Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken ist die deutsche Nummer 1

Macht Zweibrücken zur Nummer 1 in der deutschen Handelslandschaft, aber nicht alleine: das Fashion Outlet Zweibrücken an der Aut
Macht Zweibrücken zur Nummer 1 in der deutschen Handelslandschaft, aber nicht alleine: das Fashion Outlet Zweibrücken an der Autobahn 8.

Zweibrücken ist anziehend. Keine deutsche Stadt bindet gemessen an ihrer Größe mehr Kaufkraft im örtlichen Einzelhandel. Das belegen am Dienstag veröffentlichte Zahlen der GfK. Ein Nachbar darf sich aber auch freuen.

Es ist eine Bestätigung, wobei der Vorsprung sogar noch gewachsen ist: Zweibrücken ist die Stadt in Deutschland, die bezogen auf ihre Größe die meiste Kaufkraft im Einzelhandel von außen anzieht. Das geht aus der an diesem Dienstag veröffentlichten nationalen „Kaufkraft-Studie 2023“ der Nürnberger Wirtschaftsforscher von der GfK hervor. Von 400 deutschen Städten und Landkreisen wurde die für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung stehende Kaufkraft der Einwohner in Bezug zum Umsatz des örtlichen Einzelhandels gesetzt. Für Zweibrücken ermittelte die GfK einen Indexwert von 223, eine Steigerung um zehn Indexpunkte gegenüber dem vergangenen Jahr. Schon 2022 führte Zweibrücken die deutsche Rangliste der „anziehendsten“ Einzelhandelsstandorte an.

Der Indexwert 100 bedeutet, dass theoretisch die gesamte zur Verfügung stehende Kaufkraft aus den Einnahmen der Einwohner sich in den Kassen des örtlichen Handels niederschlägt. Praktisch ist das nicht der Fall. Allein der Onlinehandel zieht einen nicht unwesentlichen Teil der „Zweibrücker“ Kaufkraft ab. Ein Wert über 100 in der GfK-Auswertung bedeutet, dass Kunden von außerhalb mehr Geld reinbringen, als nach außen abfließt. Deutsche Mittelstädte seien die attraktivsten Einzelhandelsstandorte, folgert die GfK in ihrer neuesten Studie zu Kaufkraft und Einzelhandelszentralität. Und: Zweibrücken führe 2023 die Reihenfolge mit dem Wert 223,0 deutlich an vor dem neuen Zweitplatzierten, der Stadt Straubing. Die bayrische Mittelstadt mit knapp 48.000 Einwohnern kommt auf einen Wert von 198,3. Aufgestiegen auf Platz drei unter den ausgewerteten 400 deutschen Städten und Landkreisen ist nun Kaiserslautern. Kaiserslautern profitiert unter anderem von den in den vergangenen Jahren angesiedelten Einrichtungshäusern und bringt es 2023 auf einen Indexwert von 191,1. Es folgen laut GfK die Städte Passau (187,6), Koblenz (180,2), Würzburg (178,6), Trier (177,7), Hof (176,1), Schweinfurt (174,7) und Weiden in der Oberpfalz (169,5).

Faktor Outlet, aber nicht nur

Für den Zweibrücker Spitzenplatz machten die Nürnberger Konsumforscher ganz klar die Attraktivität des Outlets als entscheidenden Faktor aus. Aber auch Möbelhaus und Baumarkt an der Wilkstraße und die Einkaufsmärkte und Läden in der Innenstadt ziehen Käufer an, nicht zuletzt auch aus dem nahen Frankreich. Für Zweibrücken gibt die GfK einen theoretisch im Einzelhandel auszugebenden Pro-Kopf-Jahresbetrag von 6085 Euro an. Dagegen stünden 11.294 Euro, die im örtlichen Einzelhandel ausgegeben würden. Der Durchschnittsbetrag von 6085 Euro, die jeder der gut 34.000 Zweibrücken für Besorgungen im Einzelhandel verwenden kann – vor Ort, auswärts, bei Reisen, auch im Online-Handel -, ist übrigens kleiner als im bundesdeutschen Mittel. Deutschlandweit gibt die GfK den Betrag mit aktuell 6667 Euro an (korrigiert; in einer früheren Version war der Betrag von 5549 Euro genannt).

Kaiserslautern kommt als neue deutsche Nummer 3 auf einen Jahresumsatz im Einzelhandel von 9349 Euro pro Einwohner.

Für die Nürnberger Konsumforscher setzt sich ein Trend fort. „Mittelstädte gewinnen zunehmend an Bedeutung, während die ganz großen Städte an Attraktivität als Einzelhandelsstandorte verlieren“, sagt der Einzelhandelsexperte der GfK, Filip Vojtech. Hamburg etwa habe sich im sogenannten Zentralitätsranking verglichen mit dem Jahr 2022 um zwölf Ränge verschlechtert, im Fall des Bundeshauptstadt Berlin seien es sogar 24. „Das ist auch nicht allzu verwunderlich, denn das Arbeiten im Homeoffice ist seit der Pandemie zum Alltag in der deutschen Arbeitswelt geworden. Diese Pendler fehlen jetzt in den Großstädten, sie kaufen stattdessen näher an ihren Wohnorten und in den Mittelstädten ein.“ Für Zweibrückens Spitzenplatz sei aber die weit überörtliche Anziehungskraft der 120 Läden des Fashion Outlets ausschlaggebend. Und wie berichtet, plant Betreiber Via Outlets das Fashion Outlet an der Autobahn 8 um weitere 40 bis 50 Länden auszubauen und zu den zuletzt rund vier Millionen Besucher im Jahr eine weitere gute Million anzulocken. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt billigte im August die Pläne.

Wie sieht es in Zweibrückens unmittelbarer Nachbarschaft aus mit der Anziehungs- und Bindekraft des örtlichen Einzelhandels aus? Nach Kaiserslautern auf Platz drei folgt schon Pirmasens auf einem starken 17. Rang unter den 400 deutschen Städten und Landkreisen. Den Pirmasenser Indexwert der Einzelhandelszentralität gibt die GfK für 2023 mit 160,5 an. Der Landkreis Südwestpfalz taucht mit einem Indexwert von 72,2 nur ganz weit hinten in der deutschen Rangliste auf, auf Platz 379 von 400. Der Landkreis Kaiserslautern nimmt mit 62,7 sogar nur den vorletzten Platz ein. Besser ist der Wert für den Saarpfalz-Kreis: 108,2 – Rang 113.

gfk einzelhandelszentralität 2023
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