Kolumne: FCK-Trainer Hildmann verdient Vertrauen

Von Horst Konzok

Horst Konzok Foto: KUNZ

Horst Konzok Foto: KUNZ

Ein Trainer ist immer von Ergebnissen abhängig. Die Liga spielt dabei keine Rolle. Beim Oberligisten TSG Pfeddersheim wurde letzte Woche nach nur vier Spieltagen der erst zu Saisonbeginn von Verbandsligist TSV Gau-Odernheim losgeeiste Christoph Hartmüller (32) beurlaubt. Die Treueschwüre – Makulatur. Die Trennung – ehrliches Eingeständnis: Es hat nicht gepasst. Das aus dem nordpfälzischen Göllheim stammende Trainertalent mit großem FCK-Fan-Herz wird wieder kommen.Beim 1. FC Kaiserslautern erlebt Sascha Hildmann in diesen Tagen den ganz normalen Wahnsinn des Fußball-Geschäfts. Nach dem 2:0-Sensationssieg im DFB-Pokal gegen Bundesligist 1. FSV Mainz 05 herrschte beim FCK Euphorie – Mannschaft und Trainer des Drittligisten wurden gefeiert. „Balsam auf der Fanseele“, konstatierte der stolze Trainer, der nach glücklich überstandener Anfangsphase eine toll spielende, eine überragend kämpfende Lauterer Mannschaft nicht unverdient siegen sah. Eine Woche später spielt diese Mannschaft gegen Braunschweig wie eine schlechte Kopie ihrer selbst, geht mit 0:3 unter, verspielt Punkte und mühsam erworbenen Kredit. Der Trainer trägt die Verantwortung für den Fehlstart: Fünf Punkte aus fünf Spielen sind zu wenig, wenn man aufsteigen will.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Die Mogelpackung

Natürlich hat Hildmanns Mannschaft beim 0:0 gegen Ingolstadt begeisternden, Zweitligareifen Fußball zelebriert. Da waren im 4-1-4-1 Strukturen und Plan zu erkennen. Da transportierte die Mannschaft Leidenschaft. Das fehlte gegen Braunschweig. Nur einmal lief Christian Kühlwetter den Torwart mit Tempo an – ansonsten war’s träger Alibi-Fußball, ängstliches Versteckspiel im eigenen Stadion. Der Fan ist die vielen grottigen Heimspiele leid. Der Fan will Herzblut-Fußball sehen. Dann verzeiht er auch ein 0:0.

Sascha Hildmann hat es bisher nicht geschafft, seiner Mannschaft Konstanz einzuverleiben. Das ist der Vorwurf, mit dem er leben muss. Der Mannschaft sollte der Trainer mal ein Video von Miro Klose vorspielen; der zeigte, wie man Gegner im Vollsprint als Stürmer anläuft. Nach der WM 2002 erklärte der damalige FCK-Torjäger japanischen Journalisten, was der Neu-Hamburger Naohiro Takahara von ihm lernen könne. „Er kann lernen, wie man an der gegnerischen Eckfahne einen Ball verliert und ihn an der eigenen eine Minute später vor der Westkurve wieder gewinnt“, erklärte Miro. Genau so hatte er’s vorher gemacht.

Hohe Identifikation

Hildmann ist einer, der zum FCK passt. Er ist einer, der sich mit der Aufgabe und dem Verein identifiziert. Der Job ist für ihn Herzenssache. Hildmann weiß, dass er Erfolge braucht, um seine Arbeit fortsetzen zu können. Er muss der Mannschaft schnell Konstanz beibringen. Der FCK braucht auch eine unverkennbare DNA. Der Stil, den Steffen Baumgart mit dem SC Paderborn praktiziert, ist einer, der auch in Lautern ankommt. Hildmann hat Vertrauen verdient. Er dankt es mit Einsatz! Er weiß um die Unterstützung von Martin Bader, dem Geschäftsführer Sport. Der sportliche Nicht-Erfolg schwächt aber auch dessen Position..

Am Montag gab es eine wunderbare Veranstaltung bei Rotary in Kirchheimbolanden. Rund 50 Gäste diskutierten mit großer Sachlichkeit nach einem Vortrag unter dem Titel „FCK: gestern - heute - morgen“ über Vergangenheit und Zukunft des Traditionsvereins. Die Menschen leiden mit dem FCK. Die Sehnsucht nach Ruhe, die Basis für Erfolg, ist groß. Wilfried de Buhr, der Vorstandsvorsitzende des FCK e. V., sprach ein bewegendes Schlusswort, sieht nach der Einigung mit Flavio Becca wieder Land nach der Fast-Insolvenz. „Es dauert vielleicht noch zwei, drei Monate. Dann muss Ruhe herrschen“, beschwor er die Einheit der Vereinsfamilie, die spätestens nach einer Mitgliederversammlung wieder hergestellt sein müsse. Sein Wort in Gottes Ohr!