Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Großer Schwund beim Nachwuchs befürchtet

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Es könnte sein, dass durch die Corona-Krise aus dem jahrelangen Stillstand bei der Zahl der Nachwuchsmannschaften im Bezirk sogar ein drastischer Rückschritt wird.

Im Tischtennis ist die Anzahl der Jugendteams etwas rückläufig. Das besagen die Werte von Ernst Weber, langjähriger Verbandsschülerwart des Pfälzischen Tischtennis-Verbandes (PTTV), der vor rund einem Jahr aus seinem Amt ausschied und durch Luisa Baumann aus Waldfischbach-Burgalben ersetzt wurde. Ändern konnte Baumann aufgrund der Corona-Pandemie aber nichts an der sinkenden Anzahl der Schülermannschaften.

Angefangen hatte Weber pfalzweit im Jahr 1982 mit 119 Schülerteams und 33 Schülerinnenteams (jeweils U15). Die besten Zeiten erlebten die Nachwuchs-Tischtennisspieler in der Pfalz 1989, als es sogar 189 Mannschaften bei den Schülern und 41 bei den Schülerinnen gab. Danach ging die Kurve stetig nach unten, bis die Anzahl der Teams, wohl auch bedingt durch den deutschen Superstar Timo Boll, im Jahr 2005 noch mal steil anstieg und 183 Schülermannschaften und 27 Schülerinnenteams zu verzeichnen waren. Im Jahr 2018 gab es dann aber nur noch 101 Mannschaften bei den Schülern und nur noch acht bei den Schülerinnen. Bis heute haben sich die Zahlen kaum geändert. Hier mal eine Mannschaft mehr, da mal eine weniger, wird bei den Bezirkstagen berichtet.

19 Schülerteams gab es in der Saison 2020/21

Bei den Nachwuchsspielern im hiesigen Tischtennis-Bezirk Westpfalz Süd ist seit der Saison 2014/15 ein Stillstand zu erleben, zumindest bei den Schülern. Ausgehend von 20 Teams im Jahr 2014/15 schwanken die Zahlen, in diesem Jahr sind 19 Teammeldungen zu verzeichnen waren. Ganz anders sieht es bei der männlichen Jugend U18 aus, hier haben sich die Meldungen in den vergangenen Jahren drastisch reduziert. Bei den U18-Mädchen gab es in der Runde 2018/19 gar keinen Spielbetrieb. Da nur eine Meldung einging, wurde der Spielbetrieb im Prinzip für die Saison 2020/21 zwar nun wieder aufgenommen. „Es gibt nur eine Mädchenmannschaft, die automatisch die Titel gewinnt und an den weiterführenden Turnieren teilnimmt“, berichtete Sebastian Kranitz, Jugendwart im Bezirk Westpfalz Süd beim Bezirkstag. „Bei den Schülern haben 19 Teams gemeldet, darunter befindet sich auch eine Bambini-Mannschaft. Bei den Schülerinnen gibt es statt vier nur noch drei Teams“, fügte sein Bezirkskollege Matthias Reichert daneben mit Blick auf die nun abgebrochene Spielzeit 2020/21 an. Auch weil es so wenige Teams gibt, spielen die Schülerinnen immer häufiger eine Doppelspielrunde, mit zwei Heimspielen gegen jedes Team pro Mannschaft. Da die Mannschaften teils große Leistungsunterschiede im Schülerbereich haben, führt dies aber schnell zur Tristesse.

„Ich habe immer mal wieder mit Leuten aus dem Nachwuchsbereich gesprochen. Es wird teilweise vermutet, dass wir durch Corona 15 Prozent unserer Nachwuchsspieler nicht mehr in den Hallen sehen werden“, erzählt Michael Speth, Verbandsjugendwart des PTTV. Wie man die Spieler aktuell zum Tischtennissport bewegen soll und anschließend dazu, auch wieder in die Halle zu kommen, darüber sind sich selbst Experten nicht einig. Etliche Verbände und Vereine suchen hier nach Lösungen. „Wir machen mit den Kindern vor allem Krafttraining für alle Körperbereiche. Wir haben aber auch schon mal ein Youtube-Workout zusammen gemacht und haben letztens ein paar Koordinationsübungen ins Training mit eingebunden. Wir versuchen, uns da immer mal was Neues einfallen zu lassen, um das Training interessant zu gestalten“, erzählt Timo Schultz aus Rieschweiler-Mühlbach, der auch am Stützpunkttraining des PTTV beteiligt ist, über das Videotraining des Pfalzverbandes für den Nachwuchs.

Kreative Ideen sind jetzt gefragt

Auch Challenges (auf deutsch etwa: Herausforderungen, Wettbewerbe) sind immer mehr im Kommen. Die Trainer stellen dabei Aufgaben an die zumeist aus dem Nachwuchsbereich stammenden Spieler, zum Beispiel den Ball auf der Griffunterseite zu tippen.

In Deutschland findet man aber auch Vereine, die – soweit die Hallen geöffnet sind – sogar Einzeltraining anbieten. Bis zu 45 Trainingseinheiten gibt es beim hessischen TV Eichelsdorf pro Woche, der dafür aber tief in die Tasche greifen musste, weil mit lizenzierten Trainern geübt wurde. Zehn Euro kostete da eine halbe Stunde Training. Auch der SV Saar 05 Saarbrücken war kreativ, veranstaltete seine Vereinsmeisterschaften an Steinplatten im Freien. „Ich wollte auch ein Turnier an Steinplatten veranstalten. Aber zurzeit kann keiner sagen, was in ein paar Wochen möglich ist“, meint Verbandsjugendwart Speth.

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