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Samstag, 01. September 2018 Drucken

Sport

Devise: Kleine Ziele erreichen

Handball: Eulen Ludwigshafen empfangen morgen den deutschen Rekordmeister THW Kiel

Von Thorsten Eisenhofer

Regisseur Alexander Feld kann morgen vermutlich spielen.

Regisseur Alexander Feld kann morgen vermutlich spielen. ( Foto: KUNZ)

«Ludwigshafen.»Als Außenseiter bestreiten die Eulen Ludwigshafen morgen (13.30 Uhr, Ebert-Halle) ihr erstes Heimspiel in dieser Saison in der Handball-Bundesliga. Gegner ist der THW Kiel. Trainer Ben Matschke erwartet von seiner Mannschaft eine Weiterentwicklung.

Stefan Salger, vor der Saison vom TBV Stuttgart nach Ludwigshafen gewechselt, hat gute Erinnerungen an die Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle. Er hat gute Erinnerungen wegen der „geilen Stimmung“. Und er hat gute Erinnerungen, weil er zweimal dort gespielt – einmal mit der SG Leutershausen, einmal mit Stuttgart – und jeweils gewonnen hat. „Ich würde die Erfolgsserie in der Ebert-Halle natürlich auch im Trikot der Eulen gerne beibehalten“, so der 22-Jährige.

Das wird morgen allerdings nicht ganz so einfach werden. Vielmehr wäre dafür wohl ein kleines Handballwunder nötig. Der Gegner Salgers und der Eulen ist nämlich der THW Kiel. Die Handballmannschaft in Deutschland. Der Rekordmeister. Und für viele, nach zuletzt, was Titel angeht, recht mageren Jahren, der Topfavorit auf die Meisterschaft in dieser gerade gestarteten Saison.

Doch Stefan Salger wäre kein guter Sportler, wenn er nicht an einen Sieg glauben, ihn anstreben würde. Egal wie überlegen der Gegner auf dem Papier auch scheinen mag. „Wir müssen natürlich hoffen, dass die Kieler patzen“, sagt der Rückraumspieler und fügt an: „Wir werden – wie immer – alles geben, das zeichnet uns als Mannschaft auch aus.“ Er fiebert seinem Heimdebüt im Eulen-Dress entgegen, in der Halle, von der er so schwärmt.

Salger hat keine ganz leichte Vorbereitung hinter sich, weil er wegen einer Verletzung des Außenbandes zwei, drei Wochen nicht mit der Mannschaft trainieren, nur individuell üben konnte. Er sieht trotz des kleinen Rückschlags die ersten Wochen bei seinem neuen Verein sehr positiv, sagt, er habe ich super eingelebt. Zu den Eulen ist er gekommen, um sich „bestmöglich weiterzuentwickeln und das Bestmögliche zurückzugeben“ – nach seinem ersten Bundesligajahr in Stuttgart, in dem er, gemessen an seinem jungen Alter, viele Spielanteile hatte. Doch nun sieht er, was die persönliche Entwicklung angeht, in Ludwigshafen die besseren Möglichkeiten. Eulen-Trainer Ben Matschke hatte zuvor übrigens schon mehrfach versucht, ihn zu verpflichten. Als Matschke noch den TV Hochdorf coachte, war Salger sogar mal zum Probetraining da. Damals schaffte es Matschke nicht, Salger zu holen. Nun aber gelang es.

Jener Ben Matschke muss gegen Kiel auf jeden Fall auf Azat Valiullin verzichten, der sich bei der Auftaktniederlage beim Bergischen HC (23:27) einen knöchernen Bandausriss am Mittelfuß zuzog (wir informierten). Der Rückraumspieler wird laut Aussage Matschkes wohl auch noch kommenden Mittwoch in Minden fehlen. „Er kann derzeit noch nicht laufen“, berichtet der Coach. Hoffnung hat er für morgen allerdings auf den Einsatz von Spielmacher Alexander Feld (umgeknickt).

Der Übungsleiter erwartet von seiner Mannschaft gegen den THW Kiel, der sein erstes Saisonspiel bestreitet („Die werden ihren maximalen Fokus auf die Partie legen“), eine Weiterentwicklung: „Es zählt in Sequenzen, geht darum, kleine Ziele zu erreichen.“ Das heißt zum Beispiel: ein verbessertes Unterzahlspiel, weniger technische Fehler, den Gegner so oft wie möglich in den Positionsangriff zwingen, um einfache Gegentore zu vermeiden. „Schaffen wir das und verlieren knapp, dann können wir trotzdem sagen, dass wir ein geiles Spiel gemacht haben“, sagt Matschke.