DER SEPP VOM HALLPLATZ RHEINPFALZ Plus Artikel Früher gab’s Fußball, Handball und den Gesangverein

Immer mal wieder gibt es den Vorschlag, die Handballer vom SV 64 und der VTZ Saarpfalz könnten doch fusionieren.
Immer mal wieder gibt es den Vorschlag, die Handballer vom SV 64 und der VTZ Saarpfalz könnten doch fusionieren.

„Ma muss insien, dass sich die Zeide seid em Elef hald doch geännerd hann. Domols had’s fa die Junge Fußball un Handball gebb, aa Ringe bei de Vaube un vor allem noch jede Menge Gesangvereine, awwer des war’s faschd fass Freized-Angebod!“ Zu denen, die sich gerne an die Zeiten erinnern, als Hans „Elef“ Schuler in aller Munde war und der „Handballverrückte“ die Zweibrücker Sportszene bereicherte, zu diesen Jungen von damals zählt auch Hans Joachim Müller. Der „Wieder-Zweibrücker“ hat sich über Jahrzehnte für den Handball-Sport an der Saar eingesetzt. Darüber hinaus auch das „Ehrenamt“, die vielen fleißigen und notwendigen Helfer in den Vereinen nicht vergessen.

Auch hier hat sich einiges geändert, weiß Müller nur zu gut. So findet man im saarländischen Handball-Magazin auch ein Foto mit „Elef“ und Eckhart Schiller die beide den SV 64 enorm geprägt haben. In dem Heft (auf der Titelseite die erfolgreiche Zweibrücker Handball-Nationalspielerin Amelie Berger!) macht sich Müller auch Gedanken über eine doch mögliche Fusion der einheimischen Vereine SV 64 und VTZ Saarpfalz, die, so der langjährige Funktionär, „sich gegenseitig die Butter vom Brot nehmen“. Da gibt es sicher in beiden Vereinen auch andere Meinungen, und das Wort Fusion wird nicht gerne gehört. Nur wenn die Not zwingt.

„Jedzd schdehd Zweebrigge nimmi im Kicker drin!“

Und das gilt auch im Fußball. So war Opa begeisterten Anhänger der VB, obwohl er das Wort „Fan“ nie benutzt hätte und war jahrzehntelang auch Mitglied. Aber er war am Boden zerstört, als der Lokalrivale TSC vor vielen Jahren abstieg und so nicht mehr in Opas Fußballzeitung erwähnt wurde: „Jedzd schdehd Zweebrigge nimmi im Kicker drin! Warum sinnse ned zusammegang?“ Obwohl er unterschied zwischen denen am Hornbach, denen vom Wattweiler Berg oder den Fußballern vom Etzelweg oder Auerbach – da ging’s ihm um den Fußball allgemein in Zweibrücken.

Im Handballheft wird erwähnt, dass es immer mal wieder Überlegungen gab, dass sich die Vereine SV 64 und VTZ Saarpfalz durchaus Gedanken gemacht haben, wie ein Zusammenschluss aussehen könnte. Aber vergebens. Immer wieder kommen dabei die alten Zeiten „uffs Dabedsche“ als auf dem Hartplatz an der Festhalle gespielt und bis in die Dunkelheit trainiert wurde, weil der einzige Scheinwerfer nicht hell genug war.

Packende Stadt-Derbys in der Westpfalzhalle

Neben dem Elef ist bei solchen Erinnerungen auch immer noch Platz für „de Martin Fritz“, für Torwart-Star Willi Fritzinger oder Werner König und Alfons Gabriel. Alles Handballer, die man als „Zugugger“ kannte und auch in ihren Berufen schätzte. „Es wär schad, wenn dess alles vegess werre dät!“, folgt meistens. Die RHEINPFALZ-Handball-Fachfrau Andrea Daum erinnert an packende Stadt-Derbys zwischen beiden Vereinen in der Westpfalzhalle, regt aber an, über eine Spielgemeinschaft doch mal nachzudenken. Gerade die wirtschaftliche Seite gilt es gegenwärtig – eben bei der Vielzahl anderer Sportarten und Freizeitbeschäftigungen inzwischen – zu überdenken. Damit auch weiterhin in Zweibrücken ausgezeichneter Handballsport geboten werden kann.

So wird im Augenblick mehr und mehr vom Miteinander und vom „aufeinander Zugehen der heutigen Kontrahenten“ wohl noch eine Weile gesprochen, sagt auch Hans Joachim Müller. Er ist Realist genug, darauf hinzuweisen, dass im Handballverband Saar nicht alle Zusammenschlüsse erfolgreich verlaufen. Schön ist es da auch für jeden Einheimischen, dass bei einem solchen Zukunftsprojekt es immer wieder Hinweise „uff em Elef unnem Martin Fritz ihr Buwe“. gibt. Sie haben ihren Sport betrieben und dabei wichtige Arbeit für die Stadt und deren Bekanntheit geleistet.

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