Interview
Thomas Bauer: „Zum Glück nicht weniger Mannschaften nach Corona“
Herr Bauer, wie schwierig war es, nach der Corona-Zwangspause wieder in den Spielbetrieb zu kommen? Gab es Probleme, Vereine zu finden, die den vom Aufwand ja doch intensiven Pokalfinaltag austragen wollten?
Der Neustart hat keine Probleme bereitet. Ich hatte schon das Gefühl, dass alle ganz heiß darauf waren, dass es endlich wieder losgeht. Nur Training und alles mit Auflagen, Einschränkungen, das bringt es auf die Dauer eben nicht. Es ist sehr erfreulich, dass es keinerlei Probleme gab und gibt, Vereine zu finden, die diesen Finaltag, einen absoluten Höhepunkt im Nachwuchsfußball mit Werbeeffekt, ausrichten wollen. Fehrbach hat vergangenes Jahr den Neustart trotz hoher Temperaturen prima bewältigt, und dieses Jahr ist Rieschweiler an der Reihe. Es gibt eine feste Reihenfolge. Pirmasenser Raum, Zweibrücker Raum und dann ein Verein aus dem Dahner Land. Die sind nächstes Jahr wieder dran.
Was hat sich in der Folge der Corona-Krise verändert?
Es ist zum Glück nicht so gewesen, dass wir plötzlich mit weniger Mannschaften dastanden. Es gab auch positive Effekte. Offenbar ein „Jetzt erst recht!“ Ich nehme da die neu ins Leben gerufene Mädchenfußballabteilung bei der SG Thaleischweiler-Fröschen als Beispiel. Das läuft absolut top! Innerhalb kürzester Zeit hat sich dort die Zahl der Fußball spielenden Mädchen von zwölf auf fast 70 erhöht. Das ist doch genial. Leider hat sich noch kein weiterer Verein im Kreis gefunden, der Fußball für Mädchen anbietet. Aber ich will auch das Negative nicht unter den Tisch kehren.
Was meinen Sie damit?
Es wurden zuletzt von Seiten der Trainer immer wieder Grenzen überschritten, völlig überzogene Aggressionen am und auf dem Platz ausgelebt, die wir explizit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen nicht haben wollen und auch konsequent unterbinden sollten. Einige meinen, sich genau so aufspielen zu müssen, wie ihre vermeintlichen Vorbilder auf der internationalen Ebene oder in den Bundesligen. Da hat sich ein Gewinnen um jeden Preis breitgemacht. Es gehört aber dazu, dass man akzeptieren muss, wenn andere besser sind.
Was gibt es zu den Finalspielen am Samstag in Rieschweiler zu sagen?
Es ist direkt ins Auge gesprungen: Ich glaube, wir hatten noch nie so interessante Duelle wie in diesem Jahr. Da spielen Kreismeister gegen Vize-Meister in der E-Jugend. Bei den D-Junioren treffen die Meister von Kreisliga und Landesliga aufeinander. Die Vize von Landes- und Kreisliga versprechen für das C-Jugend-Finale viel Spannung. Wie schlägt sich bei den B-Junioren Kreismeister SV Ixheim gegen die eine Liga höher spielende JSG Hermersberg/Trippstadt? Und Titelverteidiger Rieschweiler hat es in der U19-Konkurrenz mit Kreis-Vize Ixheim zu tun. Da ist doch Hochspannung angesagt!
Zur Person
Thomas Bauer seit zwölf Jahren Vorsitzender des Kreisjugendausschusses. Der 51-Jährige arbeitet als technischer Angestellter in St. Ingbert und wohnt in Hengstbach.
Pokalfinaltag der Juniorenfußballer, Rieschweiler
E-Junioren: FC Rodalben - FK Pirmasens (10 Uhr)
D-Junioren: JSG Heltersberg/Geiselberg - TuS Erfweiler/JSG Wasgau (11.30 Uhr)
C-Junioren: SG Hermersberg - JSG Heltersberg (13 Uhr)
B-Junioren: SV Ixheim - SG Hermersberg ((15 Uhr)
A-Junioren: SG Rieschweiler - SV Ixheim (17 Uhr).