Zweibrücken
Zweibrückens oberster Fallschirmjäger wollte immer Soldat werden
Oliver Henkel (49) ist seit gut einem halben Jahr Kommandeur der Niederauerbach-Kaserne. Obwohl er im ehemaligen Fallschirmjägerbataillon 263 seine Ausbildung begonnen hat, ist Zweibrücken eher Neuland für ihn.
1993 trat Oliver Henkel seinen Dienst im Saarland an, beim Fallschirmjägerbataillon 261 in Lebach. „Der Wunsch, Soldat zu werden, reifte schon als Kind in mir. Von meinen Eltern bin ich nicht militärisch vorgeprägt. Mein Vater hat nicht gedient. Mit meinen Großvätern wurde über die Wehrmacht nicht viel gesprochen. Aber für mich war der Wunsch, Soldat zu werden, von Anfang an klar. Und weil ich dann zu den größten Herausforderungen gestrebt habe, war für mich das persönliche Ziel, mich als Fallschirmjäger beweisen zu müssen.“
„Lebensziel, Kommandeur zu werden“
Die Niederauerbach-Kaserne, die Henkel seit August führt, betrat er erstmals im Jahr 2015. Während seiner Ausbildung war er ausschließlich in Lebach und Merzig. Merzig gehört wie Zweibrücken nun ebenfalls zum Fallschirmjägerregiment 26. Was verbindet Henkel persönlich mit seiner Aufgabe hier? „Für mich war es eine Traumverwendung und mein Lebensziel, Kommandeur zu werden. Das ist für einen Offizier in einer Fallschirmjägertruppe das Höchste.“
Henkel wurde in einem mehrstufigen Prozess zum Nachfolger von Oberst Markus Meyer bestimmt. Darin musste er sich, wie Bürger in Zivilberufen auch, einem Auswahlverfahren stellen. Wer am Ende Kommandeur wird, entscheidet der Generalinspekteur des Heeres. Das war seinerzeit Eberhard Zorn, für den die Niederauerbach-Kaserne keine unbekannte Größe ist. Zorn hatte von 2010 bis 2012 das Kommando über die Saarlandbrigade und war in dieser Funktion mehrmals selbst in Zweibrücken.
Ein paar Kartons stehen da noch
Inzwischen konnte Henkel Zweibrücken besser kennenlernen. „Erstens habe ich es fast geschafft, meine Wohnung einzurichten. Ein paar Kartons stehen da noch. Dass liegt aber wirklich am Job. Ich bin über das eine oder andere Wochenende hier gewesen und zum Beispiel über den Weihnachtsmarkt geschlendert. Oder habe mir das Stadtmuseum angeschaut. Das war sehr interessant. Ich gehe regelmäßig essen. Hier ist es kulinarisch deutlich besser als dort, wo ich vorher war.“
Vor seiner Versetzung nach Zweibrücken war Henkel im Seedorfer Fallschirmjägerregiment 31. „Der Nordwesten Deutschlands ist halt eher kulinarische Diaspora. Das liegt daran, dass Seedorf im Ballungsraum von Hamburg und Bremen liegt. Da sind dann eher Hamburg und Bremen die Orte, wo man essen geht.“
