Zweibrücken
Wenn SV 64-Handballerin Lara Schlicker das 1:0 wirft ...
Die Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken bleiben Spitzenreiter Wittlich auf den Fersen. Im Spitzenspiel setzte sich am Samstag der Zweite aus Zweibrücken gegen den bisherigen Tabellendritten VTV Mundenheim mit 27:23 (8:8) durch.
Es war bis zum Abpfiff keine begeisternde, aber eine sehr intensiv ausgetragene Partie, die erst in den Schlussminuten entschieden wurde. Dabei hätten sich die Zweibrückerinnen nach sechs Minuten entspannt zurücklehnen können. Denn wenn Lara Schlicker das 1:0 für ihre Mannschaft erzielt, gewinnt Zweibrücken. Gegen Waldsee und in Moselweiß hatte die Rückraumspielerin zuletzt jeweils das 1:0 erzielt, Zweibrücken gewann. So auch am Samstag.
Zu viele technische Fehler
Schlicker traf zum 1:0, der SV siegte. Aber dass dieses Tor erst nach sechs Minuten fiel, sagt viel über das Spiel aus. Die Defensivreihendominierten auf beiden Seiten, oder wie es SV-Trainer Rüdiger Lydorf und Mundenheims Trainer Thorsten Engert übereinstimmend feststellten: „Wir haben zu viele Chancen nicht genutzt, zu viele technische Fehler gemacht“. Wenn zwei sich in der Beurteilung ihrer jeweiligen Mannschaft so einig sind, ist zwangsläufig ein ausgeglichenes Spiel die Folge. So stand es nach 30 Minuten in einer ungewöhnlich torarmen Partie 8:8.
Dabei setzten die Gäste auf eine stabile 6-0-Deckung. „Unsere Außen haben sich da echt schwer getan“, bilanzierte Lydorf. Von außen erzielte Zweibrücken gerade mal ein Tor und das durch Rückraumspielerin Annalena Frank, die kurz die Position gewechselt hatte. Es war der wichtige Treffer zum 17:15 (48.).
Überzahl hilft Zweibrücken nicht
Just zuvor hatten die Zweibrückerinnen Riesenmöglichkeiten vergeben die Partie zu entscheiden. Mundenheim hatte in kurzer Abfolge vier Zwei-Minuten-Strafen kassiert, spielte teils in doppelter Unterzahl. „Kapital konnten wir nicht daraus schlagen“, bilanzierte Lydorf. Unter anderem vergaben die Zweibrückerinnen in dieser Phase zwei Strafwürfe.
Dass sich seine Mannschaft auch in diesen Phasen nicht aus dem Konzept bringen ließ, freute Engert. „Mit den 27 Gegentoren kann ich sehr gut leben“, sagte er, darauf verweisend, dass Zweibrücken zu den torgefährlichsten Teams der Liga gehört. Was ihn ärgerte, „das sind die gerade mal 23 Tore, die wir erzielt haben. Das ist zu wenig, um hier zu gewinnen“, resümierte er. Gegen die offensive 3-2-1-Abwehr der Zweibrückerinen taten sich die Mundenheimer Angreiferinnen oft schwer. Kamen sie durch, stand mit Anezka Zuzankova eine sichere Torhüterin zwischen den „Zweibrücker Pfosten. Vor allem in den entscheidenden Phasen.
Das Ende der offenen Partie
Mundenheim hatte noch mal zum 17:17 ausgeglichen. Lucie Dzialoszynski erzielte das wichtige 18:17 für Zweibrücken. Zuzankova parierte den folgenden Mundenheimer Wurf. Im Gegenzug erhöhte Lucie Krein auf 19:17 und per Gegenstoß traf Kim Pfeifer zum 20:17. Diesen Rückstand konnten die Mundenheimerinnen nicht mehr egalisieren. Sie probierten alles, versuchten zunächst Krein aus dem Spiel zu nehmen, in dem sie eng deckten.
„In dieser Phase haben wir Ruhe bewahrt, sind mit der Deckung gut klargekommen“, resümierte Lydorf. Unter anderem nutzte Frank jetzt den Platz und traf. Mundenheim ging zur komplett offenen Deckung über, aber immer wieder fanden die Zweibrückerinnen doch noch eine Anspielstation, eine Lücke und feierten schließlich in einer lange offenen Partie einen nicht unverdienten Erfolg.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Zuzankva, Huber (Siebenmeter) – Schlicker (4), Krein (8/3), Frank (6/1) – Zägel, Pfeifer (1) – Worm (1) – Baus (1/1), Zimmermann, Dzialoszynski (6), Sohns
VTV Mundenheim: Aulenbacher – Heiser (1), Wehr (1), Götz (3) – Böhme (1/1), Gabriel (3) – Köbele (3) – Reis (5), Tines, Butz (3/1), Wendler (3)
Spielfilm: 4:3 (17.), 8:7 (27.), 8:8 (Halbzeit) 11:12 (37.), 14:13 (39.), 16:13 (42.), 17:17 (51.), 20:17 (52.), 25:21 (58.), 27:23 (Ende) – Zeitstrafen: 3:6 – Siebenmeter: 7/5:3/2 – Beste Spielerinnen: Zuzankova, Krein, Dzialoszynyk – Aulenbacher, Reis - Zuschauer: 160 – Schiedsrichter: Müller/von Wolf (Osthofen/Saulheim).