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Dienstag, 08. Oktober 2019 Drucken

Sport

FCK-Rücktritte: Neuanfang am Rande des Abgrunds

Von Oliver Sperk, Horst Konzok

Über den Dächern seiner Stadt: Patrick Banf in seinem Büro in seiner Firma.

Über den Dächern seiner Stadt: Patrick Banf in seinem Büro in seiner Firma. (Foto: KUNZ)

Tabula rasa – die Führungskrise beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern ist eskaliert. Die drei verbliebenen Aufsichtsräte Patrick Banf, Jochen Grotepaß und Bruno Otter haben gestern Abend ihren Rücktritt erklärt. Es gibt nun Wahlen und eine außerordentliche Jahreshauptversammlung. Die ordentliche JHV am 20. Oktober findet nicht statt.

Otter, Grotepaß und Banf scheiden mit ihrem Rücktritt zugleich aus dem Beirat der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH aus, die die Geschicke der Profifußball-Abteilung der Roten Teufel lenkt.

Das Trio will seine Entscheidung nicht als „Hinschmeißen“ verstanden wissen. Der bisherige Vorsitzende des Beirats Patrick Banf sagt: „Getroffen haben wir die Entscheidung letztlich im Interesse des 1. FC Kaiserslautern. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass wir mit einem von der Mitgliederversammlung demokratisch neu legitimierten Aufsichtsrat, der für einen Aufbruch stehen sollte, nach vorne gewandt die wichtigen Zukunftsfragen des FCK gemeinsam und in einer konstruktiven Art und Weise gelöst bekommen.“

Sportlich und personell in tiefer Krise

Am Sonntag vor einer Woche waren aus dem fünfköpfigen Aufsichtsrat/Beirat bereits Paul Wüst und Jürgen Kind zurückgetreten. Zugleich hatte der Aufsichtsrat bekanntgegeben, dass er den am 31. Dezember auslaufende Vertrag von Sport-Geschäftsführer Martin Bader nicht verlängern wird. Der FCK ist mit Aufstiegsambitionen in die Saison gegangen und steht nach elf von 38 Spieltagen auf Rang 15 der Tabelle.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Nachrücker Fuchs bleibt, vier Sitze zu vergeben

Für Wüst rückt Ex-Bundesligaspieler Fritz Fuchs in den Aufsichtsrat nach, er nimmt das Mandat an und bleibt bis zu den nächsten regulären Wahlen Ende 2020 im Amt. Der Unternehmer Wolfgang Rotberg nimmt das Nachrück-Mandat für Kind nicht an. Daher werden bei der noch zu terminierenden außerordentlichen Jahreshauptversammlung vier der fünf Aufsichtsräte des Vereins neu gewählt. Laut Satzung stellen mindestens drei von ihnen die Mehrheit des fünfköpfigen Beirats. Bis zur Nachwahl bleiben die ausscheidenden Aufsichtsräte kommissarisch im Amt.

„Die für eine Nachwahl von Aufsichtsräten satzungsgemäß notwendige Bewerbungsfrist von drei Wochen reicht bis zur bisher einberufenen Jahreshauptversammlung am 20. Oktober nicht mehr aus“, ließ der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Jochen Grotepaß wissen. Daher wird die Versammlung verschoben. Demnächst sollen die rund 18.000 FCK-Mitglieder eine neue Einladung mit geänderter Tagesordnung erhalten.

Otter: Konfrontation nicht zielführend

Für den ebenfalls am 3. Dezember 2017 in den Aufsichtsrat gewählten Michael Littig, der auf Druck des potenziellen FCK-Großinvestors Flavio Becca im Mai zurückgetreten ist, war Bruno Otter nachgerückt. Der kommentierte seinen Rücktritt angesichts der aufgeheizten Stimmung und Unzufriedenheit rund um den FCK nun so: „Wir sind (...) überzeugt, dass es zielführender ist, diese Konfrontation, die die drängenden Fragen nicht beantworten wird, aufzubrechen.“

Becca wartet ab

Milliardär Becca indes will das Ergebnis der Versammlung abwarten, seine möglichen zukünftigen Gesprächspartner kennenlernen und daher den Vertrag über seinen Einstieg beim FCK bis dahin nicht unterschreiben. Der hoch verschuldete Klub indes ist auf Millioneninvestitionen angewiesen.

 

 

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