Zweibrücken
Heiraten in der Rosenstadt: Das Ja-Wort ist bald in fünf Trauzimmern möglich
Vier Trauzimmer gibt’s in Zweibrücken bereits – im Rathaus, im Herzogsaal, im Rosengarten und in der Fasanerie–, ein fünftes soll nun dazukommen, und zwar in der Festhalle. Dem dafür vorgesehenen Mietpreis soll der Stadtrat am Mittwoch zustimmen.
Das neue Trauzimmer soll im Wintergarten der Festhalle entstehen und eine Lücke im Angebot schließen, nämlich die einer Heiratsmöglichkeit in einem Raum mittlerer Größe. Die Verwaltung schlägt dem Rat vor, den Wintergarten für 100 Euro für Trauungen zu vermieten. Findet die Hochzeitsfeier direkt im Anschluss ebenfalls im Wintergarten statt, kostet die Trauung nichts extra, sondern die übliche Raummiete fällt an.
Lückenschluss im Angebot
Wie es zur Idee mit dem fünften Trauzimmer kam, erläutert auf Anfrage Stadtpressesprecher Jens John: Die vier vorhanden Trauzimmer seien für Gesellschaften bis 30 Personen (Rathaus, Rosengarten, Fasanerie) beziehungsweise 120 Personen (Herzogsaal) geeignet. „Es fehlte ein Trauzimmer für Gesellschaften um die 50 bis maximal 70 Personen, und dafür bietet sich der Wintergarten in der Festhalle an“, so John. Beim Betreiber der Festhalle, der Firma Festlicht, hätten auch schon Brautpaare nachgefragt.
Wie hoch die Auslastung sein wird, sei derzeit nicht abschätzbar, so John. „Es ist ein zusätzliches Angebot, von dem wir hoffen, dass es gut angenommen wird.“ Die Chancen stehen gut, seit 2017 ist laut Standesamt-Statistik die Anzahl der Trauungen in Zweibrücken deutlich gestiegen. Wurden 2017 253 Paare in Zweibrücken getraut, waren es 2023 270. Die meisten Zweibrücker Eheschließungen seit 2000 gingen 2018 über die Bühne: 294. 2022 waren es nur drei weniger.
Das Gros der Trauungen findet nach wie vor im Rathaus statt, gefolgt von Rosengarten, Fasanerie und Herzogsaal. Regelmäßig wird außerdem in der Justizvollzugsanstalt (JVA) getraut, vergangenes Jahr war das dreimal der Fall. Fast die Hälfte der Trauungen in Zweibrücken machen seit etwa fünf Jahren Brautpaare von außerhalb aus, die sich zum Ja-Wort bewusst für die Rosenstadt in der Westpfalz entscheiden.
Auch auswärtige Paare schätzen Zweibrücken
Zweibrücken als Stadt zum Heiraten attraktiv zu machen, auch für Nicht-Zweibrücker, das hat sich Yvonne Langner, die seit 2016 das Standesamt leitet, auf die Fahnen geschrieben. Offenbar ist sie erfolgreich. An ihrem Wahlspruch von 2016, „wenn man im Internet ,Heiraten’ eingibt, soll man auf Zweibrücken stoßen“, hat sich laut John bis heute nichts geändert. „Wir versuchen, die Trauorte sowie die Trauungen für die Paare interessant und vielseitig zu halten, damit für jeden das Passende dabei ist.“ Neben dem rechtlichen Teil der Trauung würden individuelle Traureden und Zeremonien angeboten, viele Wünsche der Paare könne man möglich machen.
Die Zusammenarbeit mit Gastronomen beim Trauzimmer in der Festhalle wäre nicht neu. In der Fasanerie sei das bereits seit Längerem der Fall, so die Verwaltung. Viele Paare schätzten das Rundum-Paket mit Trauung, Feier und Übernachtung. Übernachten kann man in der Festhalle zwar nicht, aber im nahen Rosengarten-Hotel oder in Hotels in der Innenstadt.