Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Stau an Dorndorfkreuzung, Gefahr auf den Gleisen

Die Grünphase aus Richtung Tschifflick oder Dorndorf kommend dauert nur wenige Sekunden. Zwei, maximal drei Autos kommen durch,
Die Grünphase aus Richtung Tschifflick oder Dorndorf kommend dauert nur wenige Sekunden. Zwei, maximal drei Autos kommen durch, dann wird’s wieder über eine Minute lang rot.

Es ist ein Kreuz mit dieser Dorndorfkreuzung: Wer derzeit aus Richtung Tschifflick kommend über die Ampel will, steht zu Stoßzeiten bis zur Fasanerie im Rückstau. Und läuft Gefahr, auf den Bahngleisen zum Zwangsstillstand zu kommen. Das Land hält mit zusätzlichen Schildern dagegen.

Der Selbstversuch zeigt: Die Grünphase aus Richtung Tschifflick oder Dorndorf kommend dauert nur wenige Sekunden. Zwei, maximal drei Autos kommen durch, dann wird’s wieder über eine Minute lang rot.

Das Sekundengrün sorgt schon länger für Verdruss, doch durch die Sperrung der Contwiger Bahnhofstraße wird’s jetzt gefährlich. Der Verkehr wird über den Flugplatz zur Tschifflick umgeleitet, das Verkehrsaufkommen an der Dorndorfampel hat sich dadurch stark erhöht. Laut Autofahrern, die die Strecke täglich fahren, kam es schon mehrfach zu folgender Situation: Die Ampel schaltet auf Grün, der Stau-Tross setzt sich zäh in Gang, alle drängen nach vorne, zermürbt ob des langen Wartens, einer fährt gerade über die Gleise, in der Hoffnung, noch durchzukommen, da wird die Ampel schon wieder rot. Es gibt kein Vor und kein Zurück mehr. Käme jetzt ein Zug, wäre ein Zusammenstoß unvermeidbar.

„Das gibt noch Tote hier, wenn nicht bald was passiert“, sagt ein betroffener Autofahrer, dessen Name der Redaktion bekannt ist. Und er fragt: „Wieso wird die Dorndorfampel nicht während der Sperrung in Contwig abgeschaltet und durch eine Baustellenampel mit längeren Grünphasen für die von Tschifflick und Dorndorf Kommenden ersetzt?“

Land stellt zusätzliche Schilder auf

Volker Priebe vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Kaiserslautern sagte auf RHEINPFALZ-Anfrage zu, dass als Sofortmaßnahme zusätzliche Hinweisschilder installiert werden, die auf die Staugefahr hinweisen. Diese Schilder waren am Dienstag aufgestellt. „Außerdem prüfen wir auf die Schnelle, ob sich bis zur Erneuerung der Ampelanlage das vorhandene Steuergerät so umprogrammieren lässt, dass eine längere Grünphase das Räumen aus Richtung Dorndorf und Tschifflick optimiert.“ Am 20. September beginne der Umbau der Dorndorfkreuzung, dann werde die Einmündung aus Richtung Dorndorf für sechs Wochen voll gesperrt.

Wie zuletzt im Juli berichtet, wurde das Steuergerät nach einem Totalausfall der Dorndorfampel ausgetauscht. Seitdem schaltet sie nicht mehr auf Grün, wenn viele Autos warten, sondern die Grün- und Rotphasen haben feste Zeiten. Birgit Küppers vom LBM erklärte im Juli auf RHEINPFALZ-Anfrage, dass die Rückstaus bis über die Bahngleise bekannt seien. Sie stellte aber keine schnelle Abhilfe in Aussicht, sondern sagte, die Autofahrer müssten eben darauf achten, „dass der Bahnübergang immer freizuhalten ist“.

