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Freitag, 09. Februar 2018 Drucken

Sport

Mit der Familie auf Wolke sieben

Von Lars Becker

Bejubelt hier seinen Sieg im Gesamtweltcup 2017: Eric Frenzel.

Bejubelt hier seinen Sieg im Gesamtweltcup 2017: Eric Frenzel. ( Foto: dpa)

Porträt: Mit Sohn Leopold auf den Schultern hat der Deutsche Olympia-Fahnenträger Eric Frenzel für den großen Moment geübt.

Eric Frenzel, der zu den Winterspielen in Südkorea eine Anreise mit Hindernissen erlebte, wird am Freitag die deutsche Mannschaft bei der Eröffnungsfeier der XXIII. Olympischen Winterspiele anführen. Und hat daheim schon mal ein wenig geübt. Er nahm Sohn Leopold auf die Schultern, und der durfte dabei ein kleines deutsches Fähnchen tragen. Heute wird die Fahne wesentlich größer sein, mit der der Nordische Kombinierer an der Spitze des deutschen Teams bei der Eröffnungsfeier einmarschieren wird. Dem 29-Jährigen ist trotzdem nicht bange, obwohl er nach einer 26-stündigen Anreise-Odyssee erst spät am Donnerstagabend das Deutsche Haus zur Präsentation erreichte.

"Unglaublich begeistert"

„Ich werde die Fahne schon halten können“, sagte er und fügte mit strahlender Miene hinzu: „Ich war unglaublich begeistert, als ich es erfahren habe. Mir ist die Spucke im Hals steckengeblieben.“ Schließlich war allgemein damit gerechnet worden, dass die deutsche Rekord-Winterolympiasiegerin Claudia Pechstein bei ihrem siebten Olympia-Start als deutsche Fahnenträgerin auserkoren wird. Doch Fans und Mitglieder des deutschen Olympia-Teams, deren Votum je zur Hälfte zum Endergebnis beitrug, entschieden sich gegen die umstrittene Eisschnelllauf-Einzelkämpferin (24,5 Prozent). Und stattdessen mit 31,4 Prozent klar für den Teamplayer und Familienmenschen Eric Frenzel, der drei Kinder hat.

Rekordhalter und dreifacher Vater

„Meine ganze Familie war hellauf begeistert“, beschrieb Frenzel die Stimmung. Seine Frau Laura und zumindest die beiden Söhne Philipp und Leopold werden den Auftritt des Familienoberhaupts vor einem Milliarden-Publikum im Fernsehen mitverfolgen. Die kleine Tochter Emma wird wahrscheinlich noch nicht so richtig verstehen, was da gerade vor sich geht, schließlich ist sie erst im Juni vergangenen Jahres geboren worden. Sie wird Papi vermissen ...

Zum ersten Mal Papa wurde Frenzel schon mit 18. Seine Frau war bei der Geburt des ersten Kindes gerade einmal 15 Jahre alt. Trotzdem schaffte es Frenzel, mit seiner Laura als Paar und Familie zu wachsen und „nebenbei“ noch eine sehr erfolgreiche Karriere hinzulegen. Der Ausnahmesportler ist mit fünf Gesamtweltcupsiegen in Serie Rekordhalter, hat fünf WM-Titel gewonnen und 2014 den Olympiasieg im Einzel geholt.

"Riesige Euphorie"

„Eric ist nicht nur sportlich ein herausragender Athlet. Er bringt auch als bodenständiger und sympathischer Mensch alle Qualitäten mit. Mehr Vorbild geht nicht“, lobte DOSB-Präsident Alfons Hörmann bei seiner Laudatio im Deutschen Haus. Er traf gemeinsam mit Frenzel am späten Abend ein, weil ihre Maschine in München erst mit sechsstündiger Verspätung abheben konnte. Trotzdem verbreitete Frenzel gute Laune: „Ich habe sieben Stunden im Flieger geschlafen und will jetzt eigentlich noch gar nicht ins Bett. Die Euphorie ist einfach riesig.“

Ein gutes Omen

Außerdem war das zumindest für die deutsche Fahnenträgerin bei den Olympischen Winterspielen von 2014, Maria Höfl-Riesch, ein gutes Omen. „Maria ist erst vornweg gegangen und hat dann den Olympiasieg geholt. Natürlich wäre es schön, wenn ich das auch so zeigen könnte.“ Im Weltcup hatte Frenzel zuletzt Probleme, fühlt sich nun aber wieder wohler nach einem in dieser Woche beendeten Trainingslager in Oberstdorf: „Meine Aufgabe als Fahnenträger hat mir noch einmal einen Schub gegeben. Ich habe im Training einen guten Sprung nach vorn gemacht und fühle mich in sehr guter Verfassung.“ Zudem kommen seine Frau und der große Sohn Philipp zu den Wettkämpfen nach Südkorea. Das sollte ihn beflügeln.