HandBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Spieler des SV 64 Zweibrücken werben fürs Blutspenden

Gib her deinen Arm! Die Spieler Philipp Hammann, Tom Grieser und Benny Zellmer (von links, ganz links Patrick Wagner vom DRK) vo
Gib her deinen Arm! Die Spieler Philipp Hammann, Tom Grieser und Benny Zellmer (von links, ganz links Patrick Wagner vom DRK) vom gerade abgestiegenen Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken rufen mit einer Plakataktion des Deutschen Roten Kreuzes zum Blutspenden am 23. Juni in der Hauptschule West auf.

Handballer des SV 64 Zweibrücken werben für das Blutspenden am kommenden Donnerstag in der Hauptschule West, und sie lassen sich auch selbst „anzapfen“. Der Bedarf ist groß. Spender tun sich auch selbst etwas Gutes.

„Erst wenn’s fehlt, fällt’s auf“ heißt die aktuelle Blutspendekampagne des Deutschen Roten Kreuzes. Blut ist derzeit knapper denn je, weshalb sich der Blutspende-Beauftragte des DRK-Kreisverbands Südwestpfalz, Patrick Wagner, etwas hat einfallen lassen. Vier Handballer des SV 64 Zweibrücken machen prominent Werbung für den nächsten Blutspendetermin in der Hauptschule West am Donnerstag, 23. Juni.

Drei Buchstaben fehlen

Auf Plakaten posieren Benny Zellmer, Niklas Beyer, Tom Grieser und Philipp Hammann in ihren Handballtrikots, wobei in den Namen der Sportler jeweils einige Buchstaben fehlen. Nämlich die Buchstaben A, B und O, die für die Blutgruppen A, B und Null stehen. So viel zum Thema, dass es erst auffällt, wenn etwas fehlt. Und das sind symbolisch eben jene Buchstaben, die fürs Blut stehen.

Am 14. Juni war Welt-Blutspendetag. Aktuell spenden lediglich rund drei Prozent der Menschen in Deutschland Blut. Und das reicht nicht. Laut Wagner sind die Reserven nahezu aufgebraucht. Die Sommermonate sind jedoch traditionell spendenarme Monate, weil die Leute andere Dinge im Kopf haben, ob Urlaub, Freibad oder Sonstiges. Und gerade jüngere Spender fehlen laut Wagner. Daher kam er auf die Idee, seine Kontakte zu Hermann Grieser und den Handballern des SV 64 zu nutzen, um die Sportler als bekannte Zweibrücker Gesichter als Spendenbotschafter anzufragen.

Sofort zugesagt

Die ließen sich nicht lange bitten und sagten direkt zu. Nicht nur posieren sie auf den knallroten Plakaten, die zur Blutspende aufrufen, sondern sie und ihre Mannschaftskollegen wollen am 26. Juni auch selbst Blut spenden.

Von 16.30 bis 19.30 Uhr sind rund 20 Helfer des Roten Kreuzes im großen Saal der Hauptschule West in der Hofenfelsstraße, wo normalerweise die Stadtkapelle übt. Je rund zehn Helfer stellt dabei das DRK Südwestpfalz und zehn der Blutspendedienst West, der beim Roten Kreuz für alle Blutspenden im Raum Nordrhein-Westfalen, Saarland und Rheinland-Pfalz zuständig ist. In den drei Bundesländern zusammen werden laut Wagner täglich 3500 Blutkonserven benötigt, Zahlen alleine für Rheinland-Pfalz gibt es nicht. Das Rote Kreuz stellt 75 Prozent aller Blutkonserven in Deutschland zur Verfügung.

Kritische Sommermonate

„Vergangene Woche kam es in Bayern erstmals zur Blutknappheit. Das heißt, es war schlicht keine Blutkonserve mehr lieferbar“, sagt Wagner. In einem solchen Fall stehen Ärzte vor einem echten Problem. Aufschiebbare Operationen kann man dann zwar verschieben, Notfälle wie Unfallopfer sind jedoch auf Blutkonserven angewiesen und können oft nicht warten. Beginnend mit dem Juni fängt in ganz Deutschland traditionell die Blutknappheit an. Und das dauert an bis Mitte Herbst. „Allerdings wurden auch viele Operationen in Coronazeiten verschoben, die eigentlich jetzt nachgeholt werden sollen“, nennt Wagner Gründe für erhöhten Blutbedarf.

Dazu kommt nach seinen Worten, dass sich das DRK Südwestpfalz in der Vergangenheit hätte können mehr engagieren in Sachen Blutspenden. „Da müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen“, sagt er. Umso mehr freut er sich, dass der Sportverein direkt ohne langes Überlegen zugesagt hat und die Kampagne unterstützt. Wobei die Handballer nur der Anfang sind. Kooperationen mit anderen Vereinen und bekannten Gesichtern sind geplant, aber genaue Daten und Namen stehen noch nicht fest.

Spenderzahl erhöhen

„Wir waren sofort dabei und schon sehr überrascht, wie viel Blut gebraucht wird und wie wenig gespendet wird“, sagt Hermann Grieser vom SV 64, der auch selbst Blut spenden wird am 23. Juni. Bislang waren im Durchschnitt 60 Spender zu einem Blutspendetermin des DRK in Zweibrücken gekommen. Diese Zahl wollen das DRK und die Handballer massiv erhöhen, zumindest beim ersten gemeinsamen Spendetermin kommende Woche.

Wagner verweist außerdem darauf, dass die Spender sich selbst etwas Gutes tun mit ihrer Blutspende. „Blutspenden ist nachweislich gesund, weil der Körper das Blut ja nachbilden muss“, erläutert der DRK-Mitarbeiter. Und endlich dürfe man den Spendern auch wieder etwas zu essen und zu trinken anbieten. Zudem werde das Blut untersucht, man bekomme als Spender also quasi kostenlos noch ein Blutbild gemacht. Für Benny Zellmer, Niklas Beyer, Tom Grieser und Philipp Hammann jedoch steht das Helfen im Vordergrund.

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