„Dass da noch nichts passiert ist, ist ein Wunder“

Jochen Haselbauer ist Leiter des Kiebitzmarkts an der Tschifflick und beobachtet die Situation seit Längerem. Schon zweimal habe er sich an die Stadt gewandt, passiert sei nichts. Die Ampelsteuerung stimme seit mindestens einem Dreivierteljahr nicht, immer nur wenige Sekunden sei es grün, manchmal ein bisschen länger, mehr als zwei, drei Autos schafften es nie. „Wer bei uns vom Kiebitzmarkt oder vom Betonwerk gegenüber rausfahren muss, hat so gut wie keine Chance.“ Die Fahrer seien darauf angewiesen, von anderen reingelassen zu werden. Das machten die Autofahrer derzeit aber ungern, da sie ja schon ewig im Rückstau stehen. Auch Haselbauer sagt angesichts der Stillstände auf den Gleisen: „Dass da noch nichts passiert ist, ist ein Wunder.“

Ein Sprecher des Wolf & Sofsky Betonwerks an der Tschifflick bestätigte Haselbauers Angaben. „Unsere Lastwagenfahrer kommen nicht raus, wenn sie keiner lässt.“ Und dass sie rausgelassen werden, sei eher selten der Fall, weil die Laster vor der Ampel viel Platz brauchen, was Autofahrer davon abhalte, sie reinzuwinken. „Wenn keiner hält, müssen unsere Fahrer manchmal fünf bis zehn Minuten warten“, so der Sprecher, der sich allerdings gar nicht mehr sonderlich aufregte: „Wir sind das inzwischen gewohnt.“

Anlieger hatten erklärt, dass die Regionalbahn wegen der gefährlichen Situation inzwischen nur noch auf Sicht fahre. Eine Bahnsprecherin aus Frankfurt verneinte dies aber: „Ein auf Sicht fahren der Regionalbahn im Bereich des Bahnübergangs Zweibrücken-Niederauerbach (Tschifflick) können wir aktuell nicht bestätigen.“

Stadtsprecherin und Hauptamtsleiterin Alessa Buchmann erklärte am Dienstag auf Anfrage, „dass für die Umleitungsstrecke bezüglich der Straßenbaumaßnahmen in Contwig der LBM zuständig ist“. Die Stadt habe damit nichts zu tun.

Polizei sieht Autofahrer in der Pflicht

Matthias Mahl, Leiter der Polizeiinspektion Zweibrücken, erklärte auf Anfrage: „Es ist in der Tat so, dass die Ampel für die Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Tschifflick kommen, relativ kurz geschaltet ist.“ Ob die Stadtwerke die Ampelschaltung ohne Weiteres ändern können, wisse er nicht, auch nicht, ob es Baustellenampeln gibt, „die nicht nur den Fahrzeugverkehr aus den vorhandenen vier Richtungen steuern können, sondern überdies in der Lage sind, den querenden Fußgängerverkehr aus mindestens zwei Richtungen angemessen zu berücksichtigen“.

Wo Schienenverkehr an Bahnübergängen mit dem Straßenverkehr in Berührung kommt, gibt es laut Mahl immer Situationen, „die bei durchschnittlicher Aufmerksamkeit der Straßenbenutzer zu Problemen und folglich auch zu Verkehrsunfällen führen können“. Die Straßenverkehrsordnung schreibe klipp und klar vor, wie sich Autofahrer beim Heranfahren und Überqueren von Bahnübergängen zu verhalten haben. Verkehrsteilnehmer seien in der Pflicht, keinesfalls auf die Gleise fahren, so lange der Platz hinter dem Bahnübergang infolge eines Rückstaus nicht ausreicht, um sie vollständig überqueren zu können.

Mahl schließt: „Die beschriebene Örtlichkeit ist der Polizei Zweibrücken nicht als Unfallschwerpunkt bekannt.“

Der LBM hat mittlerweile auch Schilder aufgestellt.
Der LBM hat mittlerweile auch Schilder aufgestellt.
Auch auf der alten B10 aus Richtung Contwig steht ein Schild.
Auch auf der alten B10 aus Richtung Contwig steht ein Schild.
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